Ex-Schiri: Entscheidung absurdRiesenärger um aberkanntest deutsches Tor

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft scheidet bei der WM gegen den krassen Außenseiter Paraguay im Sechzehntelfinale. Über eine Szene wird nach dem Spiel diskutiert.
Deutschland erlebt das nächste WM-Desaster: Das DFB-Team scheitert im Sechzehntelfinale im Elfmeterschießen am krassen Außenseiter Paraguay (3:4). Nach dem Vorrunden-Aus bei den Weltmeisterschaften 2018 und 2022 endet schon wieder ein Turnier mit einem Tiefschlag. Doch neben dem Ausscheiden und der über 120 Minuten weitestgehend schwachen Leistung des DFB-Teams wird nach dem Spiel über eine Szene aus der ersten Hälfte der Verlängerung diskutiert!
Erst jubelte Jonathan Tah ausgelassen, doch Schiedsrichter Jalal Jayed nahm den vermeintlichen deutschen Führungstreffer zum 2:1 nach einem VAR-Eingriff zurück - und stieß damit bei Experten auf Unverständnis. „Mir fehlen dir Worte“, sagte der frühere Bundesliga-Referee Thorsten Kinhöfer im ZDF: „Die Entscheidung ist absolut nicht nachvollziehbar. Das ist nie und nimmer ein Foul, überhaupt nicht. Das ist handelsüblich.“
Ähnlich sah es Jürgen Klopp. „Wenn dieses Tor irregulär ist, wird Arsenal nicht englischer Meister. Wir gewinnen das Spiel, wenn der Ball drin ist“, sagte der ehemalige Teammanager des FC Liverpool bei Magenta TV. Er spielte damit auf den FC Arsenal an, der den Titel in der Premier League nicht zuletzt durch Standards unter Bedrängung des gegnerischen Torhüter gewonnen hatte.
Was war passiert? In der Verlängerung des WM-Sechzehntelfinals gegen Paraguay hatte Tah nach einer Ecke beim Stand von 1:1 zur Führung per Kopf getroffen. Nach einem Hinweis der Video-Assistentin Tatiana Guzman (Nicaragua) schaute sich Jayed die Szene noch einmal an und wertete ein Blocken von Waldemar Anton gegen den gegnerischen Torhüter Orlando Gill als Foul. Über das Stadionmikrofon sagte der marokkanische Referee, dass Anton den Torwart beim Versuch, den Ball zu spielen, behindert habe. Bundestrainer Julian Nagelsmann schüttelte den Kopf und lachte süffisant.
„Wir haben bei der WM schon ganz andere Situationen erlebt. Der Torwart steht sofort wieder auf, das ist ein normaler Kontakt“, kritisierte Kinhöfer. Auch Patrick Ittrich hielt die Entscheidung für falsch. „Für mich ist das zu kleinlich. Natürlich gibt es einen Kontakt, aber ich sehe kein Wegstoßen, kein Wegdrücken, kein Festhalten“, sagte er bei MagentaTV und ergänzte mit Blick auf den VAR: „Insofern ist es keine klare Fehlentscheidung und dieser Eingriff nicht gerechtfertigt.“ Jayed hatte bereits den WM-Auftakt der deutschen Mannschaft gegen Curacao (7:1) in Houston geleitet.
Verwendete Quellen: ter/sid
