Blick hinter die KulissenSo werden Flugzeuge am Flughafen Düsseldorf jede Nacht auf Schäden und technische Probleme geprüft

von Sabrina Stander

Während viele schon schlafen, beginnt für die Mitarbeiter der Condor Technik die wichtigste Schicht des Tages. Fluggerätmechaniker kontrollieren am Düsseldorfer Flughafen jede Nacht Flugzeuge auf mögliche Schäden — damit tausende Menschen sicher starten und landen können.

Kontrolle mitten in der Nacht

Wenn am Düsseldorfer Flughafen langsam Ruhe einkehrt, beginnt für Fabrice Vosrie die Arbeit. Der 31-Jährige arbeitet als Fluggerätmechaniker bei der Condor Technik. Seine Schicht startet um 21:30 Uhr und endet erst morgens um sieben Uhr. Gemeinsam mit seinem Team sorgt er rund um die Uhr dafür, dass Flugzeuge sicher starten können. Besonders nach den jüngsten Flugzeugunglücken und Zwischenfällen in den USA schauen viele Passagiere aktuell genauer hin, wenn es um Flugsicherheit geht. Genau deshalb spielen die nächtlichen Kontrollen eine wichtige Rolle.
 

Jede Maschine wird genau geprüft

An diesem Abend wartet ein Airbus A320Neo aus Agadir in Marokko auf den sogenannten „Daily Check“. Diese Routinekontrolle muss spätestens alle 48 Stunden durchgeführt werden. Fabrice Vosrie und sein Kollege Celvin Momma teilen sich die Maschine auf — einer kontrolliert die linke Seite, einer die rechte. Dabei wird jedes Detail geprüft: Schrauben, Verkleidungen, Reifen, Bremsen, Turbinen und sogar der Gepäckraum. Fabrice erklärt: „Da würden wir natürlich jetzt gucken, dass wir da keine Beschädigungen haben, dass da alles im normalen Zustand ist.“ Schon kleine Schäden können im schlimmsten Fall gefährlich werden. Deshalb wird nichts dem Zufall überlassen.

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Verantwortung für tausende Passagiere

Nach der Außenkontrolle geht es in die Kabine und später ins Cockpit. Dort prüfen die Mechaniker unter anderem verschiedene technische Systeme, Triebwerke und den Ölstand. Erst wenn alles in Ordnung ist, darf die Maschine am nächsten Tag wieder starten. Für Fabrice Vosrie ist das eine große Verantwortung. Schließlich hängen an seiner Arbeit tausende Passagiere. Er sagt selbst: „Jeder Tag ist anders. Man steht immer vor anderen Herausforderungen.“

Ausbildung, Schichtdienst und viel Verantwortung

Wer Fluggerätmechaniker werden möchte, braucht mindestens einen Hauptschulabschluss. Wichtig sind außerdem technisches Verständnis, handwerkliches Geschick sowie gute Kenntnisse in Mathe und Physik. Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre. Das Einstiegsgehalt liegt — je nach Airline und Standort — zwischen rund 2.800 und 4.200 Euro brutto im Monat. Gearbeitet wird meist im Schichtsystem — auch nachts, an Wochenenden und Feiertagen. Bei der Condor Technik arbeiten rund 450 Mitarbeiter. Pro Schicht betreuen die Teams oft mehrere Flugzeuge gleichzeitig.

Große Checks in der Wartungshalle

Neben den täglichen Kontrollen gibt es auch deutlich umfangreichere Prüfungen. In der großen Wartungshalle am Düsseldorfer Flughafen ein Airbus A330Neo überprüft. Dort steht ein sogenannter „C-Check“ an — eine große technische Kontrolle, die etwa alle zwei Jahre durchgeführt wird. Dabei werden unter anderem Fahrwerk, Technik und Sicherheitssysteme genau getestet. Fabrice Vosrie erklärt: „Natürlich hat der Job auch eine große Verantwortung. Aber wir sind dementsprechend gut geschult und immer auf dem neuesten Stand.“

Sommerurlaub trotz Kerosin-Sorgen gesichert

Für Urlauber gibt es aktuell übrigens gute Nachrichten: Trotz möglicher Kerosinengpässe rechnet Condor nach eigenen Angaben derzeit nicht mit Flugstreichungen. Dem Sommerurlaub steht also erstmal nichts im Weg - und während am Flughafen Düsseldorf morgens schon wieder die ersten Passagiere einchecken, endet für Fabrice Vosrie und sein Team die Nachtschicht — bevor wenige Stunden später die nächsten Flugzeuge starten.