Wenn der Ur-Ur-Opa das wüsste ... Böser Erbstreit im deutschen Adel! Warum sich Fürst Carl-Eduard von Bismarck mit seinem Bruder um Millionen zofft

von Matthäus Ruffa und Theresa Maas

Es ist ein soap-reifer Erbstreit in höchsten Kreisen!
Fürst Carl-Eduard von Bismarck-Schönhausen (65) gegen seinen Bruder Graf Gregor von Bismarck (61). Es geht um das Imperium von Vater Ferdinand von Bismarck-Schönhausen (†2019) – und viel Geld. Wir haben jetzt Carl-Eduards Ehefrau, Fürstin Alessandra von Bismarck-Schönhausen, zum Interview getroffen. Sie verrät uns Details zum Zoff in einer der reichsten Dynastien Deutschlands und erhebt schwere Vorwürfe gegen ihren Schwager. Denn die Familie soll von ihm beim Erbe böse betrogen worden sein.

Ururenkel von Reichskanzler Otto von Bismarck zoffen sich

„Ein sehr dysfunktionales Ambiente. Voller tiefer Eifersucht und unvorstellbarer Boshaftigkeit” – so beschreibt Fürstin Alessandra von Bismarck-Schönhausen uns gegenüber die Situation der Familie Bismarck, als wir sie jetzt in Paris besuchen. Auch ihr Gatte Fürst Carl-Eduard von Bismarck-Schönhausen ist während des ganzen Interviews dabei. Der 65-Jährige zieht es allerdings vor, zu schweigen. Seine Ehefrau soll sein Sprachrohr in puncto Erbstreit sein.

Schon seit zig Jahren zieht sich der Zoff um den Millionen-Nachlass von Ferdinand Graf von Bismarck-Schönhausen. Im Mittelpunkt: die Ururenkel von Reichskanzler Otto von Bismarck – und sie zerfleischen sich öffentlich. Wie so oft, wenn ein Erbe zum Zankapfel wird, liegen die Verletzungen tiefer und in der Vergangenheit. Davor ist selbst eine der berühmtesten Dynastien Deutschlands nicht gefeit. Egal, um wie viel gestritten wird.

Laut Fürstin Alessandra von Bismarck-Schönhausen habe alles im Jahr 2011 angefangen. Damals sei ihr geistig schwerkranker Schwiegervater zum Notar geschleppt worden, um sein Vermögen gegen seinen Willen an seinen Sohn Gregor, den jüngeren Bruder ihres Mannes, zu übertragen. Doch in der Hinsicht gehen die Meinungen innerhalb der Familie auseinander. „Der Vorwurf ist unzutreffend: Unser Mandant hat seinen Vater zu keiner Zeit zum Notar gedrängt”, lässt uns der Anwalt von Gregor wissen.

Alessandra ist sich sicher: Hauschef Ferdinand ist vom Bruder ihres Mannes manipuliert worden. Auch diesen Vorwurf weist Graf Gregors Anwalt zurück und schreibt uns: „Sein Vater hat die Erbfolge aufgrund der Alkohol- und Drogensucht von Carl-Eduard geändert.” Ein Thema, über das die Fürstin nicht reden möchte.

Uneinigkeiten über das Testament von Fürst Ferdinand

Stattdessen erzählt sie uns weiter, dass Ferdinand das Getane schließlich rückgängig habe machen wollen. Das habe nicht geklappt. Mit Gregor gebe es keinen friedlichen Weg, so die Ehefrau von Carl-Eduard. Die Beziehung zwischen den beiden Bismarck-Brüdern sei absolut zerrüttet. Ferdinand habe demnach nur noch eine Lösung gesehen, um die Übertragung des Vermögens zu stoppen: Er verklagte seinen eigenen Sohn Gregor. „Ein Vater, der seinen eigenen Sohn vor Gericht zerrt – das ist meiner Meinung nach eine sehr ernste und schwerwiegende Angelegenheit”, sagt Alessandra.

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Vor Gericht sei es schließlich zu einer Einigung gekommen. Zudem gebe es ein Testament aus dem Jahr 2012, in dem Ferdinand alles gleichmäßig auf seine Kinder verteilt. Aber das sollte plötzlich nicht mehr gelten: 2014 sei ein Testament aufgetaucht, das Gregor plötzlich zum Gericht gebracht habe. Darin seien ihr Ehemann Carl-Eduard und sein Sohn Alexei nicht erwähnt worden, so Alessandra. Würde also dieses Testament gelten, wären beide aus dem Erbe raus. Trotzdem fechten sie es nicht an. Der Grund? Zu kompliziert.

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„Deswegen haben wir, hat Carl den Pflichtteil gefordert”, erklärt uns Alessandra. Und darum streiten sich die Brüder seit 2023 vor Gericht in Lübeck. Problem: Um den Pflichtteil zu berechnen, ist die Offenlegung der Vermögenswerte erforderlich. Und die Bringschuld dieser relevanten Dokumente liegt laut der Fürstin bei ihrem Schwager, Graf Gregor. Es gehe dabei nicht nur um Besitztümer in Deutschland, sondern auch in Spanien, in Frankreich, in Amerika und in Paraguay – ein Vermögen im Wert von Hunderten Millionen Euro. Heißt: Schon alleine der Pflichtteil wäre fett. Wie fett, möchte uns die Fürstin nicht verraten.

Klar ist: Das letzte Wort ist hier wohl lange noch nicht gesprochen. Die Fehde rund um die Millionen der berühmten deutschen Adelsfamilie scheint gerade erst auf ihrem Höhepunkt angekommen zu sein.

Verwendete Quellen: RTL