Tapfer trotz Schwindel und Schweißausbrüchen„Ich muss mich gleich hinsetzen!“ Patrice Aminati erleidet Schwächeanfall im Interview

von Jasmin Raziorrouh

Sie will stark sein, sie will raus – doch ihr Körper macht nicht immer mit.
Patrice Aminati zeigt sich bei einem Event in München ungewohnt offen. Mitten im Gespräch passiert dann aber etwas, das allen nahegeht.

Mit neuem Look zum Event

„Ich hab’ gesagt, ich möchte mal Veränderung, was anderes, was anderes.“ Mit neuer Energie und brauner Perücke erscheint Patrice Aminati am Abend bei einer Shoperöffnung in München. Sie hat sich sogar mit Selbstbräuner vorbereitet: „Jetzt hab’ ich mir noch schnell mit Selbstbräuner alles angemalt, damit ich mich heute gesund, fit, schön fühle.“ Doch der Moment kippt schneller als ihr lieb ist.

Schwächeanfall mitten im Interview

Kaum hat sie diese Worte ausgesprochen, wird ihr plötzlich schwindelig. „Ich merke auch: Ich muss mich gleich mal hinsetzen.“ Die 30-Jährige bleibt stehen, sucht Halt. Wir nehmen sie zur Seite. Patrice spürt die Erleichterung. Hinsetzen will sie sich zunächst nicht, stattdessen stellt sie sich an ein Pult, an dem sie sich abstützen kann. „Ich dachte mir, ich ziehe durch, aber bevor ich euch hier umkippe“, sagt sie offen.

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Die Krankheit ist ihr unsichtbarer Begleiter

Der Grund für den plötzlichen Schwächeanfall sind die starken Medikamente. Patrice Aminati leidet an schwarzem Hautkrebs. Die Nebenwirkungen sind Teil ihres Alltags. „Nur weil man es jemandem nicht ansieht, innerlich sieht’s ganz anders aus“, erklärt sie. Und trotzdem kämpft sie sich durch solche Abende. Für sie zählt jeder Moment außerhalb der eigenen vier Wände. Dass sie dabei Unterstützung bekommt, bedeutet ihr viel. „Wenn das die Erinnerung an den schönen Abend ist, dass man jemandem die Hand hält, dass man zusammen ist, das macht uns Menschen doch aus“, sagt sie später.

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Ihre Tochter weiß nichts von der Krankheit

Besonders emotional wird es, wenn Patrice über ihre Familie spricht. Ihre Tochter ist drei Jahre alt – und ahnt nichts von der Erkrankung. „Jetzt wird sie bald vier, und wenn es mir schlecht geht, sage ich: Mama ist müde, Mama ruht sich heute ein bisschen aus“, erzählt sie. Gemeinsam puzzeln sie, verbringen ruhige Zeit miteinander. Doch die Gedanken an die Zukunft lassen sie nicht los: „Aber vor dem Tag fürchte ich mich, ihr das erklären zu müssen: Mama hat Krebs. Also, soweit war es jetzt noch nicht.“

Dankbarkeit trotz schwerer Diagnose

Trotz allem verliert Patrice Aminati nicht ihren Blick für das Positive. Sie spricht offen über ihre neue Perspektive aufs Leben.
„Ich hab’ heute mit meiner Mama auf dem Balkon gesessen und habe gefragt: Waren wir schon immer so glücklich? Und da sagt sie: Nein, wir sind dankbarer.“ Für sie sind es die kleinen Dinge, die zählen. „Aber jetzt wissen wir, wie vergänglich das sein kann, der Moment, und für mich sind schmerzfreie Tage. Das ist so ein Geschenk, da danke ich dem lieben Gott.“ Ein Abend, der zeigt, wie viel Kraft in ihr steckt – und wie wichtig manchmal eine helfende Hand im richtigen Moment ist. (lgö)

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche