So transparent war noch kein MonarchHistorisch! König Charles bricht mit uralter Tradition

Royal Ascot 2026 BERKSHIRE, UNITED KINGDOM - JUNE 19: King Charles III and Queen Camilla attend the fourth day of the traditional Royal Ascot horse racing event, which has been held since 1711, in Berkshire, United Kingdom on June 19, 2026. Rasid Necati Aslim / Anadolu Berkshire United Kingdom. Editorial use only. Please get in touch for any other usage. PUBLICATIONxNOTxINxTURxUSAxCANxUKxJPNxITAxFRAxAUSxESPxBELxKORxRSAxHKGxNZL Copyright: x2026xAnadoluxRasidxNecatixAslimx
Startet eine Transparenzoffensive: König Charles III.
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Seit Jahren wird in Großbritannien mehr Transparenz vom Königshaus gefordert. Nun geht König Charles einen historischen Schritt und macht erstmals öffentlich, wie viele Steuern er tatsächlich zahlt.

König Charles III. geht einen Schritt, den vor ihm noch kein britischer Monarch gewagt hat. Erstmals wird der Buckingham-Palast offenlegen, wie viele Steuern das Staatsoberhaupt tatsächlich zahlt. Die Veröffentlichung soll am Donnerstag als Teil der jährlichen Finanzabrechnung des Königshauses erfolgen. Nach Angaben aus Palastkreisen handelt es sich um eine persönliche Entscheidung des Königs. Der 77-Jährige will damit den Kurs fortsetzen, den er seit seiner Thronbesteigung verfolgt: eine modernere und transparentere Monarchie.

Die Offenlegung der Steuerzahlungen ist ein Novum in der Geschichte des britischen Königshauses. Zwar zahlen Monarchen traditionell freiwillig Einkommen- und Kapitalertragsteuer, gesetzlich verpflichtet sind sie dazu jedoch nicht. Bereits Queen Elizabeth II. entschied sich 1993 dazu, diese Abgaben freiwillig zu entrichten. Charles führte die Praxis später als Prinz von Wales und schließlich als König fort.

Nun geht er einen Schritt weiter und macht die Zahlungen erstmals öffentlich. Ein Sprecher des Buckingham-Palasts bezeichnete die Maßnahme laut BBC als Teil eines umfassenderen Modernisierungsprozesses. „Einfach ausgedrückt: Wir modernisieren und entwickeln uns ständig weiter“, erklärte er. Ziel sei ein „breiteres Verständnis unserer Rechenschaftspflicht“. Die Steuerdaten sollen künftig jedes Jahr veröffentlicht werden.

Offengelegt werden die Zahlungen für das Finanzjahr 2024/25. Dabei geht es unter anderem um Steuern auf Einkünfte aus dem Herzogtum Lancaster, persönliche Investitionen sowie Erträge aus den privaten Anwesen Sandringham und Balmoral. Besondere Aufmerksamkeit dürfte dem Herzogtum Lancaster gelten. Der weitläufige Besitz umfasst Grundstücke und Immobilien in Nordengland sowie wertvolle Liegenschaften im Zentrum Londons und stellt die wichtigste private Einnahmequelle des Monarchen dar. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Herzogtum Gewinne von rund 24 Millionen Pfund. Zum ersten Mal wird nun ersichtlich werden, wie hoch die gesamte Steuerlast des Königs tatsächlich ausfällt - einschließlich der Abgaben auf diese Gewinne.

Der Schritt kommt nicht überraschend. In Großbritannien werden seit Jahren Forderungen nach mehr Transparenz bei den Finanzen des Königshauses laut. Zusätzlichen Druck erzeugten zuletzt die Skandale um Charles‘ jüngeren Bruder, Prinz Andrew. Auch Politiker hatten wiederholt mehr Offenheit bei den Finanzgeschäften der Royals verlangt. Veröffentlicht werden die Steuerangaben gemeinsam mit den Zahlen zum sogenannten Sovereign Grant. Dabei handelt es sich um die öffentliche Finanzierung der Monarchie, aus der unter anderem Personal, Reisen und die Instandhaltung königlicher Gebäude bezahlt werden.

Für Charles ist die neue Transparenzoffensive Teil eines größeren Projekts. Seit seinem Amtsantritt im Jahr 2022 arbeitet der Monarch daran, die Royal Family zu verschlanken und stärker auf ihre Kernaufgaben zu konzentrieren. Die Zahl der arbeitenden Royals wurde reduziert, öffentliche Aufgaben werden heute von einem kleineren Kreis von Familienmitgliedern übernommen. Wie deutlich sich dieser Wandel inzwischen zeigt, wurde zuletzt bei der Geburtstagsparade „Trooping the Colour“. Während sich früher mehr als 40 Mitglieder der Königsfamilie auf dem Balkon des Buckingham-Palasts versammelten, winkten in diesem Jahr nur noch 14 Royals der Öffentlichkeit zu.

Verwendete Quellen: lpe/spot