RadsportNorweger gewinnt schnellste Tour-Etappe - Zimmermann stürzt

Der Norweger Søren Wærenskjold bejubelt den Tagessieg.
Der Norweger Søren Wærenskjold bejubelt den Tagessieg.
Thibault Camus/AP/dpa

Die Sprinter unter den Radprofis der Tour sind wieder im Rampenlicht. Im Ziel jubelt ein Norweger als Tagessieger. Es ist wohl die schnellste Etappe dieser Art aller Zeiten.

Pascal Ackermann saß geschafft auf einem Campingstuhl. Der Radprofi war kurz zuvor im Sprint erneut als Zehntplatzierter gescheitert - aber hat die laut mehreren Berichten durchschnittlich schnellste Etappe dieser Art jemals bei der Tour de France erlebt. Das Portal „Procyclingstats“ ermittelte eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 50,91 Kilometern pro Stunde. Bisher lag der Rekord abseits von Prologen und Zeitfahren bei der vierten Etappe 1999, die Mario Cipollini vor Erik Zabel gewann.

„Es war eine schnelle Etappe, es war eigentlich wie erwartet“, sagte der Pfälzer in der ARD. Dabei seien die letzten zehn Kilometer „die langsamsten vom ganzen Tag“ gewesen. Der Norweger Søren Wærenskjold nutzte die vierte Chance für die Sprinter bei der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt und triumphierte auf der elften Etappe im Massensprint.

Wærenskjold feierte seinen ersten Etappensieg nach den 161,3 Kilometern zwischen Vichy und Nevers in der Mitte Frankreichs. Der Niederländer Olav Kooij erreichte den zweiten Rang, Jasper Philipsen aus Belgien blieb erneut erfolglos und wurde Dritter. Der Cottbuser Max Kanter wurde 17.

Zimmermann mit Sturz

Georg Zimmermann war etwa 30 Kilometer vor dem Ziel in einen Sturz verwickelt. Fernsehbilder zeigten, wie der 28 Jahre alte Augsburger auf dem Boden lag und medizinisch von den Rennärzten begutachtet wurde. Danach konnte der frühere deutsche Meister zumindest wieder aufstehen - und erreichte später das Ziel.

Etwa 30 Kilometer davor dürften einige Fans kurz schockiert auf den Bildschirm geschaut haben, als Zimmermann zu Sturz kam. Im vergangenen Jahr hatte er die Frankreich-Rundfahrt vor der zehnten Etappe aufgeben müssen durch die Folgen eines Sturzes.

Der Vorfall ereignete sich an einer Stelle, wo Teammitarbeiter den Rennfahrern Verpflegungsbeutel geben. Neben Zimmermann waren auch noch ein paar andere Profis involviert. Wie es zu dem Vorfall kam, war zunächst nicht genau ersichtlich.

In der Gesamtwertung änderte sich wie erwartet nichts. Tadej Pogacar, der zum 60. Mal das Gelbe Trikot trug, thront weiter an der Spitze des Klassements. Sein dänischer Rivale Jonas Vingegaard steht mit einem Abstand von 3:36 Minuten dahinter. Remco Evenepoel, Teamkollege des Sechsten Florian Lipowitz, hat einen Rückstand von knapp vier Minuten auf Pogacar.

Enormes Tempo

Auf dem flachen Teilstück legten die Profis mit durchschnittlich um die 53 Stundenkilometer ein ordentliches Tempo vor. Im Zwischensprint etwa 130 Kilometer vor dem Ziel gab es schon einen Vorgeschmack. Philipsen siegte vor Kanter und Ex-Weltmeister Mads Pedersen, der das Grüne Trikot des Punktbesten trägt.

Bei den ersten drei Sprinttagen bei der Tour blieb der Philipsen erfolglos. Sein bestes Resultat: Platz vier. Der 28-Jährige zeigte sich zuletzt zerknirscht und erfüllte die hohen Erwartungen an ihn nicht. „Wenn man nicht gewinnen kann, kommen immer Zweifel auf. Kann ich es noch? Wo ist meine Geschwindigkeit geblieben? Diese Zweifel bleiben“, wurde Philipsen vom belgischen Portal „Sporza“ zitiert.

Vom Team gab es aufbauende Worte: „Die gesamte Mannschaft steht hinter ihm und wir glauben, dass Jasper gewinnen kann, wenn alles gut läuft“, wurde sein Teamkollege und wichtigster Unterstützer Mathieu van der Poel zitiert.

Max Kanter zog derweil Kraft aus dem Ruhetag. „Wir konnten uns etwas erholen“, berichtete der Cottbuser bei Eurosport. Nach der harten Kletterpartie im Zentralmassiv habe man allerdings gemerkt, dass einige Profis ihre Beine wieder aufwachen lassen mussten. „Für mich lag der hauptsächliche Fokus darauf, möglichst viel Energie zu sparen“, sagte er.

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Sprinter am Donnerstag wieder dran

Bei der zwölften Etappe am Donnerstag sind erneut die Sprinter im Fokus. Gestartet wird das Teilstück auf der Rennstrecke von Magny-Cours bei Nevers, wo Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher insgesamt achtmal triumphierte. Danach geht es über 179,1 Kilometer Richtung Osten nach Chalon-sur-Saône.