Fußball wird auf den Kopf gestelltMega-Änderung! FIFA testet neue Abseitsregel und Trainer-Check
![Vermeintliches TOR zum 2:2 Angelo Stiller Stuttgart (06) (nicht im Bild) nach VAR, Video-Assistent, Videobeweis, Videoschiedsrichter Video Assistent Referee wegen passivem Abseits [offside] von Tiago Tomas Stuttgart (08) (nicht im Bild) kassiert Schiedsrichter [referee] Referee Donatas Rumsas (LTU) am Monitor Stuttgart vs FC Porto EUROPA LEAGUE EL 12.03.2026 DFL REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS AS IMAGE SEQUENCES AND/OR QUASI-VIDEO Foto: Eibner-Pressefoto/Michael Weber](https://www.rtl.de/img/30535981/1774958551/c16_9/1200/vermeintliches-tor-zum-22-angelo-stiller-stuttgart-06-nicht-im-bild-nach-var-video-assistent-videobeweis-videoschiedsrichter-video-assistent-referee-wegen-passivem-abseits-offside-von-tiago-tomas-stuttgart-08-nicht-im-bild-kassiert-schiedsrichter-referee-referee-donatas-rumsas-ltu-am-monitor-stuttgart-vs-fc-porto-europa-league-el-12032026-dfl-regulations-prohibit-any-use-of-photographs-as-image-sequences-andor-quasi-video-foto-eibner-pressefotomichael-weber.webp)
Eine Linie ziehen, um zu sehen, ob die Schuhspitze im Abseits sein könnte: Das ist zurzeit Alltag für Fußball-Schiedsrichter. Es könnte sich ändern, die FIFA will den Fußball offensiver machen. Zudem testet der Weltverband in Kanada eine weitere Reform für Trainer.
Der Weltverband FIFA treibt eine mögliche Revolution der Abseitsregel voran. Als Teil von Tests in Kanada wird dabei auch ein Überprüfungssystem von Schiedsrichterentscheidungen für Trainer eingeführt. Zu Beginn der Saison der Canadian Premier League (CPL) am Samstag startet dort ein Pilotprojekt, teilte die FIFA mit.
In der Testphase wird die bisherige Regel für Abseits zugunsten der Angreifer geändert. Dies hatten die Regelhüter des International Football Association Board (Ifab) zuletzt genehmigt. Der neue Ansatz besagt: Ein Spieler steht nicht im Abseits, wenn sich noch ein Körperteil, mit dem ein Tor erzielt werden darf, auf einer Linie mit dem vorletzten Verteidiger befindet. Der Spieler steht nur dann im Abseits, wenn zwischen ihm und dem Verteidiger eine Lücke („Tageslicht“) besteht, der Spieler muss sich also vollständig hinter dem vorletzten Gegner befinden. Etwa in der Bundesliga hatten die viel diskutierten Millimeter-Entscheidungen durch die halbautomatische Abseitstechnologie zuletzt im Fokus gestanden.
Dazu bekommen die Trainer in der höchsten rein kanadischen Liga die Möglichkeit, Entscheidungen der Unparteiischen checken zu lassen. Das Challenge-System ist eine Erweiterung des Video-Assistenten VAR. Die Trainer erhalten dabei eine begrenzte Anzahl an Überprüfungsanträgen. Diese sind bei Toren, Elfmetern, Roten Karten und Verwechslungen gestattet.
Dazu überreichen die Trainer dem Vierten Offiziellen an der Seitenlinie eine Karte. Die strittigen Entscheidungen werden dann am Monitor angeschaut, denn nicht alle spielentscheidenden Szenen werden automatisch überprüft. Der Vierte Offizielle prüft jedoch weiter jedes Tor auf mögliche Verstöße der angreifenden Mannschaft im Vorfeld.
„Dies ist ein wichtiges Pilotprojekt“, sagte FIFA-Direktor Arsène Wenger, der diesen Plan bereits seit Jahren verfolgt: „Indem wir diese neue Auslegung in einem professionellen Wettbewerb testen, können wir ihre Auswirkungen besser verstehen, unter anderem im Hinblick auf mehr Klarheit und einen flüssigeren Spielverlauf sowie die Förderung des Angriffsspiels.“
FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte sich bereits Ende 2025 offen für eine mögliche Änderung der Abseitsregel gezeigt. „Wie können wir das Spiel offensiver und attraktiver machen“, sagte Infantino damals. Die Regelhüter des Ifab entschieden zuletzt bei ihrer Jahreshauptversammlung im Februar aber, zunächst einmal „die laufenden Versuche in Bezug auf Abseits fortzusetzen“. Unter anderem in Italien liefen seit April 2022 bereits Tests, dort in den beiden höchsten Ligen der U18.
Verwendete Quellen: ara/dpa/sid



