„Ich bin kein Roboter“Tennis-Star Zverev braucht eine Pause

Germany's Alexander Zverev leaves the court after losing against Spain's Alejandro Davidovich Fokina during the men's singles semifinal match at the Shanghai Masters tennis tournament in Shanghai, China, Saturday, Oct. 17, 2026. (AP Photo/Andy Wong)
Alexander Zverev muss nach dem Turnier in Shanghai dringend durchatmen.
AP Photo/Andy Wong

Im Kampf um den Finaleinzug beim ATP Masters von Schanghai gehen Alexander Zverev Kraft und Puste aus. Die designierte Nummer 1 der Tennis-Welt nimmt es gelassen und kommt zu einer „humanen“ Erkenntnis.

Der Fuß schmerzt, der Kopf will nicht mehr, und so kam sogar Vielspieler Alexander Zverev am Ende seiner Chinareise zu einer seltenen Erkenntnis. „Ich bin kein Roboter, ich bin ein Mensch - ich werde eben müde“, sagte der zukünftige Weltranglistenerste nach seiner Niederlage im Halbfinale des Tennis-Masters in Schanghai. Sein Fazit: „Ich denke, eine Pause ist jetzt dringend notwendig.“

Die Hatz über den Globus gehört seit Jahr und Tag zur Standardeinstellung bei Alexander Zverev, Auszeiten nimmt er sich nur, wenn er dazu gezwungen wird. Durch die tödlichen Angriffe der Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien fällt das millionenschwere Showevent Six Kings Slam in Riad aus. Zverev darf im Saisonendspurt durchschnaufen, das 7:5, 4:6, 3:6 gegen den Spanier Alejandro Davidovich Fokina zeigte die Dringlichkeit.

Er sei „bereits erschöpft in das Turnier gegangen. Daher ist es für mich in Ordnung, gegen einen solchen Spieler zu verlieren“, sagte Zverev und fügte ermattet hinzu: „Nach den US Open hatte ich insgesamt nur einen einzigen freien Tag. Ich habe sehr viel Tennis gespielt, was eigentlich sehr positiv ist, denn es bedeutet ja, dass ich gut gespielt habe.“

Zverev trotzt Knöchelblessur

So gut, dass er sich in diesem denkwürdigen Jahr seinen Kindheitstraum von einem Grand-Slam-Sieg in Paris und New York gleich doppelt erfüllte. So gut auch, dass er am Ende des Jahres auf Platz eins im ATP-Ranking stehen wird. Das Aus in Schanghai verzögert nur das Unvermeidbare, selbst wenn Zverev auf das Hallenturnier in Wien (ab 26. Oktober) verzichtet. Seinen Start ließ er zumindest offen, seine Ziele im Herbst gehen weit über Wien hinaus.

Das Masters in Paris, das ATP-Saisonfinale in Turin und der Davis Cup mit der deutschen Mannschaft in Bologna sind lohnenswerte Turniere, bei denen Zverev die bislang erfolgreichste Saison seiner Karriere veredeln kann. Dafür muss er jedoch Kraft tanken, auf seiner Asientour in Peking (Niederlage gegen Novak Djokovic) und Schanghai fehlte ihm sichtlich die Energie für weitere Großtaten.

Mit einer Knöchelblessur hatte sich der Hamburger, der den verletzten Italiener Jannik Sinner an der Spitze ablösen wird, Runde für Runde weitergeschleppt, im Achtelfinale gegen den Kasachen Alexander Bublik sah es zeitweise so aus, als müsse Zverev aufgeben. Daher, resümierte der 29-Jährige am Samstag, habe er sogar „über“ seinen Erwartungen abgeschnitten. „Wir sind alle nur Menschen, selbst die besten Spieler der Welt“, sagte er. Und Menschen brauchen eben Pausen - eine Erkenntnis, gegen die sich Zverev oft gewehrt hat.

Verwendete Quellen: mar/sid