Fußball-WMDas war die WM-Nacht: Mbappé und Frankreich im Halbfinale

Der Titelfavorit erreicht wieder die Vorschlussrunde einer WM. Kylian Mbappé steht wieder im Fokus - auch wegen seiner Ferse. England bangt vor dem Duell mit Norwegen um den Einsatz zweier Spieler.
Angeführt von Stürmerstar Kylian Mbappé hat Frankreich zum dritten Mal nacheinander das Halbfinale einer Fußball-WM erreicht. Der große Titelfavorit setzte sich im Viertelfinale hochverdient mit 2:0 (0:0) gegen Marokko durch und trifft nun auf den Sieger des Duells zwischen Spanien und Belgien, das heute (21.00 Uhr MESZ/Magenta TV und ZDF) in Inglewood bei Los Angeles steigt.
Mbappé scheiterte zunächst mit einem Elfmeter an Marokkos überragendem Keeper Bono, traf in der 60. Minute dann aber per Traumtor zur Führung. Der Ex-Dortmunder Ousmane Dembélé (66.) legte nach. Für Frankreich war es der sechste Sieg im sechsten Spiel bei diesem Turnier. Mbappé hat nun insgesamt 20 WM-Tore, nur eines weniger als Rekordhalter Lionel Messi aus Argentinien.
Mbappé mit Eisbeutel am Fuß: „Es geht gut“
Kylian Mbappé saß nach seiner Auswechslung gegen Marokko mit einem dicken Eisbeutel am Fuß auf der Bank. Doch der Offensivstar gab hinterher Entwarnung, ein Ausfall im Halbfinale droht wohl nicht. „Ich habe einen Schlag auf die Ferse bekommen, aber es geht gut“, sagte der Angreifer von Real Madrid, der bei der Feier vor den Fans scheinbar problemlos wieder hüpfen konnte.
Frankreichs Trainer Didier Deschamps verriet, dass Mbappé nicht nur „einen Schmerz“ an der Ferse verspürt, sondern auch Krämpfe gehabt habe. „Das ist normal, er spielt so viele Spiele“, sagte der Coach: „Aber wir konnten sehr gut auswechseln.“
Marokkos Bono als Sieger im Duell vom Punkt mit Mbappé
Marokkos Torwart Bono ist das, was man im Fußball umgangssprachlich auch „Elfmeter-Killer“ nennt. Im Viertelfinale gegen Frankreich untermauerte der 35-Jährige diesen Ruf, als er in der ersten Halbzeit einen Strafstoß von Stürmerstar Kylian Mbappé parierte. Von neun Elfmetern bei Weltmeisterschaften - inklusive Elfmeterschießen - ließ Bono nur zwei Tore zu. Viermal parierte er, dreimal wurde anderweitig vergeben.
Allerdings machte es ihm diesmal Mbappé mit einem wenig platzierten und viel zu laschen Schuss auch einfach. „Der war einfach schlecht geschossen“, sagte Ex-Weltmeister Mats Hummels als MagentaTV-Experte.
Der mögliche nächste Bundestrainer Jürgen Klopp gab zu bedenken, dass zwischen Elfmeterpfiff und Ausführung wegen einer VAR-Überprüfung viel Zeit vergangen sei: „Vielleicht war grad Pinkelpause oder sonst was, aber es hat ewig gedauert. Kylian musste dreimal noch justieren. Das hilft nicht, das hat man ihm auch angemerkt. Er war nicht wirklich glücklich.“
England bangt gegen Norwegen um Einsatz von Guehi und Rice
England droht im Viertelfinale gegen Norwegen der Ausfall von Marc Guehi. Der Innenverteidiger klagt seit dem Achtelfinalsieg in Mexiko über muskuläre Probleme, laut einem Bericht der BBC könnte es sich um eine Zerrung im Oberschenkel handeln. Es sei offen, ob Guehi am Freitag mit der Mannschaft trainieren kann. Das Spiel findet am Samstag in Miami statt.
Laut BBC soll auch Mittelfeldspieler Declan Rice wegen einer Magen-Darm-Erkrankung bereits den zweiten Tag in Folge nicht trainiert haben. Das englische Team hat Maßnahmen ergriffen, damit sich der Virus nicht ausbreitet.
Spanien-Coach vor Belgien-Duell: Kein Gedanke an Frankreich
Spaniens Nationaltrainer Luis de la Fuente will sich auf keinen Fall schon mit einem möglichen WM-Halbfinale gegen Frankreich beschäftigen. „Wir denken an nichts anderes als Belgien morgen. Wenn wir da gewinnen, dann sprechen wir über Frankreich. Aber als Profis kann ich versichern, wir sind komplett auf das Spiel morgen fokussiert“, sagte er vor dem Viertelfinale gegen Belgien in Inglewood. Das 2:0 der Franzosen gegen Marokko habe er aber geschaut, sagte er. „Frankreich war das bessere Team. Wir wissen, was sie können.“

