Verhandlung im FebruarVor Berufungsprozess: Neue Anwälte für Marius Borg Høiby

Marius Borg Høiby wird im Februar 2027 wieder vor Gericht stehen.
Marius Borg Høiby wird im Februar 2027 wieder vor Gericht stehen.
ddp/DPPA

Mehrere Monate vor Beginn des Berufungsverfahrens im Fall Marius Borg Høiby hat der Sohn von Norwegens Königin Mette-Marit seine Anwälte ausgetauscht. Diese wollen unter anderem neue Zeugen aufrufen.

Im Juni wurde Marius Borg Høiby (29) zu vier Jahren Haft verurteilt, jetzt hat er neue Anwälte. Der älteste Sohn von Königin Mette-Marit von Norwegen (53) bereitet sich auf einen Berufungsprozess vor. Bevor die Verhandlung im kommenden Jahr ansteht, hat Høiby seinen Rechtsbeistand ausgetauscht. Das bestätigt die nun zuständige Kanzlei in einer Pressemitteilung.

Die Rechtsanwälte Alexander Greaker und Daniel Storrvik übernehmen die Verteidigung des 29-Jährigen. Høiby wolle sich bei seinen bisherigen Verteidigern Petar Sekulic und Ellen Holager Andenæs, den weiteren Anwälten und den Mitarbeitenden der anderen Kanzlei bedanken.

Neue Beweise und Zeugen

Im Detail haben sich die neuen Anwälte noch nicht zu dem Fall geäußert, sie deuten jedoch bereits einige Schritte an. Høiby soll laut einem Bericht der Zeitung "Verdens Gang" Greaker schon kontaktiert haben, als er vor rund zwei Jahren festgenommen wurde. Der Anwalt übernahm damals aber nicht.

Im Gespräch mit der Zeitung erklärt Greaker, dass es vollkommen üblich sei, dass Angeklagte die Verteidigung wechseln, etwa um neue Perspektiven zu bekommen oder andere Strategien zu verfolgen. Das neue Anwaltsteam habe gerade erst mit der Arbeit begonnen, könne allerdings bereits sagen, dass weitere Beweise vorgelegt und neue Zeugen vernommen werden sollen.

Die Rede ist davon, dass diese ein neues Licht auf die Beziehung zwischen Høiby und dessen früherer Partnerin Nora Haukland (29) werfen sollen. Deren Anwältin Heidi Reisvang habe auf Nachfrage erklärt, dass sie nicht wisse, auf welche Zeugen sich Høibys neue Verteidiger beziehen könnten.

Erster Verhandlungstag im Februar 2027

Høiby war im Juni wegen zweier Vergewaltigungen nach norwegischem Recht, häuslicher Gewalt und weiterer Straftaten zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Gegen die Verurteilung wegen der beiden Vergewaltigungen sowie der Misshandlung seiner Ex-Partnerin hatte er Berufung eingelegt. Der Prozess vor dem Berufungsgericht Borgarting soll am 9. Februar 2027 beginnen. 16 Tage sind für die Verhandlung angesetzt.

Marius Borg Høiby gehört zwar zur Königsfamilie, ist allerdings kein offizielles Mitglied des Königshauses. Er stammt nicht aus der Ehe von Mette-Marit mit dem heutigen König Haakon VIII. (53), sondern aus einer früheren Beziehung.