Fußball-WMWettballern der WM-Superstars: Messi, Kane, Haaland, Mbappé

Er führt die Torschützenliste mit acht Treffern an: Lionel Messi.
Er führt die Torschützenliste mit acht Treffern an: Lionel Messi.
Tom Weller/dpa

Es ist die WM der Torjäger. Die Besten der Besten im Angriff liefern sich einen wohl beispiellosen Kampf. Weltmeister, Weltfußballer, Bundesliga-Torschützenkönig - alle sind dabei.

Sie liefern Drama, Spektakel und Treffer en masse. Auf den Topplätzen der Torschützenliste dieser Weltmeisterschaft steht das offensive Who's who des internationalen Fußballs. Angeführt von Weltmeister Lionel Messi, der nach einem erneuten Drama-Sieg nun schon bei acht WM-Toren bei dieser Ausgabe steht und in seiner Karriere 21 erzielt hat.

Mit dabei beim Gipfeltreffen der Goalgetter: Kylian Mbappé, Erling Haaland, Harry Kane, Jude Bellingham, Ousmane Dembélé. Eine Ansammlung von Weltmeistern, Weltfußballern und Liga-Torschützenkönigen. „Das Interessante an dieser Weltmeisterschaft ist, dass alle großen Fußballer dabei sind, spielen und Tore schießen“, sagte FIFA-Präsident Gianni Infantino jüngst dem lateinamerikanischen Sender DSports.

Dass es im Viertelfinale am Samstag in Miami (23.00 Uhr MESZ/Magenta TV) zwischen England und Norwegen auch zum Duell zwischen Haaland (7 Tore) und Kane (6) kommt, hätte sich niemand besser ausdenken können.

Wer macht die meisten Tore?

Längst ist das XXL-Turnier auch zum Privatduell um den WM-Torrekord geworden zwischen Argentiniens Weltmeister Messi und Frankreichs Ex-Champion Mbappé. Messi, auf den Argentiniens Spiel extrem zugeschnitten ist, erzielte bei seinen insgesamt sechs Teilnahmen bisher 21 Treffer. Und das bei vier verschossenen Elfmetern. Zuletzt vergab er bei der unfassbaren 3:2-Aufholjagd gegen Ägypten. Wie in den vier Spielen bei dieser WM zuvor traf Messi dann aber doch noch gegen die Nordafrikaner.

Doch da ist noch Mbappé, WM-Torschützenkönig 2022 mit 8 Treffern vor Messi (7). Er kommt auf sieben Tore bei dieser WM und 19 insgesamt. Wohlgemerkt: bei der Hälfte von Messis WM-Teilnahmen. „Er ist gereift“, sagt Frankreichs Trainer Didier Deschamps über Mbappé: „Er ist ein Anführer.“ Und Mbappé ist 27 - Messi 39 Jahre alt. Mbappé hat zudem einen neben sich wie Dembélé, Weltfußballer und auch schon viermal bei dieser WM erfolgreich.

Auch die Three Lions sind mehr als Messi bei Argentiniern

So wie bei den Engländern: Klar, Kane ist der Mittelstürmer, der Torjäger und Kapitän. Aber beim denkwürdigen Achtelfinal-Kracher im Aztekenstadion gegen Mexiko schlug Jude Bellingham, Teamkollege von Mbappé bei Real Madrid, mit einem Zwei-Minuten-Doppelpack zuerst zu, ehe Kane per Elfmeter den 3:2-Sieg in der bis dahin uneinnehmbaren WM-Festung der Mexikaner sicherstellte. „Wie die Verbindung zwischen Bellingham und Kane Englands trägen Angriff belebt hat“, schrieb jüngst der englische „Guardian“.

Mit seinen famosen 36 Bundesliga-Treffern - keiner schoss mehr - hatte sich Kane bei den Bayern schon für die WM mehr als nur in Form gebracht. Insgesamt traf er in 51 Pflichtspielen 61 Mal. Kane holte sich auch den Goldenen Schuh in Europa - vor Haaland und Mbappé.

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Haaland wird flankiert - auch von Bundesliga-Profi

Apropos Haaland: Wie abhängig ist Norwegen von dem 1,95 Meter großen Hünen von Manchester City? Er blieb in mehreren Spielen lange auch blass. Doch wenn es gilt, ist er zur Stelle. Beim 2:1 über Rekordweltmeister Brasilien erzielte Haaland beide Treffer und machte danach den Ruder-Rhythmus-Taktgeber für die Fans.

Im Spiel ist allerdings Martin Ödegaard der zentrale Kicker, Haalands flankierende Angreifer-Kollegen Antonio Nusa von RB Leipzig sowie Alexander Sörloth sollten die Gegner auch nicht komplett vergessen.

Über allem steht vorerst aber Messi, dem nach dem zweiten K.-o.-Kraftakt die Tränen kamen - nicht mal beim Titeltriumph war Messi derart emotional. Beim 3:2 nach Verlängerung gegen Kap Verde hatte er das 1:0 erzielt, gegen Ägypten war es das immens wichtige 2:2. Dass er mittlerweile auch zwei Negativ-Rekorde hält - vier von acht WM-Strafstößen verschossen und zwei in einem Turnier -, dürfte Messi wenig interessieren.

Große Worte unter Torjägern: Was Klose über Messi sagt

Die WM-Bestmarke von Miroslav Klose, der es in seinen 24 WM-Spielen 2002 (5 Tore), 2006 (5), 2010 (4), 2014 (2) auf insgesamt 16 Treffer brachte, haben er und danach Mbappé bei dieser WM längst schon pulverisiert.

„Messi ist ein brutales Phänomen“, sagte Klose, der Argentiniens Nationaltrainer Lionel Scaloni aus der gemeinsamen Zeit bei Lazio Rom gut kennt und mit ihm regelmäßig Kontakt hat. Scaloni war es auch, der ein Telefonat des ehemaligen WM-Torrekordhalters mit dem neuen arrangierte. „Das war schon sehr bewegend“, sagte Klose. So wie der Kampf der Top-Torjäger bei dieser WM die Fußball-Welt bewegt.