Entspannter Blick aufs ÄlterwerdenBruce Darnell: "Man sollte das Leben genießen - in jedem Alter"

Bruce Darnell spricht über seinen persönlichen Stil, kleine Eigenheiten und das Älterwerden. Mit 69 weiß der Entertainer genau, was ihm guttut - und warum Perfektion für ihn länger keine große Rolle mehr spielt.
Bruce Darnell (69) weiß inzwischen ziemlich genau, was zu ihm passt - und lässt sich dabei nur ungern von Trends leiten. "Wichtig ist, dass man herausfindet, was zu einem passt und worin man sich wohlfühlt", sagt der Entertainer im Gespräch am Rande eines Events von Coca-Cola light in Berlin.
Dass Trends nicht immer den persönlichen Vorlieben entsprechen, zeigt auch eine aktuelle YouGov-Umfrage des Unternehmens. Gerade bei ungewöhnlichen Getränkekombinationen greifen viele Befragte eher auf Vertrautes zurück, als sich von Social Media zum Ausprobieren verleiten zu lassen.
Darnell selbst bleibt dennoch gerne neugierig. Im Interview spricht er über seine persönlichen Vorlieben, seinen Stil - und darüber, warum er mit 69 gelassener auf das Älterwerden blickt.
Ob Gurkenwasser in der Coca-Cola light, Ube-Eis oder ein Espresso-Float: Sind Sie jemand, der gerne Neues ausprobiert, oder bleiben Sie lieber bei dem, was Sie kennen und mögen?
Bruce Darnell: Ich probiere sehr gerne neue Dinge aus. Man muss neugierig bleiben. Aber natürlich habe ich auch meine Klassiker, bei denen ich genau weiß: Das macht mich happy.
Wenn Bruce Darnell selbst ein Drink wäre - was müsste unbedingt hinein?
Darnell: Auf jeden Fall Coca-Cola light. Schön kalt, mit viel Eis und vielleicht etwas Zitrone.
Haben Sie einen kleinen Food- oder Drink-Spleen, von dem kaum jemand weiß?
Darnell: Wenn ich schwarzen Tee trinke, muss der wirklich kochend heiß sein. Nach zwei Schluck ist er mir meistens schon zu kalt - dann brauche ich einen neuen. Manchmal stehen am Set sechs oder sieben Tassen von mir verteilt herum. Da bin ich schon ein bisschen verrückt (lacht).
Und wie sieht es in der Küche aus - kochen Sie selbst gerne?
Darnell: Oh no, ich koche überhaupt nicht. Wenn ich Spaghetti koche, springen die wahrscheinlich aus dem Kochtopf. Kochen überlasse ich lieber den Menschen, die es können. Das ist für alle Beteiligten besser.
Sind Sie beim Essen eher diszipliniert oder können Sie auch richtig genießen und sich etwas gönnen?
Darnell: Natürlich kann ich genießen. Ich versuche, mich ausgewogen zu ernähren, aber ich verbiete mir nichts. Das Leben muss auch Spaß machen. Für mich ist die Balance wichtig.
Sie sind auch mit 69 Jahren noch sehr fit. Was tun Sie dafür - und wie viel Disziplin gehört dazu?
Darnell: Ich glaube, es sind die einfachen Dinge. Ich ernähre mich ausgewogen, bewege mich viel, gehe sehr gerne wandern und achte darauf, genug zu schlafen. Schlaf ist für mich unglaublich wichtig. Ich höre auf meinen Körper und versuche, gut mit ihm umzugehen.
Beim Geschmack gibt es kein Richtig oder Falsch. Gilt das für Sie genauso bei Mode und Stil?
Darnell: Absolutely. Für mich gibt es bei Stil kein Richtig oder Falsch. Man muss nicht jeden Trend mitmachen. Wichtig ist, dass man herausfindet, was zu einem passt und worin man sich wohlfühlt. Wenn man sich gut fühlt, strahlt man das auch aus.
Was raten Sie Frauen und Männern, die sich in Mode-Fragen schwertun und ihren eigenen Stil noch nicht gefunden haben?
Darnell: Ausprobieren. Man muss nicht sofort seinen perfekten Stil finden. Mode soll Spaß machen. Manchmal zieht man etwas an und denkt zuerst: "Oh no!" - und dann schaut man in den Spiegel und denkt: "Wow, I love it!" So findet man heraus, was wirklich zu einem passt.
Sie zeigen seit Jahren, dass Beauty und Styling längst keine reinen Frauenthemen mehr sind. Warum tun sich viele Männer damit trotzdem noch schwer?
Darnell: Ich glaube, viele Männer denken immer noch viel zu viel darüber nach, was sie dürfen und was nicht. Aber warum sollte ein Mann sich nicht für Mode, Beauty oder Pflege interessieren? Wenn ich mich pflege, mich gut anziehe und auf mich achte, mache ich das für mich. Man sollte keine Angst davor haben, sich gut zu fühlen und gut auszusehen.
Sind Sie mit zunehmendem Alter beim eigenen Aussehen gelassener geworden - oder schauen Sie heute sogar genauer hin?
Darnell: Ich bin gelassener geworden. Ich muss nicht perfekt sein, viel wichtiger ist für mich, dass ich mich wohlfühle. Ich möchte morgens in den Spiegel schauen und sagen können: "Yes, das bin ich und ich liebe mich, so wie ich bin."
Gibt es etwas am Älterwerden, das Sie heute viel positiver sehen als noch vor zehn oder 20 Jahren?
Darnell: Ich weiß, was ich möchte und auch, was ich nicht mehr brauche. Das ist eine große Freiheit. Man sollte nicht ständig versuchen, jünger zu sein. Man sollte das Leben genießen - in jedem Alter.
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