Pom Pom, Igelstachelbart oder Löwenmähne„Pilzling“ züchtet exotische Pilzsorte - Kölner Startup setzt auf Landwirtschaft in der Stadt
Die Pilzsorte „Löwenmähne“ wird in den Kellerräumen einer Kölner Pilzfarm gezüchtet. Die besondere, faserige Textur macht den Pilz für viele interessant: Vor allem als Fleischalternative. Das Startup „Pilzling“ setzt darauf, die Landwirtschaft näher in die Stadt zu bringen. Statt im Wald wachsen die Pilze hier also auf dem, was in der Stadt übrigbleibt: Kaffeesatz, Kartoffelschalen oder anderen organischen Reststoffe.
Pilze aus dem Kölner Keller
Gezüchtet wird die Löwenmähne mitten in Köln – in den Kellerräumen des Startups. Geschäftsführer Christian Vetter setzt darauf, die Landwirtschaft in die Stadt zu holen und damit näher zu den Menschen zu bringen. In der Pilzfarm dreht sich alles um Pilze. Seit 2022 werden dort insgesamt fünf Sorten gezüchtet. Der Star unter ihnen: die sogenannte Löwenmähne. Der Pilz fällt durch sein ungewöhnliches, zotteliges Aussehen auf und stammt ursprünglich aus Asien und Nordamerika. Dort gilt er teilweise sogar als Heilpilz. Für Geschäftsführer Christian Vetter ist die Arbeit längst zur Leidenschaft geworden. In den vergangenen Jahren hat er so viele Pilze gegessen wie nie zuvor und experimentiert immer wieder mit neuen Zubereitungsarten.
Nachhaltige Zucht auf Reststoffen
Die Pilze wachsen auf dem, was in der Stadt übrigbleibt: Kaffeesatz, Kartoffelschalen und anderen Reststoffen. Das sogenannte Substrat dient den Pilzen als Nährboden. Bei rund 16 Grad und 90 Prozent Luftfeuchtigkeit fühlen sich die Pilze besonders wohl. Sobald die Blöcke angeschnitten werden und Sauerstoff an das Substrat gelangt, beginnen die Fruchtkörper zu wachsen: ähnlich wie im Wald, wenn der Pilz an die Oberfläche kommt. Rund 20 Tage dauert es, bis die Löwenmähne erntereif ist.
Vom Keller auf den Teller
Vor allem die fasrige, fleischähnliche Konsistenz macht die Löwenmähne für viele Menschen interessant. Der Geschmack gilt eher als neutral, wodurch sich der Pilz vielseitig würzen und zubereiten lässt. Manche braten ihn in Scheiben mit Butter an, andere nutzen ihn als Fleischalternative. Die Löwenmähne lässt sich vielseitig zubereiten und wird so in der Küche zum Gourmet-Gericht. Geliefert werden die Pilze vor allem an Restaurants. Kunden können sie aber auch direkt vor Ort bestaunen und kaufen. Viele kommen zunächst aus Neugier in die Kölner Pilzfarm, während einige inzwischen regelmäßig zum Einkaufen dort sind. Neben frischen und getrockneten Pilzen bietet das Startup auch fermentierte Produkte und Zuchtsets für zuhause an. So kann jeder selbst zum Pilzzüchter werden. 200 Gramm des frischen Pilzes kosten rund sechs Euro. Insgesamt wachsen im Kölner Keller jede Woche etwa 70 Kilogramm Pilze. Für das Startup ist das nicht nur Lebensmittelproduktion, sondern auch ein Beispiel dafür, wie nachhaltige Landwirtschaft mitten in der Stadt funktionieren kann.

































