Bis zu 18,4 Cent mehr am Tag12-Uhr-Regel treibt Spritpreis-Differenz auf Rekordniveau

Neben dem Tankrabatt soll die 12-Uhr-Regel für Entlastung deutscher Verbrennerfahrer sorgen. Zahlen zeigen jedoch, dass das sogenannte „Österreich-Modell“ das kaum tut. Im Gegenteil: Laut ADAC sind die Preissprünge bei Benzin und Diesel so groß wie nie zuvor.
Seit Einführung der 12-Uhr-Regel an den deutschen Tankstellen kommt es bei den Spritpreisen im Tagesverlauf zu enormen Schwankungen. So betrug die Preisdifferenz zwischen dem Höchststand und dem Tiefststand eines durchschnittlichen Tages im Mai 14,6 Cent pro Liter bei Super E10, wie der ADAC in München mitteilte. Bei Diesel betrug er demnach sogar 18,4 Cent pro Liter.
Damit lag die Differenz „deutlich über den Werten des Vorjahres“, wie der Automobilclub weiter mitteilte. Er stellte sogar eine Rekorddifferenz fest: Im Mai des vergangenen Jahres hatte der bisherige Rekordunterschied für Super E10 bei 12,5 Cent gelegen. Die letzte Rekord-Preisschwankung beim Dieselpreis stammt aus Mai 2022 und lag bei 16,7 Cent.
Die Tankstellen dürfen seit April die Spritpreise nur noch einmal am Tag anheben, nämlich mittags. Preissenkungen bleiben aber jederzeit erlaubt. Dieses sogenannte Österreich-Modell war zentraler Bestandteil eines ersten Maßnahmenpakets der Bundesregierung in der Energiekrise. Das Preisniveau stieg seitdem jedoch insgesamt weiter.
Der ADAC empfiehlt Autofahrerinnen und -fahrern, kurz vor 12 Uhr zu tanken. „Autofahrer, die zum günstigsten anstelle des teuersten Zeitpunkts im Tagesverlauf tanken, können bei einer 50-Liter-Tankfüllung Super E10 im Schnitt 7,30 Euro sparen“, erklärte der Automobilclub. Für Dieselfahrer lohne es sich „bei einer durchschnittlichen Ersparnis von 9,20 Euro sogar noch mehr“.
Ungeachtet dessen war Mitte Mai herausgekommen, dass Tausende Tankstellen nach Darstellung eines Verbraucherdienstes gegen die 12-Uhr-Regel verstießen. Demnach erhöhten 2995 von 15.240 Tankstellen bis zum Stichtag 11. Mai die Preise insgesamt rund 17.000 Mal zu unerlaubten Zeiten, wie aus einer Auswertung des Verbraucherdienstes „Mehr-Tanken“ auf Basis von Daten der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe hervorging. Die Quote betrug also etwa 19,7 Prozent. Es war also fast jede fünfte Tankstelle, die sich nicht immer an die Vorgabe hielt. Der Zeitraum von 11.30 bis 12.30 Uhr wurde den Angaben nach bewusst ausgeklammert, um mögliche Verzerrungen durch vorzeitige oder verzögerte Preismeldungen auszuschließen.
Verwendete Quellen: als/AFP


