Jahrzehntelang lag es in den AktenDieses Beweisstück löst nach 47 Jahren einen Mordfall

978 wird die 16-jährige Corina Lydia Contreraz im US-Bundesstaat Montana getötet. Jahrzehntelang fehlt vom Täter jede Spur. Jetzt können Ermittler einen Mann identifizieren – mithilfe von DNA auf einer Fingerabdruckkarte aus dem Jahr 1982.
Corina Contreraz wurde 1978 mit nur 16 Jahren getötet. Fast 48 Jahre führt eine DNA-Spur zu Angelo J. Stallsmith Sr.
Yellowstone County Sheriff’s Office/Facebook

Mehr als vier Jahrzehnte liegt sie in den Akten – dann wird eine alte Fingerabdruckkarte zum entscheidenden Puzzleteil in einem Mordfall.
1978 wird die 16-jährige Corina Lydia Contreraz im US-Bundesstaat Montana getötet. Jahrzehntelang fehlt vom Täter jede Spur. Jetzt können Ermittler einen Mann identifizieren – mithilfe von DNA auf einer Fingerabdruckkarte aus dem Jahr 1982.

Corina Contreraz wird 1978 tot aufgefunden

Am 22. Dezember 1978 entdeckt ein Schulbusfahrer Corinas Leiche östlich von Billings. Wenige Stunden zuvor hatte sich die 16-Jährige nach Angaben der Ermittler zu Fuß auf den Weg zum Haus ihres Freundes gemacht. Die Obduktion ergibt, dass die Jugendliche vergewaltigt und 18-mal mit einem Messer verletzt wurde. Die Ermittler sichern biologisches Material. 2002 kann daraus ein männliches DNA-Profil erstellt werden – doch ein Treffer in den verfügbaren Datenbanken bleibt aus.

Jahrzehnte später nehmen Cold-Case-Ermittler den Fall erneut unter die Lupe. Mithilfe forensischer genetischer Genealogie können sie die Suche schließlich auf eine Familie und später auf zwei Brüder eingrenzen. Einer von ihnen wird durch einen DNA-Vergleich ausgeschlossen. Die Spur führt zu Angelo J. Stallsmith Sr. Doch die Ermittler stehen vor einem Problem: Stallsmith ist bereits seit 1990 tot. Seine sterblichen Überreste können ebenfalls nicht untersucht werden, da er nach Angaben der Ermittler eingeäschert wurde. Wie lässt sich also überprüfen, ob seine DNA tatsächlich zu der am Tatort gesicherten Spur passt?

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Fingerabdruckkarte von 1982 bringt den Durchbruch

Im Mai 2025 stoßen die Ermittler auf alte Unterlagen früherer Festnahmen. Darunter befindet sich eine Fingerabdruckkarte Stallsmiths vom 11. November 1982. Mehr als 40 Jahre später lässt sich darauf noch DNA nachweisen.

Dabei ist nicht der Fingerabdruck selbst entscheidend. Auf der Karte befindet sich biologisches Material, das Stallsmith beim damaligen Kontakt mit ihr hinterlassen hatte. Die daraus gewonnene DNA stimmt nach Angaben der Ermittler mit der männlichen DNA aus dem Mordfall überein. Ein weiterer Vergleich mit DNA eines direkten Nachkommen Stallsmiths bestätigt demnach das Ergebnis.

Besonders bemerkenswert: Die Fingerabdruckkarten hätten möglicherweise gar nicht mehr existiert. Im Zuge der Digitalisierung sollten die physischen Unterlagen nach Angaben der Ermittler entsorgt werden. Nach dem Durchbruch sollen sie nun erhalten bleiben.

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Verdächtiger starb bereits 1990

Das Yellowstone County Sheriff’s Office geht nach eigenen Angaben davon aus, dass erstmals in den USA ein Mordfall mithilfe von DNA gelöst wurde, die von einer alten Fingerabdruckkarte gewonnen wurde. Unabhängig lässt sich diese Einschätzung nicht abschließend bestätigen. Am 24. September 2026 gibt das Sheriff’s Office bekannt, dass die Ermittler Stallsmith für den sexuellen Übergriff und den Tod von Corina verantwortlich machen. Eine bekannte Verbindung zwischen ihm und der 16-Jährigen fanden sie nicht.

Vor Gericht wird diese Feststellung allerdings nie überprüft werden: Stallsmith starb bereits am 12. August 1990 und konnte deshalb weder angeklagt noch wegen der Tat verurteilt werden. Fast 48 Jahre nach Corinas Tod gilt der Cold Case für die Ermittler damit als gelöst.

Verwendete Quellen: KTVQ/MTN News, Forensic Magazine, People