Wie im Fall Yosef (†14) in Dormagen Diese Kinder wurden auch zu Mördern

Yosef (†14) ist tot – seine Leiche entdeckten Spaziergänger an einem See in Dormagen.
Yosef (†14) ist tot – seine Leiche entdeckten Spaziergänger an einem See in Dormagen.
Privat

Sie sind minderjährig, haben aber schon jemanden auf dem Gewissen!
Dormagens Bürgermeister Erik Lierenfeld spricht aus, was viele denken: Der Fall Yosef „lässt uns das Blut in den Adern gefrieren”. Denn der mutmaßliche Mörder des 14-Jährigen ist erst zwölf Jahre alt. Es ist nicht der erste Fall, in dem ein Kind zum Mörder wird.

Auch Kinder können schreckliche Verbrechen begehen

Der Mord an Luise (12) aus Freudenberg, der Mord an Lena (10) aus Wunsiedel oder der Mord an James Bulgur (2) – eins haben all diese Taten gemeinsam: Die Täter waren selbst noch Kinder. In unserer Bildergalerie haben wir die bekanntesten Fälle der letzten Jahre für euch zusammengefasst.

In Deutschland werden Jugendliche erst mit 14 Jahren strafmündig, vorher können sie juristisch nicht für ihre Taten belangt werden. Zuletzt wurde immer wieder darüber diskutiert, das Alter für Strafmündigkeit abzusenken. Hintergrund waren auch besonders extreme Fälle, in denen Kinder als Täter beziehungsweise Tatverdächtige galten.

Zahl der minderjährigen Straftäter steigt

Auch ein Blick in die polizeiliche Kriminalstatistik von 2024 zeigt, dass die Zahl der minderjährigen Verdächtigen steigt: Bei Kindern sogar um 11,3 Prozent auf 13.755 Fälle. Das Bundeskriminalamt (BKA) meldet außerdem, dass der Anteil von Kindern und Jugendlichen an allen Tatverdächtigen bei Gewalttaten einen neuen Höchststand erreichte: Kinder haben demnach einen Anteil von 7,0 Prozent an allen Tatverdächtigen der Gewaltkriminalität, bei den Jugendlichen sind es 15,9 Prozent.

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Das BKA erklärt im Rahmen der Kriminalstatistik, dass die psychische Belastung bei Kindern und Jugendlichen seit einigen Jahren zunehme. In Zusammenhang mit anderen Faktoren könne dies die Wahrscheinlichkeit für Gewaltstraftaten erhöhen, heißt es weiter. Weitere Risikofaktoren seien wirtschaftliche Unsicherheiten, mit Gewalt verbundene Männlichkeitsnormen sowie familiäre Faktoren wie etwa häusliche Gewalt. (mit dpa)

Verwendete Quellen: dpa, eigene RTL-Recherchen