Musiker Tim Peters startet durchSchmaus oder Graus? Schlager spaltet die Gemüter

Vom Songwriter für Stars zum eigenen Schlager-Rave. Tim Peters mischt Dance und Schlager. Dabei hat genau der oft ein Problem mit seinem Image. Wir blicken drauf: passend zum „Tag des Schlagers“ am Samstag (17.01.).

Musik in die Wiege gelegt

Musiker Tim Peters wurde in Dortmund geboren. Inzwischen hat er seine eigene Gattung erfunden: Schlager-Rave. Moderne Dance-Elemente treffen auf deutschen Schlager. „Mein Onkel war Musikproduzent, lange Zeit mit eigenem Studio. Mein Vater war aktiv auf der Bühne, unter anderem als Gitarrist für Roy Black. Dann habe ich das einfach so aufgesogen als Kind und konnte mir das einfach auch schon früher vorstellen, dass ich irgendwann mal in diesem Bereich arbeite“, so Peters. Er schreibt und produziert Songs für Stars wie Michelle, Thomas Anders oder Florian Silbereisen. Hits, die dem 35-Jährigen Gold und Platin beschert haben.

Das bedeutet Schlager

Schlager ist in Deutschland Kulturgut und mit ihm lässt sich gutes Geld verdienen. Das Vermögen von Wolfgang Petry wird zum Beispiel auf zwölf Millionen Euro geschätzt, Andrea Berg soll 25 Millionen auf dem Konto haben und Roland Kaiser sogar angeblich 50 Millionen. Aber was ist eigentlich Schlager? Das weiß Dr. Ingo Grabowsky. Er ist nicht nur Historiker, sondern auch Experte für Unterhaltungsmusik. „Eigentlich ist im Wortsinn ein Schlager nur ein Lied, das eingeschlagen hat. Ein erfolgreiches Lied, so wurde es, wurde der Begriff auch ganz lange verwendet. Heute denken die meisten Leute, wenn sie über Schlager reden, an den Partyschlager, den sie von Mallorca kennen oder in Discos Clubs in Deutschland hören.“

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Imageschaden durch 68er

Doktor Schlager kennt auch das negative Image der Musikrichtung. Für ihn liegt das hauptsächlich an der 68-er-Bewegung. Für die jungen Menschen war damals einfach fast alles schlecht, was die Eltern gut fanden: „Der deutsche Schlager trägt im Grunde seitdem ein schlechtes Image mit sich. Ihm wird zugeschrieben, dass er den Leuten nur so etwas suggeriere wie eine heile Welt. Das war im politischen Denken der 70er-Jahre dann falsch, weil es darauf ankam, die Welt zu verändern und sie sich nicht schön zu singen.“

Schlager bleibt gleich

Grabowsky gibt zu, dass Schlager in der Regel nicht unbedingt sozialkritisch ist: „Schlager wird sein Image nicht verbessern. Das glaube ich nicht. Er wird weiterhin populär sein und Verwendung finden, aber er hat auch gar kein Interesse daran, sein Image zu verbessern. Dafür müsste er qualitativ besser werden, die Musik liebevoller produziert werden und bessere Texte geschrieben werden, aber solange das nicht braucht, um verkauft zu werden, wird er auch da nichts ändern.“ Schlager hat einen riesigen Markt. Künstler, Produzenten, Labels, Veranstalter und Hallenbetreiber verdienen mit. Laut Bundesverband der Musikindustrie wurden 2024 knapp 60 Millionen Euro in Deutschland allein durch Streaming und verkaufte Tonträger umgesetzt. Dazu kommen noch Live-Auftritte und Merchandise.