„Viva la Vagina!”Weibliche Lust ein Tabu? Hamburger Regisseurin sagt Scham den Kampf an

Na, wann habt ihr das letzte Mal über eure Lust gesprochen?
Die Hamburger Regisseurin Toti Baches findet, dass über weibliche Lust noch lange nicht ausreichend geredet wird. Mit ihrem neuen Film „Hot Cunt” möchte die 54-Jährige das ändern und spricht ganz offen über Lust, Sexualität und Masturbation.
Ein etwas anderes Kinoerlebnis
Mit lustvollem Aufstöhnen und Zitaten wie „Viva la Vagina!” ist der Film „Hot Cunt” kein typisches Popcornkino. Der Titel, der auf deutsch so viel bedeutet wie „heiße Muschi”, verrät bereits den Kern des Films: weibliche Lust. Ein Thema, das so viele berührt und dennoch nur selten öffentlich besprochen wird. „Meine Theorie ist, dass die weibliche Lust verzerrt gezeigt wird und ich möchte mit dem Film (...) die weibliche Lust normalisieren”, sagt Filmemacherin Toti Baches.
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Ein ungewöhnliches Rollenspiel
Präsentiert werden Szenen einer fiktiven Gruppentherapie, gestandene Schauspieler tauchen ein in die Rollen von Geschlechtsorganen und spielen zum Beispiel Eierstöcke oder die weibliche Brust. Für Schauspielerin Gesine Cukrowski eine spannende Aufgabe: „Als das Drehbuch kam (...) habe ich hurra geschrieben, weil wir brauchen Enttabuisierung. Wir müssen offen über die Dinge sprechen.” Regisseurin Toti Baches findet: „Über Masturbation zu sprechen, sollte so normal sein, wie über Kochrezepte zu sprechen.”
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Das sagen die Männer im Publikum
Bei den Zuschauern der Filmpremiere im Hamburger Kino „3001” scheint der Film Eindruck zu hinterlassen - auch bei den männlichen Gästen. „Man sollte den Film sehen, weil er sehr lustvoll ist. Ein Thema berührt, über das man selten spricht: Die Masturbation, egal ob Mann oder Frau”, sagt ein Kinobesucher. „Generell können wir alle nur davon profitieren, wenn wir uns besser kennenlernen – noch besser kennenlernen”, so die Erkenntnis eines weiteren Mannes.

Regisseurin: Wir müssen reden
„Hot Cunt” ist der zweite Teil von Toti Baches Triologie über Weiblichkeit. Für ihren Film hatte die Hamburger Regisseurin kein Budget. Alle Mitwirkenden haben auf ihre Gage verzichtet. Daher sagt Toti Baches auch: Es ist ein kleines Wunder, diesen Film auf zahlreichen Kinoleinwänden in Norddeutschland zu sehen. Umso größer ist jetzt auch die Hoffnung der Regisseurin, das sich mit ihrem Werk wirklich etwas verändern kann: „Mein Wunsch ist, dass die Menschen nach Hause gehen und darüber reden. Also, dass das Thema wird zu Hause oder bei der Arbeit und sonst wo. Dass Masturbation aus der Tabu-Ecke rauskommt und in die Mitte der Gesellschaft kommt.”
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche



