Mitarbeiter der JVA Bremen am Limit! „Ich wünsche mir nur, dass ich gesund meine Pension erreiche”

Die Mitarbeiter der JVA kommen an ihre Belastungsgrenze.
Die Mitarbeiter der JVA kommen an ihre Belastungsgrenze.
RTL
von Christo Tatje und Lena Kruse

Dauerbelastung hinter Gittern!
In der Justizvollzugsanstalt in Bremen herrscht Ausnahmezustand. Denn die Zellen sind voll und die Mitarbeiter vor Ort haben Probleme, ihre Arbeit überhaupt noch richtig bewältigen zu können. Damit steigt auch die psychische Belastung.

Eskalationen verhindern, statt resozialisieren

Die Bremer JVA hat insgesamt 717 Haftplätze, ab einer Belegung von 85 Prozent gilt sie offiziell als voll. Am Tag unseres Drehs im November 2025 waren 735 Insassen in der JVA untergebracht. „Wir sind hier mit, glaube ich, zwölf oder dreizehn Kollegen im Haus für 78 Gefangene zuständig. Darunter auch Gefangene, die einen besonderen Hilfebedarf haben, weil sie psychisch auffällig sind”, erklärt der JVA-Beamte Niewiera im Gespräch mit RTL. Die Vornamen der Justizvollzugsbeamten nennen wir auf Wunsch des Justizressorts nicht. Er erklärt: Der besondere Hilfebedarf der Gefangenen sei genau das Problem.

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Denn nicht nur die Belegung der JVA hat sich in den letzten Jahren verändert, sondern auch der Zustand der Gefangenen. Immer mehr sind von psychischen Problem betroffen und brauchen somit eine intensivere Betreuung. „Bis vor zehn Jahren war die Arbeit mit den Gefangenen davon geprägt, sie zu resozialisieren und sie vorzubereiten auf ein Leben in Freiheit”, erklärt der JVA-Beamte. Das ist jedoch nicht mehr so. Heute gehe es eher darum, eine Eskalation unter den Gefangenen zu vermeiden.

Die Arbeit belastet auch zunehmend die Psyche der Mitarbeiter. „Man redet viel zu Hause darüber, mit Freunden, mit anderen Kollegen, die auch hier arbeiten. Man nimmt viel mit nach Hause, man kommt an seine Belastungsgrenze“, erklärt der JVA-Beamte Tipo.

Video-Tipp: Einblicke in die JVA Bremen

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Reaktionen aus dem Justizsenat

Ein Problem, das auch im Justizsenat längst bekannt ist. Um die Mitarbeitenden vor Ort zu unterstützen, sollen neue Stellen geschaffen werden. „Es ist so, dass die Senatskommission Personal entschieden hat, dass wir 20 Stellen mehr bekommen im ersten Justizvollzugsdienst. Es ist beabsichtigt, dass diese 20 Personen zum 1. Februar 2026 beginnen. Und wir hoffen, dass das alles zügig vonstattengeht”, erklärt Stephanie Dehne vom Justizressort im Gespräch mit RTL. Die neuen Mitarbeiter sollen zumindest etwas für Entlastung sorgen.

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Quelle: Eigene RTL-Recherche