Genug Abstand zur AutobahnKaputtes Windrad nahe A44 - Materialschäden sind nie auszuschließen
Im Windpark Bedburg bei Jackerath ist an einer neuen Windkraftanlage ein Rotorblatt abgeknickt und in 160 Metern Höhe teilweise herabgesackt. Die A44 war deshalb stundenlang voll gesperrt werden, verletzt wurde niemand.
Ablauf des Vorfalls
Am Vormittag bemerkten Einsatzkräfte den schwer beschädigten Flügel an einer Anlage etwa 300 Meter von der A44 entfernt am Tagebau Garzweiler. Das Rotorblatt war an der Nabe abgeknickt und hing herab. Polizei und Feuerwehr sperrten die Autobahn zwischen Dreieck Jackerath und Kreuz Holz vollständig und richteten einen Sicherheitsradius von 400 Metern um das Windrad ein.
Maßnahmen und Folgen
Die Feuerwehr schloss zunächst auch einen spontanen Absturz des Blattes nicht aus und ließ den Bereich großräumig räumen. Ein kontrollierter Kraneinsatz war wegen der Gefahr und des Wetters nicht möglich, Personal sollte nicht in den Gefahrenbereich geschickt werden. Techniker von Nordex drehten die Gondel später per Fernsteuerung um etwa 180 Grad, sodass das beschädigte Blatt nicht mehr in Richtung Autobahn zeigte; danach wurde die A44 am späten Nachmittag wieder freigegeben.
Beteiligte Unternehmen und Verantwortung
Das Windrad steht auf rekultiviertem RWE-Gelände am Rand des Tagebaus Garzweiler im Windpark „Bedburg A44n“. Errichter der Anlage ist der Hersteller Nordex. Betreiber RWE betont, die Turbine sei neu und vom Unternehmen selbst noch nicht abgenommen worden. Damit liegt die technische Verantwortung derzeit im Wesentlichen beim Hersteller, der eine spezielle Taskforce zur Aufklärung eingesetzt hat.
Bekannte Hintergründe und offene Fragen
Zu den genauen Ursachen des Unfalls gibt es noch keine gesicherten Informationen. Hinweise auf Sabotage oder äußere Einwirkung liegen laut Polizei bisher nicht vor; vieles deutet auf ein Material- oder Montageproblem hin. Experten prüfen jetzt, ob ein Materialfehler, ein Montagefehler oder ein anderes technisches Problem vorliegt und warum Überwachungssensoren und Sicherheitssysteme den Schaden nicht früher verhindert haben. In Deutschland stehen aktuell über 30.000 Windenergieanlagen. Havarien dieser Art gelten als selten, sorgen aber wegen der Sicherheitsanforderungen für umfangreiche Gutachten.


































