Nach Vorwürfen gegen Christian Ulmen Jetzt spricht Colliens Schwester! Darum warten so viele Frauen mit der Anzeige

Schauspielerin Collien Monica Fernandes bei der Aufzeichnung der WDR-Talkshow 'Kölner Treff' im WDR Studio BS 3. Die Schauspielerin hat ihren Ex Christian Ulmen nach Angaben des Spiegel angezeigt. Köln, 13.03.2026
Schauspielerin Collien Monica Fernandes macht ihrem Ex-Ehemann Christian Ulmen schwere Vorwürfe
picture alliance / Panama Pictures / Sascha Schuermann
von Julia Christin Schrader und Jacqueline Vetten

Professioneller Beistand für Collien Fernandes!
Nachdem die Vorwürfe von Collien Fernandes gegen ihren Ex-Ehemann Christian Ulmen eine öffentliche Debatte ausgelöst haben, meldet sich nun auch Elaine Fernandes, die Schwester der 44-Jährigen, zu Wort. Doch während sie sich privat nicht zum Fall ihrer Schwester äußern will, hat sie in ihrer Rolle als Psychotherapeutin einiges zu sagen.

Elaine Fernandes: „Die Anonymität macht die digitale Gewalt besonders belastend”

„Digitale Gewalt beginnt überall dort, wo digitale Technologien genutzt werden, um andere Menschen gezielt zu verletzen, zu kontrollieren oder einzuschüchtern”, erklärt Elaine Fernandes in einem schriftlichen Statement an RTL. Besonders häufig wären laut Studien Frauen von digitaler Gewalt betroffen. Die Folgen für die betroffenen Frauen, wie ihre Schwester, seien enorm. „Die Belastungen, die daraus entstehen, sind sehr vielfältig wie Angst, Stress, Schlafstörungen, Gefühle von Kontrollverlust und Ohnmacht, Rückzug aus sozialen Netzwerken oder der Öffentlichkeit und bei politischem Engagement, Selbstzweifel, Scham oder Schuldgefühle”, erklärt Elaine Fernandes. „Die Anonymität macht die digitale Gewalt besonders belastend. Viele Betroffene fühlen sich besonders hilflos, weil der Täter „unsichtbar“ und nicht greifbar ist.

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Im Gegensatz zur häuslichen Gewalt könne digitale Gewalt ihre Opfer „jederzeit und überall” stattfinden kann, sodass es für die Betroffenen keinen „sicheren Ort” gäbe. Ähnlich sei jedoch, dass Kontrolle und Macht in beiden Formen der Gewalt eine wichtige Rolle spielen.

Doch warum fällt es Betroffenen so schwer, sich Hilfe zu holen? Auch hier sind die Gründe laut Collien Fernandes’ Schwester vielfältig. „Viele Betroffene sind eingeschüchtert durch die Täter und haben Angst vor einer zunehmenden Aggressivität der digitalen Gewalt. Häufig spielen auch Scham und Selbstzweifel eine Rolle, beispielsweise, wenn Betroffene sich fragen, ob sie etwas falsch gemacht haben”, erklärt die Psychotherapeutin auf RTL-Anfrage. Außerdem hätten viele Opfer auch „mangelndes Vertrauen” in die Strafverfolgung. „Viele gehen davon aus, dass Anzeigen nichts bringen.”

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Die Psychotherapeutin rät den Opfern dennoch, „alle Beweise zu sichern, wie zum Beispiel Screenshots einschließlich Datum, Username, URL zu machen und alle Nachrichten und Kommentare zu speichern. Auf vielen Plattformen können auch eine interne Meldefunktion genutzt oder Accounts blockiert werden.” Außerdem sollten sich Betroffene digitaler Gewalt auf jeden Fall rechtliche Unterstützung suchen, um Anzeige zu erstatten. „Wichtig ist auch, Freund*innen und Familie miteinzubeziehen und sich gegebenenfalls auch therapeutische Unterstützung zu suchen”, so Elaine Fernandes.

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Das wirft Collien Fernandes ihrem Ex-Mann Christian Ulmen vor

Collien Fernandes hatte vor wenigen Tagen in einem Bericht des Spiegel schwere Vorwürfe gegen Ulmen erhoben. Sie wirft ihrem Ex-Ehemann vor, über Jahre hinweg Fake-Profile in ihrem Namen erstellt zu haben, um mit Hunderten von Männern in Kontakt zu treten und dabei auch pornografische Inhalte – teils KI-generierte Deepfakes – verbreitet zu haben. Fernandes erstattete dem Bericht zufolge Ende 2025 Anzeige in Spanien, dort hatten die beiden zuletzt gelebt. Die Vorwürfe sind dem Bericht zufolge unter anderem Anmaßung des Personenstands, öffentliche Beleidigung und Körperverletzung. Das Gericht habe „sogenannte Vorermittlungen eingeleitet”. Ob Anklage erhoben oder das Verfahren eingestellt werde, sei aktuell offen.

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Nach der Spiegel-Berichterstattung meldete sich Christian Ulmens Anwalt zu Wort. Prof. Dr. Christian Schertz vertritt die presserechtlichen Interessen des Schauspielers. Er teilte mit: „Die Berichterstattung ist nach summarischer Überprüfung aus mehreren Gründen rechtswidrig. Wir sind daher auch beauftragt, gegen den Spiegel rechtliche Schritte einzuleiten. Es handelt sich zum einen in großen Teilen um eine unzulässige Verdachtsberichterstattung. Zum anderen werden unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet. Wir bitten daher unbedingt, die Persönlichkeitsrechte von Herrn Ulmen zu beachten und von einer Übernahme einseitiger Vorwürfe Abstand zu nehmen.” Eine RTL-Anfrage ließ Rechtsanwalt Prof. Dr. Schertz zunächst unbeantwortet. Für Christian Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche