Schwimm-Weltverband gibt grünes LichtSchwimm-Hammer! Russlands Athleten jetzt mit Flagge und Hymne dabei

2024-02-17 10:06:24 DOHA  Schwimmer im 50er-Rücken der Männer am siebten Tag der Weltmeisterschaft im Langbahnschwimmen in Aktion. Die Weltmeisterschaften waren eine der Gelegenheiten für niederländische Schwimmer, ihre Grenzen für die Pariser Spiele im Jahr 2024 zu erreichen. ANP KOEN VAN WEEL
Die nächste Weltmeisterschaft findet 2027 in Ungarn statt.
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Bei den Paralympischen Winterspielen sorgt die Rückkehr der russischen und belarussischen Flaggen für Aufsehen, nun könnte es bei der nächsten Sportart zu ähnlichen Konflikten kommen. Beim Schwimmen dürfen beide Länder sogar zusätzlich auch wieder Gastgeber sein.

Russische und belarussische Schwimmer können künftig wieder ohne Einschränkungen auf der internationalen Bühne starten. Das teilte der Weltverband World Aquatics mit. Demnach dürfen Athleten aus den beiden Ländern „auf dieselbe Weise teilnehmen wie ihre Kollegen, die andere Sportnationalitäten vertreten, und zwar mit ihren jeweiligen Trikots, Flaggen und Hymnen“, hieß es in dem Statement.

In den vergangenen drei Jahren hätten World Aquatics und die Aquatics Integrity Unit (AQIU) „erfolgreich dazu beigetragen, dass Konflikte von den Sportwettkampfstätten ferngehalten werden können“, sagte Weltverbandspräsident Husain Al Musallam: „Wir sind entschlossen, dafür zu sorgen, dass Schwimmbecken und Freiwasser weiterhin Orte bleiben, an denen Athleten aus allen Nationen in friedlichem Wettkampf zusammenkommen können.“

Nach dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine hatten Russen und Belarussen ab 2023 als neutrale Athleten wieder starten können, später galt diese Regelung auch für Mannschaften. Laut Weltverband dürfen die Sportler nun erst dann wieder an Wettkämpfen teilnehmen, wenn sie mindestens vier aufeinanderfolgende Anti-Doping-Kontrollen, die in Zusammenarbeit mit der International Testing Agency (ITA) durchgeführt wurden, erfolgreich bestanden und die Hintergrundüberprüfungen durch die AQIU abgeschlossen haben. Die nächste Schwimm-WM findet im kommenden Jahr in Budapest statt.

Des Weiteren teilte World Aquatics mit, dass Russland und Belarus nun auch wieder die vollen Mitgliedsrechte gemäß Artikel 6 der Satzung erhalten würden. Dieser umfasst unter anderem die Möglichkeit, sich für die Austragung von Veranstaltungen zu bewerben.

Die Rückkehr der russischen und belarussischen Athleten samt Flagge und Hymne hatte zuletzt bei den Paralympischen Winterspielen in Mailand und Cortina für Wut und Protest gesorgt. Insgesamt holte Russland dort zwölf Medaillen - entsprechend zwölfmal erklang die russische Hymne. Teilweise mussten auch ukrainische Para-Olympioniken gegen Athleten aus Russland antreten.

Protest gab es auch: Mehrere Nationen boykottierten die Eröffnungsfeier, darunter auch Deutschland. Beim Para-Langlauf verweigerte die deutsche Silbermedaillen-Gewinnerin Linn Kazmaier mit ihrem Guide Florian Baumann das obligatorische Podiums-Selfie mit der russischen Siegerin.

Verwendete Quellen: ses/sid