Der "Man in Black" hat GeburtstagTommy Lee Jones wird 80: Der liebste Griesgram von Hollywood

Tommy Lee Jones hat eines der markantesten Gesichter Hollywoods. Zuletzt sah man es jedoch nicht mehr auf der Leinwand - was auch an einem Schicksalsschlag lag.
Welche von Tommy Lee Jones (80) verkörperte Figur einem auch in den Sinn kommt - irgendwie hat man den Star, der am 15. September 80 Jahre alt wird, seit jeher als den kauzigen, vom Leben gezeichneten Mann mit tiefen Falten und altersweisem Blick in Erinnerung. Diese Augen, die pure Autorität ausdrücken, mitunter aber etwas entnervt zu sagen scheinen: "Lass gut sein, Jungspund!" Und doch blitzt bei den meisten seiner Rollen auch Empathie und Güte in ihnen auf - die personifizierte harte Schale mit weichem Kern eben.
Zu beobachten ist das in all seinen größten Erfolgen: Ob an der Seite von Will Smith in der "Men in Black"-Reihe, als abgebrühter Cop in "Auf der Flucht", oder in der meisterhaften Roman-Verfilmung "No Country For Old Men". Gerade der letztgenannte Film ist angesichts des 80. Geburtstages des Darstellers hoffentlich nur eine Redewendung - vom alten Eisen ist Tommy Lee Jones definitiv noch nicht. Dass es zuletzt still um den Star geworden ist, hatte vielmehr mit einer schrecklichen Familientragödie zu tun.
Einser-Schüler mit berühmtem Mitbewohner
Jones wurde am 15. September 1946 als Sohn eines Ölarbeiters und einer Polizistin im texanischen San Saba geboren. Seine Vorfahren sind sowohl schottischen als auch irischen Ursprungs. Besonders interessant ist aber eine seiner Großmütter. Sie gehörte den Angaben des Schauspielers nach dem indigenen Volk der Cherokee an. Wohl auch deshalb übernahm Jones 2003 im Film "The Missing" die Rolle des Wahl-Indianers Chaa-duu-ba-ist-iidan.
Schulisch konnte sich Jones rasch für die Elite-Universität Harvard qualifizieren. Dort erhielt er nicht nur ein Stipendium für sein Anglistik-Studium, das er 1969 cum laude abschloss, er hatte auch einen berühmten Zimmergenossen. Gemeinsam mit dem einstigen Kandidaten für das Amt des US-Präsidenten, Al Gore, teilte sich Jones in Harvard eine Bude.
In jungen Jahren standen Jones unzählige Türen offen. So hatte der talentierte Football-Spieler die Möglichkeit, als Profi bei den Dallas Cowboys anzuheuern. Doch Jones entschied sich gegen die Sportlerkarriere. Bereits während des Studiums sammelte er erste Erfahrungen im Theater und sah darin offenbar eine Zukunft für sich - und er war nicht der einzige. Nur ein Jahr nach dem Uniabschluss war er im Streifen "Love Story" zu sehen, es folgten fünf Jahre in der Fernsehshow "Liebe, Lüge, Leidenschaft".
"And the Oscar goes to..."
Tommy Lee Jones war in seinem Leben bereits vier Mal für einen Oscar nominiert. Erstmals 1992 als bester Nebendarsteller in "JFK - Tatort Dallas". Zwei Jahre später sollte es dann klappen: Für seinen Part als Deputy Marshal Sam Garard in "Auf der Flucht" wurde er als bester Nebendarsteller ausgezeichnet. Auch einen Golden Globe gab es für die Rolle. 2008 für seine Hauptrolle in "Im Tal von Elah" und 2013 als Nebendarsteller in "Lincoln" blieb es dagegen wieder bei der Oscar-Nominierung.
Heutzutage ist Jones' Rolle als miesgelaunter, aber ungemein cooler Special-Agent K in "Men in Black" Kult. Doch das erste Drehbuch gefiel dem Schauspieler ganz und gar nicht. Erst als der ausführende Produzent Steven Spielberg versprach, dass es noch einmal geändert wird, willigte Jones ein, neben Will Smith zu spielen. An seinem Co-Star hatte er dagegen überhaupt nichts zu kritisieren. Über Smith sagte er laut der Seite "DigitalSpy" vor vielen Jahren: "Will ist gütiger als jeder andere Mensch und er versprüht Freude. Er kommt ins Studio oder ans Set und stellt sicher, dass es jedem gut geht." Als diese Aussage getätigt wurde, lag Smiths Oscar-Schelle natürlich noch in weiter Zukunft.
Schon während der Dreharbeiten zum kunterbunten "Batman Forever", in dem Jones in Form des Schurken Two-Face seine bislang schrägste Rolle spielte, fand er hingegen keine lieben Worte für Co-Star Jim Carrey (Riddler). "Ich kann dein albernes Treiben nicht gutheißen", soll Jones seinem Kollegen bei einer Umarmung zugeraunt haben - mitsamt der Beteuerung, ihn zu hassen.
Persönlicher Schicksalsschlag und die Zukunft als Schauspieler
In den vergangenen drei Jahren war Tommy Lee Jones zwar nicht im Kino zu sehen - sein bis dato letzter Eintrag stammt von 2023 und hört auf den Namen "Krieg der Bestatter". Noch für dieses Jahr ist aber der Western "Angel and the Badman" mit ihm angekündigt. Weitere Filme in der Pipeline sind laut der Seite "IMDb" der Thriller "The Razor's Edge" mit James Franco und ein Streifen namens "Stoner" mit Casey Affleck.
Die größte Nachricht des Jahres in Bezug auf Jones war dagegen eine ungemein tragische: Victoria Jones, die Tochter des Oscarpreisträgers, wurde am Neujahrstag im Alter von nur 34 Jahren tot aufgefunden. Einen Monat später teilte der Gerichtsmediziner mit, dass eine wohl versehentliche Überdosis Kokain die Todesursache war.
Es ist schwer vorzustellen, dass sich diese Tragödie fortan nicht in den ausdrucksstarken Augen von Tommy Lee Jones widerspiegeln wird.


