Sie schuften für GlimmerBruce Darnell trifft Kinder in Madagaskar-Mine: „Mein Herz klopft“
Diese Reise lässt Bruce Darnell nicht kalt.
Für „RTL – Wir helfen Kindern“ reist der Model-Coach nach Madagaskar und erlebt dort, wie schon Fünfjährige in Mica-Minen arbeiten. Besonders die Begegnungen mit Tsiliva und Soanambignee gehen ihm nahe.
Bruce Darnell erlebt Kinderarbeit in Madagaskar hautnah
Staub liegt in der Luft, Kinder sitzen zwischen Steinen und sortieren Glimmer. Andere verschwinden in engen Schächten, die tief unter die Erde führen. Als Bruce Darnell im Süden von Madagaskar eine Mica-Mine erreicht, ist seine Anspannung deutlich zu spüren. „Mein Herz klopft ganz doll“, sagt der Model-Coach. In der Mine wird das Mineral Glimmer abgebaut, das unter anderem für Kosmetik, Autolack und Handy verwendet wird.
Für die Stiftung „RTL – Wir helfen Kindern“ ist Bruce gemeinsam mit UNICEF unterwegs. Was er vor Ort erlebt, beschäftigt ihn sehr. „Es kann nicht wahr sein, dass ein Kind mit fünf oder sechs Jahren auf einer Mine arbeiten muss und Geld verdienen“, sagt er.
Mehr als 11.000 Kinder arbeiten nach Angaben von UNICEF in Madagaskars Mica-Lieferkette unter gefährlichen Bedingungen. Auf der Insel gibt es demnach rund 175 Minen. Für viele Familien ist die Arbeit dort eine Folge bitterer Armut. Ernten fallen wegen Dürren und Trockenperioden aus, das Einkommen der Kinder hilft beim Überleben.
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Schon der fünfjährige Bertino muss stundenlang Mica sortieren und vom Gestein trennen. Noch gefährlicher ist die Arbeit des zehnjährigen Tsiliva. Weil er klein genug ist, steigt er in schmale, ungesicherte Schächte. Bis zu 35 Meter geht es hinunter. Acht Stunden täglich klopft er dort Glimmer aus dem Stein.
„Ich habe keine Angst. Ich mache das schon lange, ich bin es gewöhnt“, erzählt Tsiliva. Warum er überhaupt arbeitet, erklärt er mit wenigen Worten. „Wir sind arm. Ich muss unsere Familie ernähren.“
Dabei wünscht sich der Zehnjährige etwas völlig anderes. „Ich möchte in die Schule gehen.“
„Sie träumt davon, Kind zu sein“
Auch die 13-jährige Soanambignee arbeitet für ihre Familie. Sie sortiert Mica-Plättchen, die unter anderem für Kosmetik, Autolack, Handys und Batterien verwendet werden. Spaß mache ihr die Arbeit nicht, erzählt sie Bruce. Sie tue es, damit ihre Familie etwas zu essen habe.
Als Bruce wissen will, wovon das Mädchen träumt, antwortet sie schlicht: „Ich träume davon, zu spielen.“
Ein Satz, der den 69-Jährigen trifft. „Sie träumt davon, Kind zu sein“, sagt Bruce und macht klar, was für ihn nach diesem Besuch zählt. „Die haben das Recht auf ein ganz normales Leben.“
Soanambignees Mutter Fedy schildert, wie ausweglos die Situation für ihre Familie ist. Die 40-Jährige erwartet ihr 13. Kind, zehn ihrer Kinder arbeiten und schlafen nach Angaben aus dem RTL-Projektfilm oben bei der Mine. „Wir sind zu arm, wir können die Kinder nicht in die Schule schicken, deshalb müssen sie arbeiten“, erklärt sie.
Schule statt Mine soll Kindern eine Zukunft geben
Genau hier setzt die Hilfe von „RTL – Wir helfen Kindern“ gemeinsam mit UNICEF an. Kinderschutz- und Bildungsprogramme sollen Kindern einen Weg aus der gefährlichen Arbeit ermöglichen.
Wie dieser aussehen kann, erlebt Bruce in der Grundschule von Ankirikirika. Dort gibt es ausgebildete Lehrer, Essen für die Schülerinnen und Schüler sowie sauberes, fließendes Wasser. Ein Schul-Club stärkt zudem Kinder, die früher selbst in Minen gearbeitet haben, und vermittelt ihnen ihre Rechte.
Nach den bedrückenden Bildern aus der Mica-Mine erlebt Bruce dort vor allem eines – Hoffnung. „Wichtig ist, dass die Kinder auf die Schule gehen können, dass sie eine Zukunft haben“, sagt er.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche





























