Norwegen nimmt Abschied Beerdigung von König Harald V. – so läuft der Tag ab

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Der am 28. August verstorbene Monarch galt als „Großvater von ganz Norwegen“. Entsprechend groß ist die Anteilnahme. Am Mittwoch, 9. September, erreicht die nationale Trauer mit der Beisetzung von König Harald V. ihren Höhepunkt.
picture alliance/dpa | Julia Wäschenbach

Eine letzte Reise voller bewegender Momente.
Tausende Menschen, Royals aus ganz Europa und einer der größten Polizeieinsätze in Norwegens Geschichte. Am 9. September nimmt das Land Abschied von König Harald V. Vom Trauerzug durch Oslo bis zum letzten Königssalut – so läuft der Tag ab.

Die Familie verabschiedet sich zuerst von König Harald

Wenn sich am Mittwochmittag das Haupttor des Königlichen Schlosses öffnet, beginnt der öffentliche Abschied von König Harald V. Tausende Menschen können die Trauerprozession durch Oslo verfolgen. Rund 1.900 Soldatinnen und Soldaten bilden entlang der Strecke ein Ehrenspalier. Der Tag beginnt allerdings fernab der Öffentlichkeit. Am Vormittag kommt die engste Familie zu einer privaten Abschiedsstunde in der Schlosskapelle zusammen. Der Sarg des verstorbenen Königs ist mit der Königsstandarte bedeckt. Darauf liegen die Königskrone und das Reichsschwert.

Ab 10 Uhr treten auf der Akershus-Festung Paradeeinheiten der norwegischen Streitkräfte an. Eine Viertelstunde später marschieren die Soldatinnen und Soldaten zu ihren Positionen entlang der Route. Bis zum Mittag können sich Zuschauer auf dem Schlossplatz und an der Strecke versammeln. Oslo stellt zudem Großbildschirme auf.

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Um 12 Uhr setzt sich die große Trauerprozession in Bewegung

Um 12 Uhr öffnet sich das Haupttor des Königlichen Schlosses. Gleichzeitig beginnt an der Akershus-Festung und acht weiteren offiziellen Stationen der Trauersalut mit 21 Schüssen. Der Sarg wird auf einer Kanonenlafette durch Oslo gefahren. Ein schwarzer militärischer Mercedes-Benz Geländewagen zieht das Gefährt. Der Weg führt über die Karl Johans gate und Kirkegata zum Osloer Dom. König Haakon, Königin Mette-Marit, Kronprinzessin Ingrid Alexandra, Prinz Sverre Magnus, Prinzessin Märtha Louise und Königin Sonja begleiten den verstorbenen Monarchen. Auch sechs Generäle und Admirale gehen mit. Hinter der königlichen Familie folgen unter anderem ausländische Royals, Staatsoberhäupter, Regierungschefs und weitere geladene Gäste.

Das ist die Route für den Trauerzug.
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Beisetzung von König Harald: Um 13 Uhr schweigt das ganze Land

Gegen 12.40 Uhr erreicht der Sarg den Osloer Dom. Um 13 Uhr beginnt dort der Trauergottesdienst unter Leitung des Präses der norwegischen Kirche, Olav Fykse Tveit. Auch die Osloer Bischöfin Sunniva Gylver, Domkantor Marcus André Berg und der Domchor wirken mit. Laut Palast soll die Musik bei der Feier eine wichtige Rolle spielen.
Dann richtet sich der Blick weit über Oslo hinaus. Um 13 Uhr markieren drei Glockenschläge den Beginn einer landesweiten Schweigeminute. Auch der öffentliche Verkehr soll für diesen Moment ruhen. Eine Minute später beenden drei weitere Glockenschläge das Gedenken.

Prinz William und zahlreiche Königspaare reisen nach Oslo

Die Gästeliste zeigt, welche Bedeutung der Abschied weit über Norwegen hinaus hat. Der britische Thronfolger Prinz William hat seine Teilnahme angekündigt. König Charles III. reist protokollgemäß nicht an. Aus Schweden werden unter anderem König Carl XVI. Gustaf und Königin Silvia, Kronprinzessin Victoria und Prinz Daniel sowie Prinz Carl Philip und Prinzessin Sofia erwartet. Auch die Königspaare aus Dänemark, Spanien, den Niederlanden und Belgien kommen nach Oslo. Japan schickt sein Kronprinzenpaar, Jordanien König Abdullah II.

Deutschland vertritt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Auch mehrere europäische Präsidenten und Kardinal Christophe Pierre aus dem Vatikan werden erwartet. Bis zu 700 Journalistinnen und Journalisten sollen über den Abschied berichten.

Nach dem Gottesdienst folgt der Abschied im engsten Kreis

Gegen 14 Uhr endet die kirchliche Trauerfeier. Anschließend bringt eine zweite, deutlich kleinere Prozession den Sarg auf der Kanonenlafette zur Akershus-Festung. Für 14.40 Uhr ist die Ankunft vorgesehen. Dort zieht sich die Familie erneut aus der Öffentlichkeit zurück. Im Bereich des Königlichen Mausoleums findet die private Beisetzungszeremonie statt. Einzelheiten dazu hält der Palast bewusst unter Verschluss. Neben den Angehörigen und königlichen Gästen sollen unter anderem der Präsident des Storting, der norwegische Ministerpräsident, der Präsident des Obersten Gerichtshofs sowie die Staatspräsidenten von Island und Finnland teilnehmen. Parallel kommen im Osloer Rathaus rund 450 geladene Gäste zu einer Gedenkveranstaltung des Außenministeriums zusammen.

Die Vielzahl hochrangiger Gäste stellt Norwegen auch organisatorisch vor eine enorme Aufgabe. Ein Polizeisprecher spricht von einem „sehr großen, vielleicht sogar einem der größten Polizeieinsätze überhaupt“. Weite Teile der Osloer Innenstadt werden für den Verkehr gesperrt. Besucher müssen mit längeren Taschenkontrollen rechnen, Regenschirme sind beispielsweise verboten. Polizisten aus Schweden und Dänemark unterstützen ihre norwegischen Kollegen. Zudem gelten vorübergehend Kontrollen an den Grenzen.

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Um 15.20 Uhr fallen die letzten Salutschüsse

Nach der privaten Zeremonie zeigen sich König Haakon und Königin Mette-Marit im Innenhof der Akershus-Festung. Um 15.20 Uhr endet die Beisetzung mit einem doppelten Königssalut. An allen neun Salutstationen fallen zweimal 21 Schüsse. Die Flaggen steigen von Halbmast wieder auf Vollmast, während im Land die Kirchenglocken eine Stunde lang läuten sollen. Anschließend kehren die königliche Familie und die Gäste zum Schloss zurück. Dort beginnt um 17 Uhr ein Empfang und damit der letzte Programmpunkt des Tages.

Für die Königsfamilie endet die Trauer damit allerdings nicht. Der Hof hat bis zum 9. Oktober Hoftrauer angeordnet. In diesem Monat sagen die Royals fast alle offiziellen Termine ab und tragen dunkle Kleidung oder Uniformen mit Trauerflor. Ausnahmen gelten unter anderem für verfassungsrechtliche Pflichten.

Verwendete Quellen: Kongehuset, Spot On News, dpa