Fußball-WMRücktritt nach WM-Aus: Wer folgt bei Oranje auf Koeman?

Hört als Coach der Niederlande auf: Ronald Koeman
Hört als Coach der Niederlande auf: Ronald Koeman
Antonio Ojeda/ZUMA Press Wire/dpa

Nach dem WM-Aus zieht Ronald Koeman Konsequenzen und sich als Bondscoach zurück. Jetzt ist die Frage, wer auf ihn bei den Niederländern folgt - und erstmals gegen Deutschland auf der Bank sitzt.

Beim Nations-League-Auftakt zwischen den Niederlanden und Deutschland wird am 24. September in Amsterdam auf jeden Fall bei den Gastgebern ein neuer Trainer auf der Bank sitzen. Bondscoach Ronald Koeman erklärte nach dem frühen WM-Aus im Sechzehntelfinale gegen Marokko wie erwartet seinen Rücktritt und machte den Weg frei für einen Neuanfang. Ob Julian Nagelsmann ihm nach dem deutschen Scheitern gegen Paraguay folgt, bleibt abzuwarten.

„Wir alle haben von einer Weltmeisterschaft geträumt, bei der wir Geschichte schreiben würden. Das ist nicht gelungen. Niemand ist darüber enttäuschter als ich“, erklärte Koeman in einer persönlichen Stellungnahme bei Instagram. Als Nationaltrainer trage er dafür die Verantwortung.

„Natürlich hätte ich meine Zeit bei Oranje am liebsten mit dem WM-Titel abgeschlossen. Der Traum ist leider unerfüllt geblieben. Aber insgesamt überwiegt der Stolz“, schrieb Koeman, dessen Statement sich wie ein komplettes Ende seiner Trainerkarriere las. Er wolle sich jetzt mehr um seine Familie, vor allem seine an Brustkrebs erkrankte Frau Bartina kümmern.

Rückzug nach heftiger Kritik

Koeman, der die Elftal von 2018 bis 2020 und dann noch einmal seit Anfang 2023 betreute, war nach dem dramatischen Aus im Elfmeterschießen gegen Marokko heftig kritisiert worden, weil er auf fünf Verteidiger gesetzt hatte. Der Wunsch nach begeisterndem Offensiv-Fußball ist in den Niederlanden stets omnipräsent.

Wer diesen nun in Zukunft erfüllen soll, steht noch nicht fest. KNVB-Fußball-Boss Nigel de Jong muss jetzt schnell einen Nachfolger für Koeman suchen. „Mit dem Start der Nations League im September wissen wir, dass ein bisschen Eile geboten ist“, sagte der frühere Profi des Hamburger SV. „Aber gleichzeitig nehmen wir uns die Zeit, die nötig ist, um sorgfältig zur richtigen Entscheidung zu kommen.“

Viele Spekulationen - kommt Guardiola?

In den Medien wurden schnell Ex-Liverpool-Coach Arne Slot, Eindhovens Meistertrainer Peter Bosz, Leverkusens Kurz-Zeit-Trainer Erik ten Hag, die Ex-Profis Ruud van Nistelrooij und Michael Reiziger sowie sogar Pep Guardiola genannt. Der Spanier, der seine Zeit bei Manchester City gerade beendet hat, hatte in der Vergangenheit einmal gesagt, der Job als niederländischer Nationalcoach würde ihn reizen.

Wie realistisch ein Engagement des spanischen Startrainers ist, ist schwer einzuschätzen. Sollte sich Guardiola einen Job als Nationalcoach vorstellen können, wäre der frühere Bayern-Trainer sicher auch für den Deutschen Fußball-Bund interessant - sollte dieser sich zu einer Trennung von Nagelsmann entscheiden.