Von Handschellen befreit Fall aus Bayern betrifft auch NRW
Flucht-Fiasko mit NRW-Fesseln: In Bayern blamiert sich die Polizei, weil ein Verdächtiger aus seinen Handschellen entkommt. Hersteller ist eine Firma aus Solingen. Die passenden Schlüssel dafür sind frei im Netz zu kaufen.
Alles im Griff? Nicht so ganz
In Bayern konnte sich ein Verdächtiger aus seinen Handschellen befreien. Er wurde im November wegen eines Drogendelikts festgenommen. Die Beamten holten ihn zwar schnell wieder ein, aber das Thema fesselt jetzt auch die Gewerkschaft der Polizei NRW. Denn Nordrhein-Westfalen nutzt die gleichen Modelle. In einem bekannten Online-Shop gibt es dafür den Generalschlüssel zu kaufen - für jeden Nutzer ab knapp 13 Euro. Das Landesamt für zentrale polizeiliche Dienste in Duisburg tauscht sich deshalb mit Bayern aus, so das NRW-Innenministerium.
Hersteller schaltet Anwalt ein
Der Hersteller der Handschellen und der dazugehörigen Schlüssel kommt aus Solingen. Er hat einen Anwalt eingeschaltet und geht gegen die Angebote im Netz vor, heißt es auf RTL WEST Anfrage. Weiter teilt er schriftlich mit: „[...] Unabhängig davon nehmen wir Hinweise zu sicherheitsrelevanten Aspekten unserer Produkte sehr ernst und stehen hierzu im Austausch mit den zuständigen Stellen [...]“ Dem NRW-Innenministerium ist ein Fall wie in Bayern nicht bekannt. Dass es so weit kommen konnte, überrascht den Gewerkschafts-Chef, denn gefesselt werden Tatverdächtige hinter dem Rücken. So ist es schwierig sich zu befreien. Der Schlüssel muss schon in der Hand oder Hosentasche des Festgenommenen gewesen sein, meint Patrick Schlüter. Dazu kommt: Vor jeder Festnahme durchsuchen Beamte den Tatverdächtigen. In Zukunft sollen sie dabei besonders auf Schlüssel achten, sagt Patrick Schlüter. Er fordert jetzt: Speziell entwickelte Handfesseln nur für die Polizei und die dürfen niemals in den freien Handel kommen.


































