Kinder und Jugendliche entscheiden mit„Your Vision“ – wie sollen Schulen in NRW aussehen, wenn es nach den Schülern geht?

Wie frei können Kinder lernen, wenn Lehrpläne fast alles vorgeben? Das war Thema im Landtag in Düsseldorf. 150 Schüler zeigten, was sie im Alltag stört und welche Vision sie von einer modernen Schule haben.

Was die Kids an den NRW-Schulen stört

Rund 150 Kinder und Jugendliche aus NRW waren im Landtag in Düsseldorf zu Besuch. Die Siebt- bis Neuntklässler bauen sich ihre Wunschschule, denn aktuell ist noch Luft nach oben finden sie. Ein Achtklässler erklärt uns, er hoffe auf besseres WLAN und freundlichere Lehrer. Ein Mädchen findet, dass zu viel Unterricht in den Hauptfächern ausfällt. Alle Vorschläge werden gesammelt. Dahinter steckt das Projekt „Your Vision” von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung sowie dem NRW-Bildungsministerium. Mehr als 140 Schulen machen mit. Seit zwei Jahren fragen sie die Jugendlichen nach ihrer Meinung. Darum geht es auch bei dem Pressetermin. Thema einer Station ist zum Beispiel der Lehrplan. Für die Kinder und Jugendlichen fehlen Fächer wie: Kochen, KI, Kampfsport, aber vor allem Steuern und Finanzen. Auf Gedichte könnten sie dagegen gut verzichten. Die zuständige NRW-Bildungsministerin Dorothee Feller (CDU) erklärt, dass es bei den Ideen aber auch Grenzen gibt. Denn Lehrpläne müssen eingehalten werden. Trotzdem hofft sie, dass Schüler durch die Beteiligung ein Verständnis für Demokratie entwickeln.

Ideen für eine bessere Schule

Das Projekt kostet Zeit und braucht Lehrer. Die fehlen ohnehin in NRW. Deshalb machen nicht alle Schulen mit, so Frank Hinte von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung. Trotzdem glaubt er an die Idee. Für ihn ist es wichtig, dass sich die Kinder und Jugendlichen an den Schulen wohlfühlen. Für einige Mädchen müssten dafür weniger Schüler in einer Klasse sein. Für einen Jungen aus Ratingen bräuchte es bequeme Stühle. Der 15-Jährige hat sonst Rückenschmerzen und könne sich nicht so gut konzentrieren. Auch Mobbing bleibt ein Thema. Die Kinder wünschen sich mehr Respekt untereinander. So fällt das erste Zwischenzeugnis aus. Ende Juni 2026 gibt es dann ein Ergebnis von allen rund 140 Schulen.