Formel 1 in BelgienAntonelli holt sich nächste Pole Position vor Verstappen

Kimi Antonelli greift nach seinem sechsten Saisonsieg in der Formel 1. Der junge Italiener steuert seinen Mercedes in der Qualifikation in den Ardennen ganz nach vorn.
Formel-1-Spitzenreiter Kimi Antonelli hat sich auch von einem Windschatten-Trick von Ex-Weltmeister Max Verstappen nicht aus der Ruhe bringen lassen. Der 19-jährige Italiener steuerte seinen Mercedes in der Qualifikation zum Großen Preis von Belgien souverän auf den ersten Startplatz - bereits zum sechsten Mal in dieser Saison. Verstappen landete dahinter im Red Bull auf Rang zwei und komplettierte die erste Startreihe für den Grand Prix am Sonntag (15.00 Uhr/Sky und RTL)
„Es ist großartig, auf der Pole zu stehen. Das war keine ganz einfache Session, aber wir waren in der Lage, uns von Runde zu Runde zu verbessern“, sagte Antonelli, der nach seinem sechsten Saisonsieg greift. Trotzdem warnte der Youngster mit Blick auf das Rennen: „Morgen wird ein anderer Tag. Es wird wichtig sein, einen guten Start hinzulegen.“
Verstappens Trick mit Teamkollege Hadjar
Der Niederländer Verstappen hatte auf seinem Lieblingskurs wirklich alles versucht, um sich die Pole Position zu erkämpfen. Teamkollege Isack Hadjar gab dem 28-Jährigen zweimal Windschatten und verschaffte ihm so einen großen Vorteil. Am Ende fehlten nur 0,317 Sekunden zum besten Startplatz. „Ohne den Windschatten würde ich jetzt nicht hier stehen“, sagte Verstappen beim Interview der Top Drei und lobte den Franzosen Hadjar: „Er hat einen super Job gemacht. Das ist ein gutes Ergebnis. Wir sind zufrieden und glücklich, dass wir jetzt in der ersten Startreihe stehen.“
Weltmeister Lando Norris schaffte es zwar eigentlich auf Rang drei, doch diese Position verliert der Brite direkt wieder. Nach einer Strafe wegen des Wechsels der Leistungselektronik in seinem Auto wird er um zehn Plätze nach hinten versetzt. George Russell im zweiten Mercedes ist deswegen Dritter in der Startaufstellung. „Es ist unglücklich mit der Strafe“, sagte Norris: „Es wäre schön gewesen, im Kampf ganz vorn dabei zu sein. Hoffentlich können wir ein gutes Rennen zeigen.“
Antonelli fährt nur am Anfang hinterher
In zwei der drei vorherigen Trainingseinheiten hatte Antonelli die Bestzeit gesetzt und galt so als Favorit auf den ersten Rang. Im ersten Abschnitt der Qualifikation zeigte der Teenager dann aber nicht seine beste Leistung und wurde zunächst nur Achter - mit knapp einer halben Sekunde Rückstand auf Norris. In der zweiten K.-o.-Phase war der Youngster dann nicht zu bezwingen und hielt die Konkurrenz auf Abstand.
Für Nico Hülkenberg war vor der finalen Qualifikationsrunde, den wieder Antonelli bestimmte, bereits Schluss. Der 38-Jährige aus dem Rheinland kam auf den 14. Platz. Besonders bitter: Wegen Hydraulik-Problemen konnte er am Ende nicht in die Garage zurückfahren, sondern musste das defekte Auto vorher verlassen. Der Wagen wurde mit Hilfe des Streckenpersonals hinter die Banden geschoben.
Warum die Rundenzeiten langsamer sind als im Vorjahr
Im Vergleich zu den vergangenen Jahren waren die Rundenzeiten auf dem mit 7,004 Kilometern längsten Kurs im Formel-1-Kalender langsamer. Durch die umfassenden Regeländerungen mit dem neuen Energiemanagement der Motoren steht den Fahrern nicht mehr so viel Leistung zur Verfügung wie früher. Ohne elektrische Unterstützung haben die Verbrennungsmotoren weniger Power. Die Strecke besteht größtenteils aus schnellen Kurven und langen Geraden, deshalb gibt es kaum Gelegenheiten zur Energierückgewinnung.
Vor dem zehnten Saisonlauf führt Antonelli in der WM-Wertung mit 25 Punkten Vorsprung vor Russell. Weitere sieben Zähler dahinter folgt Rekordweltmeister Lewis Hamilton im Ferrari. Verstappen liegt als Siebter schon 103 Punkten hinter Antonelli.

