Tochter und Enkel gehen leer ausLetzter Wille enthüllt! Warum Ingrid van Bergen ihre Familie enterbte

Ingrid van Bergen bei einer Aufzeichnung des MDR im  Oktober 2021
Ingrid van Bergen enterbte ihre Familie.
Foto: Geisler-Fotopress/Bartilla

Ihr letzter Wille könnte deutlicher kaum sein.
Fast ein Jahr nach dem Tod von Ingrid van Bergen ist bekannt geworden, wie die ehemalige Dschungelkönigin ihr Erbe geregelt hat. Tochter Andrea und ihre Enkel sollen nichts bekommen. Stattdessen bedachte die Schauspielerin eine Frau, die sie seit Jahrzehnten begleitete – und die sie einst an einem außergewöhnlichen Ort kennenlernte: im Gefängnis.

Ingrid van Bergen: „Meine Tochter und Enkel enterbe ich“

In den 1950er- und 1960er-Jahren zählte sie zu den populärsten deutschen Filmstars: Ingrid van Bergen. Nun wurde das Testament der im vergangenen Jahr Verstorbenen eröffnet, wie die Bild berichtete.
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In dem schon 2009 handschriftlich verfassten Dokument findet van Bergen deutliche Worte gegen ihre Familie: „Meine Tochter Andrea, die sich seit Jahrzehnten nicht um mich kümmert und auch die Enkel enterbe ich.“

Als Alleinerbin setzt sie eine Frau ein, die sie 1977 in Haft kennenlernte: „Im Falle meines Todes oder Verlustes meiner geistigen Kräfte durch Unfall oder Krankheit verfüge ich, dass mein Eigentumsanteil am Anwesen in Eyendorf in den Besitz von Sieglinde Schnitzler in München übergeht. Ebenso alles bewegliche und unbewegliche Inventar sowie meine Tiere.“

Ingrid van Bergen findet Freundschaft hinter Gittern

Van Bergen und Schnitzler lernten sich im Frauengefängnis Aichach kennen. Beide waren wegen eines Tötungsdelikts aus Eifersucht inhaftiert: Linda Schnitzler hatte die Geliebte ihrer Freundin erschossen. Ingrid van Bergen hatte ihren Geliebten Klaus Knaths getötet. Aus der Begegnung hinter Gittern entstand eine enge Freundschaft, die bis zu van Bergens Tod hielt.

Als beide 1981 wieder frei waren, arbeitete Schnitzler als Taxifahrerin in München. Van Bergen stand dagegen vor großen finanziellen Problemen. Sie hatte hohe Schulden, weil der Freistaat Bayern Schadenersatz an die Witwe und die Kinder von Klaus Knaths vorgestreckt hatte. Diese Summe musste van Bergen zurückzahlen.

Nach Informationen der Bild belief sich der Betrag – umgerechnet auf die heutige Währung – auf rund 200.000 Euro. Schnitzler half ihrer Freundin und zahlte die Schuld damals in monatlichen Raten ab.

„Aber für mich selbstverständlich“, sagte Schnitzler im Gespräch mit Bild. „Ingrid war meine liebste Freundin, und sie hat nach der Haft lange kein Filmangebot bekommen.“

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Schnitzler pflegte ihre Freundin

Auch Jahre später stand Schnitzler van Bergen bei: Vor fünf Jahren gab sie ihr Leben in München auf und zog zu ihr nach Niedersachsen, nachdem van Bergen zum Pflegefall geworden war. Schnitzler erklärte ihre Rolle als Alleinerbin mit dieser langjährigen Freundschaft und ihrer Pflege: Van Bergen habe ihr zum Dank das gesamte Erbe hinterlassen.

Das Haus, das im Testament erwähnt ist, soll rund 450.000 Euro wert sein. Zur Hälfte gehörte es Schnitzler bereits. Van Bergen hinterließ zudem Erinnerungsstücke und den Mopsrüden Rocky.

Verwendete Quellen: Bild

Dieser Artikel erschien zuerst bei stern.de. Der stern ist Teil von RTL Deutschland.