Rückblick auf eine Liebe gegen alle WiderständeFür seine Sonja hätte König Harald (†89) sogar auf den Thron verzichtet

König Harald & Königin Sonja
König Harald (†) und seine Sonja verliebten sich 1959.
Heiko Junge/ntb/dpa

Ihre Liebesgeschichte begeisterte ganz Norwegen!
Neun Jahre mussten König Harald und Königin Sonja um ihre gemeinsame Zukunft kämpfen. Der Grund: Sie war bürgerlich und damit für einen künftigen König eigentlich nicht vorgesehen. Doch Harald stellte am Ende selbst den Thron hinter seine große Liebe. Wir blicken zurück.

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König Harald stirbt einen Tag vor dem Hochzeitstag

„Königin Sonja, glaube ich, ist im Moment der traurigste Mensch der gesamten Welt.“ Für RTL-Royal-Experte Michael Begasse steht nach dem Tod von König Harald fest, was die beiden verbunden hat. Er spricht von einer „royalen Liebesgeschichte, wie es sie noch nie gegeben hat und wie es sie vielleicht auch nie wieder geben wird“. Denn König Harald und Königin Sonja mussten für ihr gemeinsames Glück kämpfen. Und zwar jahrelang.

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Harald liebte eine Frau, die er nach den damaligen Vorstellungen des norwegischen Königshauses eigentlich nicht lieben durfte.

Heute (29. August) hätten Norwegens König Harald V. und seine Frau Sonja (89) ihren 58. Hochzeitstag gefeiert. Nach dem Tod ihres geliebten Mannes muss die Königin den Tag nun allein begehen und steht ohne ihren Lebenspartner da.

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Die „verbotene” Liebe begann auf einer Party

Bereits als Jugendliche hatte die damals bürgerliche Sonja Haraldsen den norwegischen Prinzen kennengelernt. 1959 trafen sie sich auf einer Party wieder, er ist 22, sie 21. Beide verliebten sich auf einen Schlag. Sie stammt aus einer Kaufmannsfamilie, ist keine Adelige und gehört keinem europäischen Königshaus an. Genau darin liegt das Problem. Von einem norwegischen Thronfolger erwartet man damals eine standesgemäße Ehe.

Selbst das norwegische Königshaus schreibt heute rückblickend, Haralds Wunsch, eine Bürgerliche zu heiraten, habe mit bisherigen Konventionen gebrochen und heftige Diskussionen ausgelöst. Haralds Vater König Olav V. stellt sich gegen die Verbindung.

Für das junge Paar beginnen neun zermürbende Jahre. Ihre Beziehung halten Harald und Sonja weitgehend geheim, während die Presse längst über die Frau an der Seite des Kronprinzen spekuliert. Wie außergewöhnlich diese Situation für ihn war, beschrieb Harald später selbst. „Ich tat ja etwas Gesetzeswidriges in Anführungsstrichen”, sagte er rückblickend. Mit seinem Vater habe er deshalb praktisch nie über Sonja gesprochen.

Für Sonja setzt Harald seine Zukunft als König aufs Spiel

Doch aus einer heimlichen Liebe wird irgendwann eine Entscheidung fürs Leben. Harald lässt sich nicht von Sonja abbringen.

Michael Begasse beschreibt den entscheidenden Moment so: „Harald hat zu seinem Vater, zu König Olav gesagt: ,Wenn ich diese Frau, obwohl sie bürgerlich ist, nicht heiraten darf, verzichte ich auf den Thron.’“

Überliefert ist auch Haralds Aussage, dass er unverheiratet bleiben werde, sollte er Sonja nicht heiraten dürfen. Damit stellte der einzige männliche Thronfolger die Zukunft der Dynastie infrage. Ohne Ehe hätte es von ihm auch keine direkten Nachkommen gegeben.

Für Harald gab es damit letztlich nur Sonja. Sein späteres Leben an ihrer Seite zeigt, wie ernst es ihm damit war.

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Nach neun Jahren bekommt ihre Liebe endlich eine Chance

Am Ende lenkt König Olav ein. Zuvor holt er unter anderem den Rat der Regierung, des Parlamentspräsidenten und der parlamentarischen Spitzen ein. Am 19. März 1968 wird die Verlobung offiziell bekanntgegeben. Nach neun Jahren Versteckspiel dürfen Harald und Sonja ihre Liebe endlich öffentlich leben.

Nur wenige Monate später folgt der Moment, auf den beide so lange gewartet haben. Am 29. August 1968 heiraten Harald und Sonja im Osloer Dom.

Aus der damals umstrittenen Verbindung wird eine Ehe, die fast sechs Jahrzehnte hält. 1971 kommt Tochter Märtha Louise zur Welt, 1973 Sohn Haakon. Als Harald 1991 König wird, steht die Frau an seiner Seite, für die er Jahrzehnte zuvor einen offenen Konflikt mit seinem Vater riskiert hatte.

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Ihre eigene Geschichte prägt auch den Blick auf ihre Kinder

Dass Harald und Sonja selbst erfahren mussten, wie schmerzhaft Widerstand gegen eine Beziehung sein kann, dürfte auch ihren Umgang mit den Liebesentscheidungen ihrer Kinder geprägt haben. Als Haakon Mette-Marit heiraten wollte, sorgte deren Vergangenheit für Diskussionen. Märtha Louise wiederum entschied sich später für den US-Amerikaner Durek Verrett, den sie 2024 heiratete.

Harald und Sonja wussten schließlich aus eigener Erfahrung, dass Herkunft und gesellschaftliche Erwartungen wenig darüber aussagen, wie groß eine Liebe sein kann.

Michael Begasse fasst ihre royale Liebesgeschichte mit einem einfachen Satz zusammen: „Die Liebe von Harald und Sonja war einzigartig.“

Fast 58 Jahre Ehe später wirkt Haralds Entscheidung von damals noch eindrucksvoller. Der junge Kronprinz musste sich zwischen Pflicht und persönlichem Glück behaupten. Er entschied sich für Sonja und bekam am Ende beides.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, DPA, Bild