Millionengewinn möglichSchafft Reit-Star Richard Vogel das Unmögliche?

23.08.2026, Nordrhein-Westfalen, Aachen: Pferdesport: Weltmeisterschaft, Springen, Einzel-Finale mit zwei Umläufen. Der deutsche Springreiter Richard Vogel springt auf seinem Pferd United Touch S über ein Hindernis. Foto: Uwe Anspach/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Der deutsche Springreiter Richard Vogel greift nach dem Grand Slam.
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Für Richard Vogel verlief die Heim-WM nicht ganz so erfolgreich wie erhofft. Mit dem Gewinn des Grand-Slam-Titels in Kanada könnte er nun Außergewöhnliches erreichen.

Denkt Richard Vogel an diese alles entscheidenden Sekunden auf dem beeindruckenden Parcours im fernen Kanada voraus, dann wird auch ein Welt- und Europameister von der Demut gepackt. Wie sich ein Sieg dort anfühlen würde? „Als würde man das Unmögliche möglich machen“, sagt der Springreiter. Am Sonntag kann der frischgebackene Weltranglistenerste in Calgary Geschichte schreiben - und seine Heimreise mit einem unglaublichen Plus von fast zwei Millionen Euro auf dem Konto antreten.

Denn gewinnt Vogel zum Wochenabschluss nach bis zu drei Runden über höchste Abmessungen den Großen Preis von Calgary (21 Uhr MESZ), streicht der mit 29 Jahren noch so junge Erfolgsreiter nicht nur 933.000 Euro für den Tagessieg ein. Sein „kleiner“, persönlicher Bonus obendrauf? Eine weitere Million - und der ganz besondere Titel des Siegers im „Grand Slam of Showjumping.“

Fast unerreichbar, aber eben nur fast

Möglich machen dies Vogels Erfolge im niederländischen ‚s-Hertogenbosch und zuletzt im Großen Preis von Aachen, gemeinsam mit dem im Dezember stattfindenden Grand Prix von Genf zählen die vier Springen zu den „Majors“ des Sports. Seit 2013 besteht das Konzept des „Grand Slams“ im Springsport, drei von vier der schwersten Prüfungen der Welt muss ein Reiter in Folge gewinnen, um am Ende den silbernen Siegerpokal in die Höhe stemmen zu dürfen.

Jener Triumph „scheint auf den ersten Blick fast unerreichbar - und doch ist es das nicht“, weiß Vogel ganz genau, schließlich kann er in Kanada in die in die Fußstapfen des zweimaligen Olympiasiegers Scott Brash treten. Als bisher einzigem Reiter gelang dem Briten vor elf Jahren die drei quasi unmöglichen Siege in Folge, niemandem sonst gelangen seitdem überhaupt zwei Siege nacheinander. Bis Vogel und sein vierbeiniger Superstar United Touch die Springszene in Aufregung versetzten.

„Nicht die einfachste Aufgabe meiner Karriere“

Dass Vogel erzählt, es werde „sicherlich nicht die einfachste Aufgabe meiner Karriere sein“, ist folglich eine ziemliche Untertreibung. Nur die besten Reiter der Welt dürfen auf den Parcours, die Chance auf das horrende Preisgeld und die Chance, der nächste und durch den Modus stets einzige „Anwärter“ auf den Grand Slam zu sein, lässt sich niemand entgehen. „Sich gegen ein solches Teilnehmerfeld durchzusetzen hat natürlich ein besonderes Gewicht“, so Vogel. Beim großen Showdown muss allerdings alles passen.

„In Situationen mit hohem Druck“, erklärt Vogel aber gelassen, erbringe er meist seine „beste Leistung“. Das stellte der Überflieger beispielsweise bei seinem furiosen Ritt zum Einzelgold bei der EM im Vorjahr unter Beweis, dem Shootingstar der Szene gelang unglaublich viel - aber längst nicht alles. Bei der Heim-WM in Aachen brachte er Team-Gold nach Hause, im Einzel blieb er jedoch deutlich hinter seinen Erwartungen zurück. Seit einigen Tagen führt er erstmals in seiner Karriere die Weltrangliste an. Am Sonntag soll nun das nächste Kapitel seiner Erfolgsgeschichte folgen.

Verwendete Quellen: tno/sid