„Ich hatte so düstere Gedanken”Beruf, Baby, Corona: Isabell Horn packt über drei depressive Phasen aus

Isabell Horn im RTL-Interview
Isabell Horn versuchte vor einiger Zeit, nach Schweden auszuwandern.
RTL

Es kam eins zum anderen!
Die Geburt ihres ersten Kindes, berufliche Veränderungen und die Corona-Pandemie haben Schauspielerin Isabell Horn in depressive Phasen versetzt. Jetzt bricht sie ihr Schweigen darüber und erzählt in einem Podcast, wie schlecht es ihr in dieser Zeit wirklich ging und wie sie sich Hilfe sucht.

Phasen kamen durch private und berufliche Umbrüche

Schauspielerin Isabell Horn (42) kämpft seit Jahren gegen Depressionen. In einer neuen Folge des Podcasts „Raus aus der Depression” von ARD Gesund und der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention blickt sie auf drei depressive Phasen in ihrem Leben und deren Auslöser zurück. Wie Horn, die ihren Durchbruch mit „Gute Zeiten, schlechte Zeiten” feierte, im Gespräch mit Entertainer Harald Schmidt (68) und Psychiater Prof. Ulrich Hegerl erzählt, seien die Episoden durch berufliche Umbrüche, die Geburt ihrer Tochter sowie die Corona-Pandemie ausgelöst worden.

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Den ersten Tiefpunkt erlebte sie, als ihr Vertrag bei „GZSZ” nicht verlängert wurde. „In den schlimmsten Phasen, da hab’ ich nicht mal geschafft, mir irgendwie die Haare zu waschen oder einkaufen zu gehen”, erzählte die zweifache Mutter offen. „Ich lag nur im Bett, ich konnte auch nichts essen. Ich hatte so düstere Gedanken und dann hat mir tatsächlich mein Ex-Freund trotz Trennung geholfen.” Denn er verschaffte ihr eine Behandlung in einer psychotherapeutischen Praxis.

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Vier Jahre später, mit der Geburt ihrer Tochter 2017, traf sie eine Wochenbett-Depression. Während der Corona-Pandemie folgte dann die dritte depressive Phase. „Ich war sehr dankbar, meinen Mann an meiner Seite zu haben. Der hat das mit den Kindern und dem Haushalt gewuppt”, betonte Horn. Keine leichte Zeit für die Familie, zu der inzwischen auch noch ein Sohn hinzugekommen war. Zu der Zeit waren auch die Kindergärten geschlossen, ihr Partner musste arbeiten. „Wir haben den Kindern erklärt ‘Mama geht es gerade nicht so gut, sie ist krank und braucht viel Ruhe’. Aber es hat die ganze Familie schon sehr belastet.”

Hilfe annehmen fiel ihr schwer

Es sei für sie „wahnsinnig schwierig” gewesen, sich „so zu zeigen”. Denn eigentlich sei sie eine Frohnatur. „Ich bin eine Macherfrau und ich möchte funktionieren. Und da habe ich wirklich gemerkt, es geht nichts mehr.” Derzeit gehe es ihr aber gut. „Ich habe das Gefühl, ich bin auf einem guten Weg. Sollte es so sein, dass ich mal wieder in eine depressive Phase rutsche, weiß ich jetzt, es gibt einen Weg da raus und ich habe keine Scheu, mir Hilfe zu holen.”

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Damit möchte sie auch anderen Betroffenen Mut machen. Ihr selbst sei es zunächst auch „wahnsinnig schwer” gefallen, Hilfe anzunehmen. Sie habe sich schlecht gefühlt, weil vermeintlich alle anderen um sie herum funktionieren könnten, nur sie nicht. Doch es sei wichtig, sich Hilfe zu holen. Dafür müsse man sich nicht schämen.

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Von Schweden zurück nach Deutschland

Isabell Horn hat über ihre Erfahrungen mit der Krankheit bereits ein Buch geschrieben. „Bleibt das jetzt so? Die Depression, mein unperfektes Leben und ich” erschien im September 2022. Bekannt wurde sie durch ihre Rolle der Pia Koch in „Gute Zeiten, schlechte Zeiten” (2009-2014 sowie 2015). Auch in der RTL-Serie „Alles was zählt” (2015-2016) war sie zu sehen. Von 2020 bis Anfang 2024 war sie dann Teil der ZDF-Serie „Bettys Diagnose”. Auf ihrem Instagram-Account gibt sie inzwischen mehr als 230.000 Followern Einblicke in ihr Leben. Zuletzt machte sie auch privat wechselreiche Zeiten durch. Im Sommer 2023 zog sie mit ihrem Partner Jens Ackermann und den beiden gemeinsamen Kindern nach Schweden. Nach eineinhalb Jahren kehrte die Familie dann wieder nach Berlin zurück, um wieder näher bei Verwandten und Freunden zu sein. (ae/spot, pba)

Hier findet ihr Hilfe in schwierigen Situationen

Solltet ihr selbst von Suizidgedanken betroffen sein, sucht euch bitte umgehend Hilfe. Versucht, mit anderen Menschen darüber zu sprechen! Das können Freunde oder Verwandte sein. Es gibt aber auch die Möglichkeit, anonym mit anderen Menschen über eure Gedanken zu sprechen. Das geht telefonisch, im Chat, per Mail oder persönlich. „Wenn ihr schnell Hilfe braucht, dann findet ihr unter der kostenlosen Telefon-Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 Menschen, die euch Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.

Verwendete Quellen: Spot on News