Sein Hut kann es nicht mehr versteckenSchock für Fans: Kult-Cowboy Woody wird in „Toy Story 5“ kahl!

Woody (l) und Buzz Lightyear in einer Szene aus dem Film «Toy Story 5» (undatierte Filmszene). Der Film kommt am 23.07.2026 in die deutschen Kinos. (zu dpa-Kinostarts) +++ dpa-Bildfunk +++
Kehren ins Kino zurück: Woody (l.) und Buzz Lightyear.
picture alliance/dpa/Disney/Pixar / -

Die Kult-Reihe „Toy Story“ ist zurück. Mit Teil 5, Woody, Buzz und Co. Diesmal allerdings droht es den guten alten Spielsachen wirklich an den Kragen zu gehen. Ihr Endgegner könnte ein Tablet sein. Der Film kritisiert den Technik-Hype, ohne ihm deshalb gleich den Stecker zu ziehen.

Woody ist in die Jahre gekommen. Wenn der Kult-Sheriff in „Toy Story 5“ seinen Cowboy-Hut abzieht, glänzt eine kahle Stelle auf dem Hinterkopf. „Jemand braucht hier braunen Filzstift“, lästert Trixie, der Triceratops-Dino aus blauem Plastik, vor versammelter Mannschaft in Bonnies Kinderzimmer.

Die sprechenden Spielzeuge aus dem Hause Pixar sind zurück auf der Leinwand. Seit „Toy Story 4“ sind sieben Jahre vergangen, doch der erste Auftritt von Woody und dem Plastikastronauten Buzz Lightyear liegt schon mehr als drei Jahrzehnte zurück.

Mit „Toy Story“ bastelte die kalifornische Trickschmiede Pixar 1995 ihren ersten Spielfilm, komplett am Computer erzeugt, technisch bahnbrechend und auch emotional ein Hit. Die Hauptdarsteller aus Plastik, Holz, Stoff und Blech konnten mit Herz, Gefühlen und einer witzigen Story ein Millionenpublikum für sich gewinnen. Woody, Buzz, Jessie & Co. haben es im Laufe der Jahre nach zig Bewährungsproben aus dem Kinderzimmer von Andy zur kleinen Bonnie geschafft.

Woody, wie schon im Original-Film und allen weiteren Folgen von Hollywood-Star Tom Hanks vertont, kehrt im fünften Teil nur in einer Nebenrolle zurück. Schließlich hatte er sich zuvor schon in die große Welt abgesetzt, um dort verlorenen Spielzeugen zu helfen. Im Zimmer der achtjährigen, scheuen Bonnie gibt inzwischen das kesse Cowgirl Jessie den Ton an. Dort droht nun eine riesige Gefahr: Tech. Jessie und Kraftprotz Buzz Lightyear bekommen es mit einem Spielzeug-Tablet zu tun.

Ein Minicomputer namens Lilypad, der aussieht wie ein Frosch, zieht Bonnie sofort in den Bann. Eigentlich spielt sie am liebsten mit ihren Toys, doch alle anderen Kinder chatten längst am Bildschirm. Bonnie will Freunde haben, die Eltern geben klein bei und kaufen ihr das Gerät. Die Spielzeuge sind prompt Nebensache. „Aussterben, nicht schon wieder“, jammert der grüne Dino Rex.

Jessie kann es nicht glauben. Überall in der Nachbarschaft starren Kinder nur noch auf Bildschirme. Sie ruft Woody an: „Ist die Lage für Spielzeuge wirklich so schlimm?“. Sie würde Bonnie an dieses Gerät verlieren, klagt Jessie.

Pixar greift ein brennendes Problem auf. „Ich bemerke seit etwa sechs, sieben Jahren, dass Kinder Geräte in den Händen halten, und sie scheinen immer jünger zu werden. Und ich höre von Eltern, dass Spielzeuge immer früher weggelegt werden“, sagt Regisseur Andrew Stanton. Es fühle sich wie ein dauerhaftes kulturelles Problem an. „Ich dachte mir, das muss für die Spielzeuge echt ätzend sein“. Und schließlich gehe es um die Gefühle der geliebten Spielsachen, sagt Stanton.

Toy Story 5 USA. A scene from CWalt Disney Pictures movie: Toy Story 5 2026. Plot: Buzz, Woody, Jessie are challenged after being introduced to what kids are obsessed with today: electronics. LMK110-J11620-260226 Supplied by LMKMEDIA. Editorial Only. Landmark Media is not the copyright owner of these Film or TV stills but provides a service only for recognised Media outlets. PUBLICATIONxNOTxINxUKxUSAxCAN
Der neue Gegner im Kinderzimmer: Lilypad.
IMAGO/Landmark Media / IMAGO/Supplied by LMK

Der Pixar-Pionier war einer der ersten Mitarbeiter der nordkalifornischen Animations-Schmiede. Er schrieb an den Drehbüchern für alle „Toy Story“-Filme mit. Als Regisseur von „Findet Nemo“ und „WALLE - Der Letzte räumt die Erde auf“ holte er zwei Oscars für den besten Animationsfilm.

Lilypad wird in „Toy Story 5“ aber nicht als Bösewicht abgestempelt. Sie wollten niemanden belehren oder Technologie verteufeln, sagt Produzentin Lindsey Collins. Mit vielen witzigen Ideen und nostalgischen Rückblicken ist den Machern die Gratwanderung perfekt gelungen.

Jessie bringt geballte Energie und Tempo ins Spiel. Gleichzeitig führt die Story mit viel Herzschmerz zurück auf eine Ranch, wo die Puppe einst dem Mädchen Emily gehörte. Dort macht das Cowgirl eine Entdeckung, die viele Zuschauer zu Tränen rühren dürfte. Zum Lachen sind eine Reihe neuer Charaktere, darunter das Hausschwein Jimmy Dean und Smarty Pants, ein altmodisches Elektronikspielzeug in Form einer Klopapierrolle, das zum Töpfchentraining diente.

Neu dabei ist auch ein pferdebegeistertes Mädchen namens Blaze, das den Pixar-Trickkünstlern viel abverlangte. „Für Blaze, mit der sehr lockigen, wilden Frisur, mussten wir in die Trickkiste greifen“, sagt Thomas Moser aus Stetten am kalten Markt (Baden-Württemberg), den es vor 15 Jahren zu Pixar verschlug.

Dort arbeitete er unter anderem schon an Hits wie „Alles steht Kopf“, „Merida“ und „Die Unglaublichen 2“ mit. Die Simulationsabteilung steht in der Produktionspipeline am Computer gleich hinter der Animation. Sein Team arbeitet am Computer daran, dass sich etwa Haare, Kleidung und Stoffe richtig bewegen. Verglichen mit früheren Filmen könnten sie nun viel mehr Details und Genauigkeit liefern, erklärt Moser.

Technisch brillant ist gleich der Auftakt mit 50 Buzz-Lightyear-Spielzeugen, die auf einer Insel gestrandet sind und später wie ein Bienenschwarm durch die Luft sausen. Technisch eine große Herausforderung, räumt VFX-Supervisor Thomas Jordan ein. „Beim ersten Versuch, 50 Buzz Lightyears zu laden, stürzte der Computer sofort ab“, berichtet der langjährige Leiter für visuelle Effekte. Das Team musste den komplexen Vorgang in kleinere Schritte aufbrechen, um den Masseneffekt zu erzeugen.

Das Pixar-Kunststück legte Mitte Juni an den US-Kinokassen mit rund 160 Millionen Dollar prompt einen Traumstart hin. Der fünfte Teil übertraf an seinem Eröffnungswochenende alle „Toy Story“-Vorgänger. Mit US-Mega-Star Taylor Swift hatte sich ein prominenter Fan bei der Premiere in Los Angeles für die Fortsetzung kräftig ins Zeug gelegt. „Es bedeutet mir unglaublich viel, ein kleiner Teil des Universums dieser Filme zu sein“, sagte die Sängerin. Der neue Teil sei „ein Meisterwerk“. Swift lieferte den Original-Song „I Knew It, I Knew You“ zum Film.

„Ich habe schon immer davon geträumt, für diese Charaktere schreiben zu dürfen, die ich vergöttere, seitdem ich als Fünfjährige den ersten „Toy Story“-Film gesehen habe“, schwärmte die Sängerin bei der Ankündigung im Juni auf Instagram.

Verwendete Quellen: Barbara Munker, dpa