Zwei Filme stechen herausGolden Globes: "Michael" kein Musical, "Obsession" aber eine Komödie?

Die Macher von "Michael" (l.) und "Obsession" hoffen auf viele Golden-Globes-Nominierungen - aber in welchen Kategorien?
Die Macher von "Michael" (l.) und "Obsession" hoffen auf viele Golden-Globes-Nominierungen - aber in welchen Kategorien?
Glen Wilson/Lionsgate / © 2026 FOCUS FEATURES LLC. ALL RIGHTS RESERVED.

"Michael", das Biopic über den King of Pop, darf bei den Golden Globes nicht in der Sparte "Musical oder Komödie" antreten. Der schonungslose Horror-Hit "Obsession" aber schon? Das steckt hinter der Entscheidung.

"Michael", das Filmporträt über Michael Jackson (1958-2009), wird bei den Golden Globes am 10. Januar wohl nicht in der Kategorie "Musical oder Komödie" antreten. Wie gegenüber dem US-Branchenblatt "Variety" bestätigt wurde, hat die Organisation einen entsprechenden Antrag des Studios Lionsgate vorerst abgelehnt.

Damit ist der Film mit Jackson-Neffe Jaafar Jackson als King of Pop vorerst für die Drama-Sparte vorgesehen. Die Chancen auf einen Preis sind dort wesentlich geringer: "Michael" konkurriert unter anderem mit Christopher Nolans "Die Odyssee" und "La Bola Negra" von Los Javis.

Lionsgate kann noch Einspruch einlegen

Ganz vom Tisch ist das Thema laut des Berichts nicht. Lionsgate kann bis zum Ende der Einreichungsfrist am 30. Oktober Berufung einlegen, über die dann das Awards-Komitee der Globes befinden würde.

Maßstab ist eine veränderte Definition im Regelwerk. Demnach kann ein Musiker-Biopic sozusagen mehr Drama als Musical sein. Entscheidend ist, dass Songs zusätzlich zum gesprochenen Dialog eingesetzt werden, um die Handlung voranzutreiben. Ein Film voller Hits reicht also nicht aus.

Was "Ray" und "Walk the Line" damit zu tun haben

Biopics über Musiker sorgen bei den Globes schon länger für Probleme. Mitte der 2000er-Jahre traten "Ray" und "Walk the Line" noch in der Sparte "Musical oder Komödie" auf und gewannen Preise. Die Siege zogen jedoch eine Regeländerung nach sich: Seitdem müssen die Lieder die Erzählung tragen, statt nur als eigenständige Auftritte vorzukommen.

Die Folgen sind seither Jahr für Jahr zu sehen. "Bohemian Rhapsody", "Elvis" und "A Complete Unknown" wurden allesamt als Dramen eingereicht. "Michael" landet nun in derselben Kategorie, wenn auch nicht freiwillig.

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Horror-Hit "Obsession" kämpft als Komödie

Ein ganz anderer Film darf dagegen auf Trophäen in der Sparte "Musical oder Komödie" hoffen. Focus Features hat Curry Barkers "Obsession" in dieser Kategorie eingereicht und schickt damit Hauptdarstellerin Inde Navarrette in den Wettbewerb um den Preis als beste Komödien-Darstellerin.

Eine fragwürdige Entscheidung: Zwar weist der Film einige wenige Humor-Elemente auf. Im Kern erlebt das Publikum in dem Überraschungshit, der über 500 Millionen Dollar einspielte, aber den Horror einer Frau, der die Kontrolle über ihren eigenen Geist und Körper geraubt wird.

Solche taktischen Einreichungen gibt es bei den Golden Globes aber immer wieder. Mal wird ein Drama als Komödie verkauft, mal eine klare Hauptrolle als Nebenrolle eingereicht. Das Ziel ist klar: die Gewinnchancen verbessern.

(stk/spot)