Erste Anhörung des venezolanischen PräsidentenNicolás Maduro vor US-Gericht: „Ich bin nicht schuldig!”

Nicolás Maduro
Nicolás Maduro muss in New York zu seiner ersten Anhörung (Archivbild).
Cristian Hernandez/AP/dpa

In Gefängniskleidung zur ersten Anhörung!
Venezuelas Staatschef Maduro wird einem US-Richter vorgeführt. Der Vorwurf: „Drogenterrorismus”. Vor dem Gebäude in New York protestieren Unterstützer, auch international wächst die Kritik am US-Kurs.

Maduro spricht vor Gericht von Entführung

Unter weltweiter Beobachtung hat sich der von US-Spezialkräften gefangengenommene venezolanische Präsident Nicolás Maduro vor einem Gericht in New York am Montag (5. Januar) für „nicht schuldig” erklärt. Der 63-Jährige wurde in Gefängniskleidung zu seiner ersten Anhörung vorgeführt. Auf Spanisch sagte er, er sei „entführt” worden.

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„Ich bin nicht schuldig”, sagte Maduro laut Übersetzer. Er ergänzte: „Ich bin ein anständiger Mensch, ich bin immer noch der Präsident meines Landes”. Richter Alvin Hellerstein unterbrach ihn und sagte, es gebe die Zeit und den Ort dafür, sich ausführlicher zu äußern. Gefragt worden war Maduro nur nach seiner Identität.

Maduros Anwalt: Freilassung auf Kaution wird nicht angestrebt

Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores waren am Wochenende von US-Soldaten in der venezolanischen Hauptstadt Caracas gefangengenommen worden und in eine Haftanstalt in New York gekommen. Dem sozialistischen, autoritär Politiker werden vier Anklagepunkte vorgeworfen, unter anderem „Verschwörung zum Drogenterrorismus”.

Eine Freilassung gegen Kaution werde „zum jetzigen Zeitpunkt” nicht angestrebt, sagte Maduros Anwalt. Die nächste Anhörung wurde auf den 17. März terminiert. Richter Alvin Hellerstein sagte, es sei sein Job, dass es zu einem fairen Prozess komme.

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Nach der Gefangennahme des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro durch US-Elitetruppen festigt seine ihm loyale Nachfolgerin ihre Macht im Land. Als eine der ersten Amtshandlungen erklärte die als geschäftsführende Präsidentin vereidigte Delcy Rodríguez den Ausnahmezustand und wies die Polizei zur Jagd auf Kollaborateure an. Nach Angaben des venezolanischen Journalistenverbands SNRP wurden 14 Journalisten festgenommen, später aber wieder freigelassen.

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Im Dekret zur Verkündung des Ausnahmezustands hieß es, alle Polizeidienststellen sollten nach Personen suchen, die den Angriff der Vereinigten Staaten unterstützten. Medienberichten zufolge hatte das US-Militär bei der Kommandokation am Wochenende, bei der Staatschef Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores gefangengenommen wurden, Unterstützung vor Ort. Unter anderem soll eine Person im direkten Umfeld von Maduro ständig Informationen über seinen gegenwärtigen Aufenthaltsort übermittelt haben. (anr)

Verwendete Quellen: dpa