Fußball-WMDas war die WM-Nacht: Paris lockt Diomande, Gakpo spielt

Julian Nagelsmann hat vor dem K.-o-Rundenspiel gegen Paraguay gesprochen.
Julian Nagelsmann hat vor dem K.-o-Rundenspiel gegen Paraguay gesprochen.
Martin Meissner/AP/dpa

Nur ein Spiel und das bereits mittags: Erstmals seit über zwei Wochen wird in der deutschen Nacht kein WM-Fußball gespielt. Einen Bundesliga-Star könnte es bald zum Champions-League-Sieger ziehen.

Julian Nagelsmann ist sich der großen Bedeutung des K.-o.-Spiels der Fußball-Nationalmannschaft gegen Paraguay bewusst. „Im Fußball geht es nur ums Gewinnen. Wenn du gewinnst, ist alles perfekt. Wenn du verlierst, ist alles shit. Also müssen wir gewinnen“, sagte der Bundestrainer bei der Pressekonferenz vor der Partie der WM-Zwischenrunde heute (22.30 Uhr/ZDF und MagentaTV) in Foxborough auf die Frage eines brasilianischen Journalisten auf Englisch.

Die DFB-Elf hat bei der ersten WM mit 48 Teams erstmals seit dem Titelgewinn 2014 in Brasilien wieder die Gruppenphase überstanden. Dennoch gab es nach dem enttäuschenden 1:2 gegen Ecuador viel Kritik an der Spielweise und der Einstellung.

„Ich habe nicht das Gefühl, dass ich irgendeine Beweispflicht habe gegenüber anderen als Bundestrainer. Wir freuen uns, wenn alle Fans uns unterstützen“, sagte der 38-Jährige: „Aber in erster Linie geht es darum, dass wir uns so präparieren, dass wir in der Lage sind, ein gutes Spiel zu machen.“

Das sind die weiteren wichtigen Themen der Nacht:

Südafrika-Trainer Broos vertagt Zukunfts-Entscheidung

Hugo Broos hat seine Zukunft als Nationaltrainer von Südafrika nach dem Aus im WM-Sechzehntelfinale offen gelassen. „Ich denke, es ist nicht klug Entscheidungen zu treffen, wenn man enttäuscht ist. Also werde ich das auch nicht tun“, sagte der 74 Jahre alte Belgier nach dem 0:1 (0:0) gegen Co-Gastgeber Kanada in Inglewood.

Vor der Endrunde hatte Broos noch angekündigt, dass nach der WM für ihn Schluss ist. Nach dem Einzug ins Sechzehntelfinale war er von diesem Plan aber ein wenig abgewichen. Man werde „sehen, wie es für mich weitergeht. Ich habe immer gesagt: Ja, das ist meine letzte Weltmeisterschaft. Das steht fest. Was in den nächsten Tagen und Wochen passieren wird, hängt auch ein bisschen davon ab, wie Südafrika die Zukunft sieht“, sagte Broos.

Koeman: Niederlande-Stürmer Gakpo gegen Marokko dabei

Die Niederlande wollen das Sechzehntelfinale auch für Angreifer Cody Gakpo gewinnen. Der Stürmer vom FC Liverpool hatte am Samstag öffentlich gemacht, dass sein zweiter Sohn während der Schwangerschaft seiner Freundin gestorben war. Dennoch wird Gakpo in der Partie gegen Marokko im mexikanischen Monterrey am Dienstag (3.00 Uhr MEZ) dabei sein.

„Es war eine sehr traurige Nachricht. Wir haben das getan, was in unserer Macht stand, um ihn zu unterstützen“, sagte Bondscoach Ronald Koeman. Er habe großen Respekt davor, dass Gakpo bei der Mannschaft geblieben sei. „Das zeigt, was ihm die Elftal bedeutet.“ Gegen Marokko wird Gakpo, der in den drei Gruppenspielen zwei Treffer erzielte, von Anfang an spielen.

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Der Kapitän verrät: So will Paraguay gegen DFB-Elf auftreten

Paraguays Kapitän Gustavo Gómez hat für das WM-Sechzehntelfinale gegen Deutschland einen kampfbetonten Auftritt angekündigt. „In den drei Spielen - unabhängig von den Ergebnissen - haben wir gezeigt, dass wir gut kämpfen können“, sagte der 33-Jährige. „Das wird morgen nicht anders sein. Das ist unsere Identität.“

Paraguay qualifizierte sich als einer der acht besten Gruppendritten für das Sechzehntelfinale gegen das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann an diesem Montag (22.30 Uhr/ZDF und MagentaTV) in Foxborough bei Boston. Nach dem 1:4 zum Auftakt gegen Co-Gastgeber USA blieb das Team von Coach Gustavo Alfaro zweimal ohne Gegentor - beim 1:0-Sieg gegen die Türkei sogar trotz langer Unterzahl. Die Abwehr ist klar die Stärke der Südamerikaner.

Berichte: Leipzigs Diomande mit Paris über Wechsel einig

Der heiß begehrte Angreifer Yan Diomande von der Elfenbeinküste hat sich Medienberichten zufolge während der WM für einen Vereinswechsel von RB Leipzig zu Paris Saint-Germain entschieden. Laut den Sendern Sky und RMC sowie des Transfer-Experten Fabrizio Romano soll sich der 19-Jährige mit dem Champions-League-Sieger auf einen Fünfjahresvertrag geeinigt haben.

Damit der Wechsel nach der laufenden WM stattfinden kann, muss sich PSG noch mit Leipzig über die Ablösesumme einigen. Beide Clubs würden sich demnach bereits im Austausch befinden. An Diomande hatte dem Vernehmen nach auch der FC Liverpool großes Interesse gezeigt. Medienberichten zufolge soll RB ein Angebot der Reds über 100 Millionen Euro abgelehnt haben.

Brasiliens Kapitän: Japan bloß nicht unterschätzen

Rekordweltmeister Brasilien lehnt die Favoritenrolle im Sechzehntelfinale gegen Japan ab. Es wäre „völlig falsch“, die japanische Mannschaft auch nur im Geringsten zu unterschätzen, sagte Kapitän Marquinhos vor dem K.-o.-Spiel heute (19.00 Uhr/ZDF und Magenta TV) in Houston. „Sie hat sich mit starken Gegnern gemessen und in den vergangenen Spielen bewiesen, dass sie mit den ganz Großen mithalten kann.“

Brasiliens Nationaltrainer Carlo Ancelotti hat seinen Plan mit Starspieler Neymar derweil nicht verraten. Neymar sei körperlich so weit, auch länger als nur 15 Minuten spielen zu können, sagte der Italiener: „Letztlich wird das aber vom Spielverlauf und der Situation abhängen, die uns im morgigen Spiel erwartet.“