Musiker wurde vor Kurzem 77 Jahre altPeter Maffay: "Ich denke darüber nach, wie viel Zeit mir noch bleibt"

Peter Maffay hat eine siebenjährige Tochter.
Peter Maffay hat eine siebenjährige Tochter.
IMAGO/BREUEL-BILD

Peter Maffay ist vor wenigen Wochen 77 Jahre alt geworden. In einem gemeinsamen Interview mit Johannes Oerding spricht der Musiker offen über das Älterwerden, das Leben mit seiner siebenjährigen Tochter und darüber, wie sich seine Prioritäten im Laufe der Jahre verändert haben.

Peter Maffay (77) beschäftigt sich zunehmend mit der Frage, wie viel gemeinsame Zeit ihm noch mit seiner Familie bleibt. Das erzählt der Musiker in einem gemeinsamen Interview mit Johannes Oerding (44) für den "Stern". Sein Alter lässt ihn dabei keineswegs kalt. Die Zahl 77 sei für ihn "sehr elektrisierend", sagt Maffay.

Natürlich wisse er, dass er sich inzwischen "im letzten Viertel" seines Lebens befinde. "Ich denke darüber nach, wie viel Zeit mir noch mit den Menschen bleibt, die mir viel bedeuten", erklärt der Sänger. Dabei hätten sich seine Prioritäten deutlich verschoben. Dinge, die früher wichtig gewesen seien, rückten inzwischen in den Hintergrund.

Besonders deutlich macht Maffay das an seiner siebenjährigen Tochter Anouk. Früher sei er "an irgendeiner Whiskyflasche hängen geblieben", erzählt der Rockstar rückblickend. Diese Zeiten seien vorbei. Heute sei es "eine andere Nummer", an der sein Herz hänge: seine Tochter, die ihm abends "Papa, gute Nacht" sage. Sein Fazit fällt eindeutig aus: "Da verblasst jeder Whisky."

Ihre verstorbenen Väter verbinden Maffay und Oerding

Auch in der Freundschaft zwischen Maffay und Oerding spielt das Thema Familie eine besondere Rolle. Nach dem Tod ihrer Väter tauschten sich die beiden Musiker intensiv über ihre Erfahrungen aus und erzählten sich gegenseitig "Vater-Sohn-Storys", wie Oerding berichtet. Diese Gespräche hätten ihnen auch beim gemeinsamen Musizieren geholfen.

Aus dieser Verbundenheit entstand auch eine besondere musikalische Zusammenarbeit. Für Maffays Lied "Wenn wir uns wiedersehen", das dieser seinem damals im Sterben liegenden Vater widmete, schrieb Oerding den Text. Er habe dafür Worte gefunden, die sehr persönlich gewesen seien, ohne ins Kitschige abzurutschen, lobt Maffay seinen Kollegen.

Maffay und Oerding verbindet inzwischen nicht nur ihre Freundschaft, sondern auch ein gemeinsames musikalisches Projekt. Für das Album "Nashville", das am 2. Oktober erscheinen soll, gingen die beiden in den USA gemeinsam ins Studio. Im berühmten Blackbird Studio mussten sie am ersten Tag allerdings mit einem kleineren Aufnahmeraum vorliebnehmen. Der Grund war prominent: Wie Oerding erzählt, sollte zeitgleich Taylor Swift dort Aufnahmen machen.

Auch Politik kommt zur Sprache

Zum Ende des Gesprächs kommen Maffay und Oerding auch auf die politische Lage zu sprechen. Maffay sieht in den Wahlerfolgen der AfD auch eine Folge von Versäumnissen der etablierten Parteien. Diese hätten teilweise die Verbindung zu den Menschen verloren und deren Sorgen nicht ernst genug genommen. Zugleich betont er, Künstler sollten ihre Haltung nicht verstecken und müssten auch Gegenwind aushalten können.

Oerding erklärt seinerseits mit Blick auf die Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt, diese entsprächen zwar nicht seiner eigenen politischen Haltung, demokratische Entscheidungen müsse man aber akzeptieren. Er plädiert dafür, wieder stärker miteinander ins Gespräch zu kommen.