US-Militär reagiert mit AngriffenIran: Straße von Hormus „bis auf Weiteres“ gesperrt

Vessels at the Strait of Hormuz, as seen from Musandam, Oman, July 8, 2026. REUTERS/Stringer
Vessels at the Strait of Hormuz, as seen from Musandam, Oman, July 8, 2026. REUTERS/Stringer
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Der Iran schließt die Straße von Hormus wieder. Die Meerenge werde „bis auf Weiteres“ gesperrt, erklären die Revolutionsgarden. Zuvor hatten sie ein Handelsschiff beschossen. Die USA reagieren mit neuen Angriffen.

Die iranischen Revolutionsgarden haben die Sperrung der für den Welthandel wichtigen Straße von Hormus verkündet. Dies gelte „bis auf Weiteres“, meldeten iranische Staatsmedien unter Berufung auf die Revolutionsgarden. Zuvor hätten sie Warnschüsse auf ein Schiff abgefeuert, das eine „nicht genehmigte Route“ befahren habe. Das US-Militär startete daraufhin neue Angriffe auf den Iran.

Das Schiff habe die maritime Sicherheit in der Meerenge gefährdet, teilten die Revolutionsgarden mit. Demnach hätten zuvor mehrere Schiffe versucht, eine nicht genehmigte Route zu befahren und Aufforderungen der Revolutionsgarden ignoriert, ihre Route zu korrigieren. Infolge dieses Vorfalls werde die Straße von Hormus bis auf Weiteres und bis zum Ende der US-amerikanischen Eingriffe in der Region geschlossen bleiben, hieß es in der Mitteilung weiter. Die Durchfahrt sei verboten. Sollte der „Aggressor“ neue Angriffe gegen den Iran starten, hieß es an die USA gewandt, werde man mit weiteren Angriffen auf „feindliche Stützpunkte“ in der Region reagieren.

Die USA reagierten umgehend und griffen Ziele im Iran an. Zur Begründung hieß es, die iranischen Revolutionsgarden hätten ein unter der Flagge Zyperns fahrendes Containerschiff in der Straße von Hormus angegriffen. Ein Besatzungsmitglied werde vermisst, teilte das für die Region zuständige US-Zentralkommando Centcom auf X mit. Das Schiff könne seine Fahrt durch ein Feuer und Schäden am Maschinenraum nicht fortsetzen. Die Angriffe erfolgten auf Anweisung von US-Präsident Donald Trump, heißt es weiter.

Der Iran habe mit dem Angriff auf das Schiff eine weitere Gelegenheit verpasst, sich an das Mitte Juni mit den USA ausgehandelte Rahmenabkommen zu halten, so das Centcom. Teheran habe versagt. Es handelt sich demnach bereits um die dritte Angriffswelle der USA gegen den Iran in dieser Woche. Dabei seien rund 140 militärische Ziele getroffen worden, so Centcom. Zu den Zielen gehörten demnach Raketen- und Drohnenstellungen, Marineeinrichtungen, Munitionslager, Kommunikationsnetze und Küstenüberwachungsanlagen. Später teilte das US-Militär mit, seine jüngste Angriffswelle beendet zu haben.

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth äußerte sich auf X nur knapp zum US-Vorgehen: „Der Iran hat eine schlechte Entscheidung getroffen. Jetzt muss er dafür bezahlen“, schrieb er.

In mehreren mit den USA verbündeten Golfstaaten herrschte in den frühen Morgenstunden Luftalarm. In Bahrain ertönten wieder die Warnsirenen, teilte das Innenministerium mit. Die Bewohner wurden aufgerufen, ruhig zu bleiben und einen sicheren Ort aufzusuchen. In den Vereinigten Arabischen Emiraten warnte der Katastrophenschutz die Bewohner vor einer Bedrohung durch Raketen. Die Luftabwehr des Landes sei im Einsatz, teilte die Behörde mit. Das Innenministerium von Katar teilte bei X mit, die Sicherheitslage sei ernst. Die Einwohner sollten zu Hause bleiben, nicht nach draußen gehen und sich von Fenstern und offenen Flächen fernhalten.

Die Hoffnung auf eine baldige Einigung über einen geordneten Schiffsverkehr in der Meerenge dürfte sich damit zunächst zerschlagen haben. Aussicht auf eine Entspannung der Lage am Golf gibt es vorerst nicht.

Vertreter aus Washington und Teheran hatten sich Mitte Juni auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das den Weg für ein dauerhaftes Ende des Kriegs ebnen soll. Darin war vereinbart worden, innerhalb von 60 Tagen einen endgültigen Deal auszuhandeln. Es beinhaltet auch die Forderung nach einer Öffnung der für den Handel wichtigen Straße von Hormus.

Die jetzige Eskalation folgt einer Woche zunehmender Spannungen und gescheiterter Vermittlungsbemühungen. US-Präsident Trump hatte am Freitag zwar erklärt, die Gespräche mit dem Iran würden fortgesetzt, zugleich aber den Waffenstillstand für beendet erklärt. Zuvor hatten hochrangige US-Vertreter den Iran aufgefordert, sich öffentlich dazu zu verpflichten, die Angriffe auf Schiffe in der Meerenge einzustellen und alle Seewege offenzuhalten.

Vermittler aus Katar und Pakistan sowie dem Oman bemühen sich um die Fortsetzung der Verhandlungen. Der iranische Außenminister Abbas Araktschi traf sich im Oman mit seinem Amtskollegen, um über Möglichkeiten einer sicheren Durchfahrt zu beraten. Ob ein für Samstag geplantes Gespräch zustande kam, war zunächst unklar.

Verwendete Quellen: ino/mpe/dpa/rts