Dachdecker, Tischler, Elektriker und Co. Handwerk schlägt Alarm - keine guten Aussichten für Betriebe in diesem Jahr

von Sabrina Stander und Vanessa Brodka

Die Brötchen des Bäckers, die kaputte Heizung oder die marode Schule - ohne Handwerk geht es nicht. Doch in NRW sieht die Lage für viele Betriebe gar nicht gut aus. Wichtige Köpfe aus der Branche schlagen Alarm.

Jahrespressekonferenz in Düsseldorf

Altem neuen Glanz verleihen - das ist die Leidenschaft von Michael Christmann. Er hat eine Werkstatt in Bonn für unter anderem Fassaden und Trockenbau. Die Aufträge laufen bei ihm noch gut, doch bei anderen Unternehmen bröckelt es gewaltig, weiß der Stuckateur. Auch ihm legt die Politik Steine in den Weg durch zu viel Bürokratie. Das war auch Thema in Düsseldorf bei einer Pressekonferenz, denn seit drei Jahren ist die Lage im NRW-Handwerk angespannt. Das trifft rund 200.000 Betriebe mit mehr als einer Million Beschäftigten. Denen fehlt vor allem ein stabiles Fundament. Sie brauchen verlässliche Rahmenbedingungen, betont Hans Jörg Hennecke, Hauptgeschäftsführer von „HANDWERK.NRW“.

Merz muss seine Versprechen halten

Vor allem die Bundesregierung ist gefragt. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) müsse Nägel mit Köpfen machen und seine Versprechen halten, sagt Andreas Ehlert, Präsident der Handwerkskammer Düsseldorf. Also: Stromsteuer senken, Bonpflicht abschaffen und sonntags sollen Bäckereien länger arbeiten dürfen - wie es im Koalitionsvertrag steht. Wirtschaftspolitik müsse Chefsache werden. Auf RTL WEST Anfrage äußert sich Merz dazu nicht. Darüber hinaus müssen die Sozialausgaben runter, betont Ehlert. Er erklärt: „Es ist so, dass die Sozialversicherungsabgaben ungezügelt immer weiter ansteigen: Rentenversicherung, Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Arbeitslosenversicherung. Im Handwerk ist es so, dass bis zu 80 Prozent der Handwerksleistungen eben Lohnkosten sind, Arbeitskosten. So wird Arbeit immer teurer.”