Junge Menschen, altes Kraftwerk, neue IdeenWein aus dem Pott – Anbau zwischen Stahl und Schiefer in Herdecke
Wein und Industriekultur - diese zwei Herzen schlagen in der Brust von Elias Sturm. Deshalb baut der 25-jährige Weintrauben an. Mitten im Herzen eines Industriedenkmals in Herdecke (Ennepe-Ruhr-Kreis). Ganz nach dem Motto Junge Menschen, altes Kraftwerk, neue Ideen.
Weinberg mit Aussicht
Das stillgelegte Pumpspeicherkraftwerk Koepchenwerk liegt direkt am Hengsteysee in Herdecke. Vom Weinberg aus kann man bis nach Hagen und an die Dortmunder Hohensyburg gucken. Bei dieser atemberaubenden Aussicht macht Elias Sturm und seinen 25 Freunden die körperliche Arbeit großen Spaß.
Von Italien in den Pott
Inspiriert wird der Architekturstudent, als er mit 18 für ein halbes Jahr auf einem italienischen Weingut lebt. Danach geht es bei seinem Onkel im Garten weiter, damals noch mit 99 Reben. Seit 2022 pachtet die Gruppe die einzigartige Fläche. Ein ganzes Jahr dauert es, den Steilhang vom Unkraut zu befreien, bis er schließlich mit Reben bepflanzt werden kann. Genau wie Elias Sturm sind auch seine Freunde mit Leib und Seele dabei. Oben auf dem Weinberg wird angebaut. Unten, im alten Kraftwerk, ist das Weinwerk. Dort soll dann bald der Rebensaft hergestellt werden. Die Tanks und die Presse sind schon einsatzbereit für die erste Lese im kommenden Jahr. Die kann dann übrigens auch direkt vor Ort verkostet werden. In ganz ungezwungener Atmosphäre. 2017 rettet die Industriedenkmal-Stiftung NRW das Koepchenwerk vor dem Abriss. Inzwischen ist die Stiftung glücklich über die Zusammenarbeit mit dem project.vino.
Ungewöhnliche Schnitzeljagd
Das neuste Highlight am Herdecker Weinberg ist die Weinjagd. Das ist eine Schnitzeljagd durch das Kraftwerksgebäude, bei der spannende Rätsel in einzigartiger Kulisse gelöst werden müssen. Der buchstäbliche Höhepunkt der Weinjagd ist natürlich die Station ganz oben, an der Rebe. Mehr wollen wir hier aber nicht verraten. Wer selbst mal mitmachen will, kann das ab dem 28 Juni. Tickets gibts online ab 20 Euro pro Person, dazu kommen noch einmalig 20 Euro Bearbeitungsgebühr für die Gruppe. Inklusive sind dann auch zwei Gläser Wein für jeden. Und bei erfolgreicher Jagd eventuell noch der ein oder andere Schatz.


































