Gut verdienen ohne StudiumFünf Ausbildungsberufe mit dem höchsten Einstiegsgehalt

In manchen Jobs klingelt auch ohne Studium die Kasse.
Coole Kollegen, spannende Aufgaben und ein Top-Arbeitsklima – besser geht es im Job nicht, oder? Nicht ganz, denn auch das liebe Geld spielt bei der Berufswahl eine Rolle. Weit verbreitet ist dabei die Annahme, dass Akademiker mehr verdienen als Beschäftigte mit Hochschulabschluss. Das stimmt aber nicht immer. Wir zeigen fünf Berufe mit dem höchsten Gehalt nach der Ausbildung.
Diese Vorteile haben Ausbildungsberufe
Zur Orientierung zunächst ein kurzer Blick in die Zahlen. 5.688 Euro pro Monat verdienten sozialversicherungspflichtig beschäftigte Akademiker in Vollzeit im Jahr 2023 laut der Bundesagentur durchschnittlich. Beschäftigte mit anerkanntem Berufsabschluss bekamen im Durchschnitt 3.658 Euro. Von den rund 2.000 Euro Unterschied sollte sich aber niemand abschrecken lassen, denn der Einkommens-Durchschnitt der Akademiker wird vor allem vom hohen Gehalt von Ärzten und Ingenieuren ordentlich angehoben.
Auszubildende mögen zwar zunächst weniger verdienen, bekommen aber dafür von Anfang an einen festen Lohn ausgezahlt. Akademiker müssen ihr Studium dagegen selbst finanzieren oder auf BAföG zurückgreifen, von dem in der Regel die Hälfte zurückgezahlt wird. Zudem fangen sie oft erst mit Mitte oder Ende zwanzig an zu arbeiten und müssen dann noch Schulden aus dem Studium tilgen. Wer sich nach der Ausbildung regelmäßig weiterbildet und im Laufe der Zeit die ein oder andere Zusatzqualifikation erwirbt, kann außerdem in eine gehobene Position aufsteigen und damit sogar das Gehalt vieler Menschen mit Hochschulabschluss hinter sich lassen, wie Matthias Hertle von der Bundesagentur für Arbeit in der Süddeutschen Zeitung ausführt.
Das Karriereportal Stepstone schaut sich regelmäßig an, wie viel die Menschen hierzulande verdienen und veröffentlicht auch die Ausbildungsberufe mit den höchsten Einstiegsgehältern. Diese fünf führen die Liste an.
Platz fünf: Industriemechaniker
Fräsen, feilen, schrauben: Industriemechaniker packen an und kümmern sich darum, dass Maschinen und Fertigungsanlagen funktionieren. Sie produzieren außerdem Bauteile, bei denen es auf Millimeter ankommt – Präzisionsarbeit ist angesagt. Industriemechaniker sind für Maschinen verantwortlich, die Tausende oder Millionen von Euro kosten. Jeder Ausfall kann für das Unternehmen richtig teuer werden. Deshalb müssen die Anlagen regelmäßig gewartet werden. Einsatzorte sind zum Beispiel Werkstätten, Produktionshallen oder Flughäfen. Laut Stepstone verdienen Einsteiger in diesem Beruf wegen der hohen Verantwortung von Anfang gut. Das Einstiegsgehalt liegt demnach pro Jahr bei durchschnittlich 38.500 Euro brutto.
Platz vier: Mechatroniker
Der Jobtitel Mechatroniker setzt sich aus Mechaniker und Elektroniker zusammen. Ein Mechatroniker liest Schaltpläne oder Konstruktionszeichnungen und stellt mechanische und elektrische Bauteile zu komplexen Systemen wie Industrierobotern, programmierbaren Waschmaschinen oder Automotoren zusammen. Denn in diesem Beruf wird nicht nur geschraubt, sondern auch Software programmiert und installiert. Wenn eine rote Lampe blinkt, ist der Mechatroniker nicht weit, um den Fehler zu finden und, falls nötig, das betreffende Teil auszutauschen.
Der Einsatzort ist überall dort, wo Maschinen und Anlagen gebaut und gewartet werden. Vom kleinen Betrieb bis zur riesigen Fertigungshalle ist alles dabei. Da Robotik und KI auch in Zukunft eine große Rolle spielen werden, sind die Perspektiven blendend. Das Gleiche gilt auch für das Einstiegsgehalt, das laut Stepstone bei durchschnittlich 38.750 Euro brutto liegt.
Platz drei: Elektroniker für Automatisierungstechnik
Wer schon als Kind davon geträumt hat, einen Roboter zu bauen, ist hier richtig. Elektroniker für Automatisierungstechnik sind dafür zuständig, Funktionsweisen und Abläufe automatisierter Systeme zu analysieren und die Effizienz zu steigern. Wie kann man den Menschen das Leben erleichtern? Ist eine Maschine zum Bettenmachen sinnvoll und wie könnte sie aussehen und funktionieren? Sensortechnik, Leitungssysteme und Stromkreisläufe sind genauso Teil des Jobs wie Betriebssysteme und Netzwerke. Wenn gerade keine Innovation in Sicht ist, überwacht und prüft der Elektrotechniker seine Systeme und löst Probleme – gegebenenfalls auch per Ferndiagnose.
Das Einsatzfeld ist vielfältig: Medizin- und die Informationstechnik bieten genauso Jobs wie die Automobilindustrie oder der Maschinen- und Anlagenbau. Wo elektronische Innovationen weiterentwickelt werden, ist der Elektroniker für Automatisierungstechnik nicht weit. Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung beziffert Stepstone mit 39.000 Euro brutto.
Platz zwei: Fluggerätemechaniker
Fluggerätemechaniker sein ist ein bisschen so wie Lego bauen in realer Größe. Ob Flugzeug, Hubschrauber oder Raumschiff: Fluggerätemechaniker kümmern sich darum, dass sie alle sicher aufsteigen, fliegen und heil auf die Erde zurückkommen. Dabei wird nicht nur Hirnschmalz bei der Entwicklung neuer Technik investiert, sondern auch fleißig geschraubt und Bauteile anhand von technischen Zeichnungen hergestellt und zusammengeschraubt. Vom meterlangen Koloss bis hin zum Kleinteil, für das Präzisionswerkzeug eingesetzt wird, ist alles dabei. Die Verantwortung ist groß, denn schließlich geht es um die Sicherheit der Crew und möglicher Passagiere. Dafür ist aber auch das Einstiegsgehalt entsprechend hoch, Stepstone gibt es mit 39.750 Euro brutto an.
Platz eins: Chemikant
Farben, Kosmetika, Medikamente oder Waschmittel: Wir haben täglich mit Produkten zu tun, die ein Chemikant hergestellt hat. Und zwar mit großen Maschinen oder Fertigungsanlagen. Rohstoffe abmessen und einfüllen, Anlagen in Gang bringen, heizen oder kühlen, destillieren und die gewünschten chemischen Reaktionen erzielen – alles Aufgabe des Chemikanten. Dabei kommen auch giftige oder gefährliche Stoffe zum Einsatz. Meldet die Produktionsanlage eine Störung, ist der Chemikant zur Stelle, bevor alles verunreinigt wird. Er nimmt Proben und protokolliert den Ablauf. Wenn alles fertig ist, wird das Produkt auf Fehler überprüft und die Qualität gecheckt. Dafür gibt’s Stepstone zufolge ein Top-Einstiegsgehalt von 41.500 Euro brutto.
Fazit: Das Gehalt ist wichtig, aber...
Bei der Höhe des Gehalts handelt es sich um Durchschnittswerte. Neben Faktoren wie der Branche, der Unternehmensgröße und dem Bundesland kommt es beim Gehalt entscheidend auf den Job selbst an. Hier gilt allerdings: Geld ist nicht alles. Wer keinen Spaß an Chemie hat, wird vermutlich als Chemikant nicht unbedingt in seinem Beruf aufgehen. Gegebenenfalls hilft ein Tag der offenen Tür oder ein Praktikum, um einen Einblick in den Berufsalltag zu bekommen.
Übrigens: Als Faustregel gilt, dass Neulinge im Unternehmen frühestens nach der Probezeit oder nach einem Jahr im Unternehmen nach einem höheren Gehalt fragen sollten. Dabei kommt es vor allem auf das Timing an. Wer neue Aufgaben bekommt, darf auch mehr Lohn dafür erwarten.




