Software-Sparte in der KriseVW-Tochter Cariad streicht Hunderte Jobs! Fast jeder Vierte bangt

Ein Porsche Turbo, mit der Voice Pilot KI Assistent, steht bei der Eröffnung von dem Automotive Software Campus von Cariad, dem Softwareunternehmen des Volkswagen-Konzerns, im Ausstellungsraum.
Die Softwarelösungen von Cariad kommen im gesamten VW-Konzern zum Einsatz.
picture alliance/dpa | Sven Kaeuler

Der Autobauer Volkswagen steckt in der Krise. Das kostet auch bei der Softwaretochter Cariad Arbeitsplätze. Rund 1000 Stellen sollen betroffen sein - doch wie der Abbau konkret ablaufen soll, ist offen.

Die VW-Softwaretochter Cariad steht vor einem größeren Stellenabbau. Konkret geht es um rund 1000 Stellen, die gestrichen werden sollen, wie aus Unternehmenskreisen bekannt wurde. Betroffen wäre damit knapp ein Viertel der rund 4300 verbliebenen Cariad-Beschäftigten. Bis wann und auf welche Weise die Stellen abgebaut werden sollen, ist noch offen. Nun soll mit Arbeitnehmervertretern darüber verhandelt werden. Auch Tarifverträge wurden demnach gekündigt. Ein Cariad-Sprecher wollte sich auf Anfrage nicht dazu äußern.

Wie das „Handelsblatt“ berichtete, soll das Unternehmen die Beschäftigten am Mittwoch auf einer Betriebsversammlung unter anderem über den Stellenabbau informiert haben. Dieser sei nötig, um die Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zu externen Softwareanbietern zu halten, heißt es in Bezug auf Teilnehmer.

Dem Bericht zufolge soll das Unternehmen seine Investitionen von 2027 bis 2031 um rund 6,1 Milliarden Euro kürzen. Zu Beginn des nächsten Jahrzehnts soll Cariad zudem weitere 400 Millionen Euro zur geplanten Verbesserung des operativen Konzernergebnisses beitragen. Der Zukunftsplan des Vorstands, der den Konzern bis 2030 profitabler machen soll, sieht Milliardenkürzungen bei Entwicklungsbudgets und den Abbau Zehntausender Stellen vor.

Software von Cariad im ganzen VW-Konzern im Einsatz

Die Softwarelösungen von Cariad kommen im gesamten VW-Konzern zum Einsatz. Ursprünglich sollte die Tochterfirma große Teile der Software selbst entwickeln. Wegen Problemen bei wichtigen Projekten, die auch den Start einzelner Modelle verzögerten, tauschte der Autokonzern die Cariad-Führung 2023 aus und änderte den Kurs.

Anders als sein Vorgänger Herbert Diess setzt VW-Konzernchef Oliver Blume beim Thema Software auf Kooperationen mit externen Partnern wie Xpeng in China oder Rivian in den USA. Cariad fokussiert sich nun unter anderem auf die Eigenentwicklung von Schlüsseltechnologien wie Fahrdynamik-Software, Cloud-Anwendungen und Infotainment-Systeme.

Bereits in den Vorjahren hat die Softwaretochter mehrfach Stellen abgebaut. Ende 2023 hatte Cariad noch 6500 Beschäftigte. Zuletzt erfolgte der Abbau sozialverträglich über Abfindungen und Vorruhestandsprogramme. Bis 2029 waren betriebsbedingte Kündigungen zuletzt ausgeschlossen.

Verwendete Quellen: nbr/dpa