Ab 1. Oktober im Kino"Verity": Welche Wahrheit offenbart die Bestseller-Verfilmung?

Seit Jahren diskutieren Fans über das Ende von "Verity". Jetzt kommt der Bestseller von Colleen Hoover auf die Kinoleinwand. Wird die Verfilmung des Psychothrillers Antworten liefern?
Colleen Hoover (46) ist berühmt für ihre Liebesdramen und genießt bei ihren Fans nicht umsonst den Titel "Queen of Romance". Doch mit "Verity" beschritt die Erfolgsautorin von "Nur noch ein einziges Mal" einen ganz anderen Weg und schrieb einen psychologischen Thriller, der fast acht Jahre nach seinem Erscheinen noch immer für Diskussionen in der Leserschaft sorgt.
Am 1. Oktober kommt die Verfilmung unter dem Titel "Verity - Dunkle Geheimnisse" mit Anne Hathaway (43), Dakota Johnson (36) und Josh Hartnett (48) in den Hauptrollen in die deutschen Kinos. Können Fans auf Antworten hoffen oder wirft der Streifen gar neue Fragen auf?
Darum geht es in "Verity"
Die Autorin Lowen Ashleigh (Johnson) bekommt ein lukratives Angebot: Sie soll die Erfolgsreihe der gefeierten Thrillerautorin Verity Crawford (Hathaway) zu Ende schreiben. Nach einem Autounfall ist Verity in einem apathischen Zustand und kann weder laufen noch sprechen. Ihr Ehemann Jeremy (Hartnett) lädt Lowen in das Haus der Crawfords ein, damit sie sich umfassend in Veritys Arbeitszimmer mit deren Romanen auseinandersetzen kann. Dort findet sie ein Manuskript zu einer Autobiografie, das grausame Taten aufdeckt, die hinter den tragischen Schicksalsschlägen stecken, die die Familie in den vergangenen Monaten durchlebt hat.
Zudem spielen sich unheimliche Dinge im Haus der Crawfords ab, die Lowen zunehmend an ihrem Verstand zweifeln lassen. Gleichzeitig entwickelt sie Gefühle für Jeremy und bleibt schon allein seinetwegen im Haus.
Wird das mehrdeutige Ende eindeutig?
Verity leitet sich von dem lateinischen Wort "veritas" ab, was Wahrheit bedeutet. Getreu diesem Titel dreht sich "Verity" um unterschiedliche Versionen der Wahrheit, Manipulation und die Frage, was und wem man glauben will. Am Ende des Romans werden Lowen und die Leserschaft mit mehreren möglichen Wahrheiten zurückgelassen. Die Entscheidung, welche sie für wahr halten, bleibt ihnen selbst überlassen.
Bis heute diskutieren Fans darüber und haben verschiedenste Theorien aufgestellt. 2022 legte Hoover mit einem Epilog nochmal nach. Das nachgereichte Bonuskapitel, das sechs Monate nach dem Ende des Romans ansetzt, wirft ein anderes Licht auf das Geschehen - und damit auch neue Fragen auf.
Das mehrdeutige Ende sei bei der Verfilmung eine der größten Herausforderungen gewesen, sagte Hoover im Gespräch mit der "Today Show". "Ich habe etwa sieben verschiedene Enden gesehen", so die Autorin. Doch letztendlich seien sich alle Beteiligten einig gewesen, für welches man sich entscheidet.
Wem will man glauben?
Anne Hathaway beschreibt die Handlung des Films in einem Interview als eine "Spiegel-Strategie". "Man schaut in einen hinein, denkt, man sieht etwas, dabei reflektiert es nur etwas anderes", so die Schauspielerin in einem Video von "Extra", das auf YouTube veröffentlicht wurde. Hathaway ist der Meinung, es gehe in dem Film weniger darum, zu hinterfragen, was man sieht, sondern darum, sich die Frage zu stellen, "warum man dazu tendiert, manchen Menschen mehr zu glauben als anderen".
In der Titelrolle als Verity Crawford kann die Oscarpreisträgerin eine enorme Bandbreite der Schauspielkunst zum Besten geben - ob nun komatös, liebevoll oder doch kaltblütig. Allein das könnte den Kinobesuch schon wert sein. Heraus kommt man vielleicht mit Antworten, neuen Erkenntnissen oder einer bislang ungeahnten Theorie.
(sv/spot)


