Veranstalter kontern „Maulkorberlass”-VorwürfeMarian Gold außer sich! Glücksgefühle-Festival schmeißt Alphaville kurzfristig aus Programm

Alphaville-Sänger Marian Gold ist außer sich – weil das Glücksgefühle-Festival ihn kurzfristig aus dem Programm geschmissen hat.
Alphaville-Sänger Marian Gold ist außer sich – weil das Glücksgefühle-Festival ihn kurzfristig aus dem Programm geschmissen hat.
picture alliance / Fotostand | Zeising

Erst die Vorfreude, dann die überraschende Absage!
Sie sollten eigentlich Tausende Fans auf dem Hockenheimring feiern lassen – doch jetzt fliegt Alphaville aus dem Programm! Der Grund: Die Veranstalter wollen keine politischen Äußerungen auf ihrer Bühne. Sänger Marian Gold reagiert mit einem heftigen Vorwurf – doch das Festival hält jetzt dagegen!

Nach kurzfristiger Absage! Alphaville-Sänger Marian Gold schießt gegen Glücksgefühle-Festival

Eigentlich sollte Alphaville am Freitag beim Glücksgefühle-Festival auf dem Hockenheimring auf der Bühne stehen. Doch daraus wird nichts. „Heute hat uns der Veranstalter das Konzert jedoch abgesagt“, schreibt Sänger Marian Gold bei Instagram. Besonders die Begründung macht ihn nach eigenen Worten „einigermaßen fassungslos“.

In seinem Post veröffentlicht der 72-Jährige auch einen Ausschnitt aus dem Absageschreiben. Demnach wollen die Veranstalter „keine politischen Themen oder Äußerungen jeglicher Art“ auf ihrer Bühne dulden und deshalb von einem Alphaville-Auftritt Abstand nehmen.

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Für Gold ist diese Vorgabe völlig inakzeptabel. Die Begründung gleiche aus Sicht der Band einem „Maulkorberlass – uns allen bestens bekannt aus Diktaturen“. Eine solche Einschränkung der Meinungs-, Rede- und Kunstfreiheit empfinde Alphaville als „absolut untragbar und erschütternd“.

Und der Sänger legt noch einmal nach: Die Ausladung sei ein „feindseliger und vollkommen unnötiger Akt“, der tief blicken lasse, „was das Demokratie- und Weltverständnis der Verantwortlichen des Glücksgefühle-Festivals betrifft“ – heftige Worte, die die Veranstalter jedoch nicht unkommentiert lassen.

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Glücksgefühle-Veranstalter kontern Vorwürfe des Alphaville-Sängers

Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur beziehen die Veranstalter des Glücksgefühle-Festivals deutlich Stellung: „Das Verhalten von Alphaville und Marian Gold ist inakzeptabel.“ Und sie legen nach: „Wir lassen uns nicht in irgendeine politische Ecke drängen und werden uns hier mit allen Mitteln wehren.“

Die Festival-Macher stellen klar, dass ihre Entscheidung nichts mit einer bestimmten politischen Richtung zu tun habe. „Unsere Bühne ist keine Plattform für politische Äußerungen.“ Das Glücksgefühle-Festival, das von Markus Krampe und Ex-Fußballnationalspieler Lukas Podolski organisiert wird, sei „komplett unpolitisch“. Dabei spiele es keine Rolle, ob Aussagen von rechts, links oder aus einer anderen politischen Richtung kämen.

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Alphaville und die Veranstalter des Glücksgefühle-Festivals haben eine Vorgeschichte

Offenbar schwelt der Streit schon länger. Nach Angaben der Veranstalter trat Alphaville in diesem Jahr bereits bei zwei anderen Events von ihnen auf. Beim ersten Konzert sei es zu „zahlreichen politischen Äußerungen von der Bühne“ gekommen.

Vor dem zweiten Auftritt habe man deshalb klar kommuniziert, dass politische Botschaften unerwünscht seien. Damals habe sich die Band an diese Vorgabe gehalten. Vor dem Glücksgefühle-Festival hätten die Veranstalter Alphaville noch einmal ausdrücklich daran erinnert.

Schließlich hatte sich Marian Gold bei Konzerten zuletzt vor dem Song „Carry Your Flag“ deutlich gegen rechtsradikale Tendenzen und für Freiheit, Toleranz und Demokratie positioniert. Diese Äußerungen hätten zu Diskussionen mit den Veranstaltern geführt, erklärt Bandmanager Christian Mielke der dpa. Welche Aussagen für die Veranstalter konkret zu weit gingen, bleibt offen.

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Keine Einigung, kein Auftritt! Darum haben sich die Veranstalter für eine Ausladung entschieden

Die Festival-Macher weisen jedoch ausdrücklich zurück, dass Golds persönliche Haltung der Grund für die Entscheidung sei. Ihr Ziel sei ein Wochenende, an dem die Besucher den Alltag vergessen, abschalten und feiern können – ohne Politik auf der Bühne. „Genau deshalb haben wir darum gebeten, politische Äußerungen auf unserer Bühne zu unterlassen. Darauf konnten wir uns mit Alphaville letztlich nicht einigen, weshalb es nicht zu einem Auftritt gekommen ist”, heißt daher das Urteil im Festival-Statement.

Zwei Positionen, die offenbar nicht mehr zusammenpassen. Und so endet die Vorfreude auf Alphaville beim Glücksgefühle-Festival statt mit „Forever Young“ mit einem heftigen öffentlichen Schlagabtausch.

Verwendete Quellen: dpa, Instagram/mariangold_official