Pilot weg für Cockpit-Selfie?Kid Rock im US-Militär-Hubschrauber: Steuergeld-Skandal mit Minister Hegseth

FILE PHOTO: Singer Kid Rock testifies on the cost of concert tickets before a Senate Commerce, Science, and Transportation Committee Consumer Protection, Technology, and Data Privacy Subcommittee hearing on Capitol Hill in Washington, D.C., U.S., January 28, 2026. REUTERS/Nathan Howard/File Photo
Kid Rock fällt immer wieder mit seiner Nähe zur Armee der Vereinigten Staaten auf.
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Der US-Musiker Kid Rock ist großer Fan von Präsident Trump. Das bringt dem Sänger offenbar eine Sonderbehandlung durch das US-Militär ein. Bei einem erneuten Vorfall stehen wieder Hubschrauber im Mittelpunkt - und verschwendete Steuergelder.

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat dem Musiker Kid Rock einen Flug in einem Hubschrauber des US-Militärs ermöglicht. Ein Beitrag von Hegseth, der den Musiker als „Patrioten und großen Unterstützer unserer Truppen“ bezeichnete, löste auf X teilweise Entrüstung und Vorwürfe über Verschwendung von Steuermitteln aus. Wie US-Medien berichten, haben die Hubschrauber vom Typ Apache normalerweise zwei Piloten an Bord. Hegseth und Kid Rock sollen jedoch mit nur jeweils einem Piloten abgehoben sein, um vorne im Cockpit sitzen zu können.

Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom kritisierte den Flug. Sein Büro griff einen Medienbericht zu dem Vorfall auf und fragte, warum Steuerzahler dafür aufkommen sollten, „dass Kid Rock in 100-Millionen-Dollar-Hubschraubern herumfliegt“. Der Demokrat gehört zu den schärferen Kritikern der Regierung von US-Präsidenten Donald Trump. Pentagon-Sprecher Sean Parnell erklärte laut einem Bericht des Senders CNN, die Hubschrauber seien im Rahmen einer Initiative zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung der USA „zur Unterstützung einer Veranstaltung“ eingesetzt worden.

Auf den von Hegseth geposteten Bildern ist auch zu sehen, wie der Musiker an einem Podium vor einem Raum voller Militärangehöriger spricht. Laut „TMZ“ drehte Kid Rock beim Besuch des Militärstützpunktes Fort Belvoir Videos für die Unabhängigkeitsfeierlichkeiten und verteilte Tickets für seine „Freedom 250“-Tour an US-Soldaten und Veteranen. Apache-Helikopter seien normalerweise nicht in Fort Belvoir stationiert, heißt es in einem Bericht. Schon Ende März hatte ein Vorfall mit Kid Rock und zwei Militärhubschraubern für Aufregung gesorgt.

Damals hatte der US-Musiker ein Video gepostet, in dem zu sehen ist, wie einer der beiden Militärhubschrauber des Stützpunktes Fort Campbell an das Anwesen des Sängers nahe Nashville im US-Bundesstaat Kentucky heranfliegt und dann einen längeren Augenblick in der Luft auf einer Stelle verharrt. Kid Rock ist augenscheinlich von hinten zu sehen. Er steht an seinem Pool neben einer Nachbildung der Freiheitsstatue und winkt dem Hubschrauber zu, salutiert und reckt auch eine geballte Faust hoch.

Das US-Militär hatte nach dem Vorfall eine interne Ermittlung eingeleitet und die zwei Piloten vorübergehend suspendiert. Doch dann kam die Kehrtwende: US-Verteidigungsminister Hegseth stoppte militärinterne Ermittlungen zu ihrem Verhalten und hob ihre Suspendierung auf. In einem Post auf X schrieb er: „@US-Armee: Piloten-Suspendierung aufgehoben. Keine Bestrafung. Keine Ermittlung. Macht weiter, Patrioten.“

In US-Medien kam damals Kritik an der Entscheidung Hegseths auf. „Es handelte sich um einen bemerkenswerten Eingriff auf höchster Pentagon-Ebene, der die interne militärische Befehlskette umging“, schrieb etwa die „New York Times“. Dies sei ein weiteres Indiz für Hegseths „Verachtung der rechtlichen Rahmenbedingungen im Militär“. Kid Rock heißt mit bürgerlichem Namen Robert Ritchie und ist erklärter Anhänger von US-Präsident Donald Trump.

Verwendete Quellen: dsc/dpa