Nächster Festival-BoykottNach Alphaville-Eklat! Weitere Stars sagen „Glücksgefühle” ab: „ZENSUR”

Jenny Elvers im Interview
Jenny Elvers empfindet keine Glücksgefühle mehr (Archivbild)
RTL

Der Streit um politische Botschaften beim „Glücksgefühle”-Festival HEUTE am Hockenheimring zieht immer weitere Kreise.
Nach Alphaville wollen nun auch DJ Beauty & the Beats und Jenny Elvers nicht mehr dabei sein. Beide finden deutliche Worte für die Veranstalter.

DJ Beauty & the Beats sagt Glücksgefühle-Festival ab: „Mundtot”

Der Wirbel um das Glücksgefühle-Festival am Hockenheimring geht weiter. Nachdem Alphaville ihren Auftritt abgesagt haben, zieht nun auch DJ Beauty & the Beats Konsequenzen: Er will nicht mehr bei dem Festival auftreten.

Auslöser ist der Streit darüber, ob Künstler auf der Bühne politische Botschaften äußern dürfen. Veranstalter Markus Krampe hatte Alphaville zuvor gebeten, bei ihrem Auftritt nicht über Politik zu sprechen. Hintergrund seien frühere Äußerungen von Sänger Marian Gold gewesen, die bei Besuchern für Unmut und Beschwerden gesorgt hätten. Der 72-Jährige äußerte sich wiederholt kritisch zur AfD.

Beauty & the Beats kritisiert die Festival-Macher ebenfalls scharf: Sich für Demokratie, Vielfalt und Menschenrechte sowie gegen Rechtsextremismus auszusprechen, habe „absolut nichts mit Politik zu tun, sondern ist einfach ganz normale Zivicourage“, schreibt der DJ bei Instagram. Er spricht von einem Versuch, Künstler mundtot zu machen.

Auch Jenny Elvers boykottiert das Festival: „ZENSUR”

Und damit nicht genug: Auch Jenny Elvers will nach eigenen Angaben nicht mehr zum Glücksgefühle-Festival kommen. Bei Instagram erklärt sie, eigentlich am Freitag als Gast bei der Veranstaltung eingeplant gewesen zu sein.

Sie äußere sich zwar nur selten politisch, stehe aber „aus tiefster Überzeugung für Meinungsfreiheit, Toleranz und Offenheit“. Dass eine Veranstaltung versuche, einer Band vorzuschreiben, was sie auf der Bühne sagen dürfe, sei für sie nicht akzeptabel.

Elvers spricht sogar von „ZENSUR“ und stellt sich ausdrücklich hinter Alphaville. „KUNST WAR NIE UNPOLITISCH – und Sie wird es auch niemals sein“, schreibt sie in ihrem Statement.

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Alphaville lehnt neue Einladung trotzdem ab

Der Streit hatte sich ursprünglich an Alphaville entzündet. Marian Gold hatte sich in der Vergangenheit gegen rechtsradikale Tendenzen sowie für Freiheit, Toleranz und Demokratie ausgesprochen. Weil die Band sich solche Aussagen auf der Bühne nicht untersagen lassen wollte, wurde sie zunächst ausgeladen.

Später ruderten die Veranstalter zurück, bezeichneten das Vorgehen als Fehler und luden Alphaville erneut ein. Doch die Band entschied sich trotzdem gegen einen Auftritt beim Glücksgefühle-Festival.

Mit Beauty & the Beats und Jenny Elvers schließen sich nun weitere Künstler und Prominente dem Protest an. Damit wird aus dem ursprünglichen Streit um einen einzelnen Auftritt zunehmend eine Grundsatzdebatte über Meinungsfreiheit und politische Haltung auf Festivalbühnen.

Verwendete Quelle: RTL/ Statement Jenny Elvers/ dpa