Geiselnahme in Volksbank Sinzig (Rheinland-Pfalz)Polizei befreit alle Geiseln unverletzt

von Arno Lucaßen, Dylan Brandes und Roger Saha

Großalarm in Sinzig (Rheinland-Pfalz)!
In einer Filiale der Volksbank haben laut Polizei mehrere Täter Geiseln genommen. Die Einsatzkräfte sind mit einem Großaufgebot im Kreis Ahrweiler vor Ort. Nach RTL-Informationen sind inzwischen alle Geiseln befreit. Der Einsatz wird beendet. Die Fahndung nach den Tätern läuft.

Einsatzkräfte finden zwei eingeschlossene Menschen in der Bank

„Vor einigen Minuten haben Kräfte der Spezialeinsatzkommandos die Bank betreten und konnten anwesende zwei Personen feststellen, die in dem Raum eingeschlossen waren”, teilte ein Polizeisprecher mit „Weitere Personen konnten in dem Objekt nicht festgestellt werden.” Die Polizei gehe davon aus, dass die Täter die Bank nach der Tat verlassen haben und auf der Flucht sind. Eine Gefahr für die Bevölkerung gebe es „eher” nicht, so der Sprecher.

Hostage-taking at a savings bank branch in the western town of Sinzig
Die Spurensicherung untersucht die Volksbank in Sinzig nach der Geiselnahme.
REUTERS, Thilo Schmuelgen

Bei den beiden Menschen in der Bank soll es sich wohl um die Geiseln handeln. Sie seien „unter dem Eindruck des Geschehens” und hätten keinen Kontakt zu den Tätern gehabt. Ob bei dem Überfall etwas erbeutet wurde, kann die Polizei noch nicht sagen. Die Spurensicherung läuft aktuell noch, darum bleibt der Bereich vorerst weiter abgesperrt.

Geiselnahme in Volksbank Sinzig begann gegen 9 Uhr

Bei der Geiselnahme in einer Volksbankfiliale im rheinland-pfälzischen Sinzig ging die Polizei von mehreren Tätern und Geiseln aus. Bei einer Geisel soll es sich um den Fahrer eines Geldtransporters gehandelt haben, teilte die Polizei mit. „Die Lage ist derzeit statisch.” Laut Polizei sollen sich keine Kunden in der Bank befinden. Es gibt bisher auch keine Meldungen über Verletzte.

Personen, die in der Absperrung wohnten, sollten die Häuser nicht verlassen, sagte ein Polizeisprecher. Es seien nicht so viele, es handele sich dabei um eine „belebte Straße”.

Geiselnahme in einer Bank im rheinland-pfälzischen Sinzig
Polizisten mit Spezialausrüstung sind in Sinzig im Kreis Ahrweiler im Einsatz.
wst, Thomas Frey/dpa, Thomas Frey

Nach ersten Informationen begann alles, als am Freitagmorgen ein Geldtransporter vor die Bank fuhr. Laut einer Bankmitarbeiterin habe ein Unbekannter einen Mitarbeiter der Geldtransportfirma als Geisel genommen und sei mit ihm in die Bank gegangen. Täter und Geisel sollen sich inzwischen im Tresorraum befinden.

Lese-Tipp: Was wir über den Banküberfall wissen – und was nicht

Die Polizei hatte den Bereich weiträumig abgeriegelt, Spezialkräfte sind vor Ort. Der Bereich um die Bank in der Innenstadt wurde abgesperrt. Für Bürgerinnen und Bürger außerhalb der Absperrungen bestehe keine Gefahr, hieß es.

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Polizei: „Müssen abwarten, wie sich die Lage entwickelt”

Angaben über die Zahl der Menschen in der Bank wollte der Polizei-Sprecher nicht machen. Und auch nicht über das weitere Vorgehen der Polizei. Das habe taktische Gründe. Man sei sehr zurückhaltend mit Informationen, auch deswegen, „weil es ja möglicherweise auch jemand mithört”. Man bitte da um Verständnis.

„Wir müssen abwarten, wie sich die Lage in den nächsten Minuten, Stunden entwickelt”, sagte er. Danach werde die Polizei ausführlich berichten.

Geiselnahme in einer Bank im rheinland-pfälzischen Sinzig
Einsatzkräfte der Polizei stehen an einem Einsatzort einer Geiselnahme in einer Bankfiliale im rheinland-pfälzischen Sinzig.
Thomas Frey/dpa, Thomas Frey

Rettungskräfte bereiten sich auf den Ernstfall vor

Im Pfarrheim St. Peter wird derzeit eine Rettungsstation aufgebaut, wie eine dpa-Reporterin vor Ort berichtete. Es werden rollbare Liegen vorbereitet. Vor dem improvisierten Lager stehen Autos des Katastrophenschutzes Ahrweiler und des DRK. Einsatzkräfte bereiten sich auf den Ernstfall vor. Einem Sprecher zufolge handelt es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme.

Der Kreis Ahrweiler hat außerdem eine Betreuungsstelle für betroffene Anwohner der Volksbank eingerichtet. Menschen, die im Absperrbereich in der Innenstadt leben und momentan nicht in ihre Wohnung zurückkönnen, können sich in der Mensa der Barbarossaschule aufhalten, teilte Kreis mit.

Sparkasse Sinzig schließt aus Sicherheitsgründen

Die Sparkasse in Sinzig ist von der Geiselnahme nicht betroffen. Dennoch schließt die Bank ihre Filiale. Die Sparkasse teilte mir: „Aufgrund der aktuellen Geschehnisse in der Sinziger Innenstadt müssen wir aus Sicherheitsgründen für unsere Mitarbeiter und Kunden unser Beratungs-Center in Sinzig für den heutigen Tag schließen. Die umliegenden Geschäftsstellen in Bad Breisig und Bad Bodendorf stehen zur Erledigung von Bankgeschäften zur Verfügung.”

Aus einiger Entfernung von der Bankfiliale machen sich Menschen aus dem Ort ein Bild von der Lage. „Ich wollte einkaufen gehen, da war direkt alles abgesperrt”, sagt ein 84 Jahre alter Mann der dpa. Er wohnt in der Nähe und sei besorgt gewesen, weil seine Tochter häufig die Bank besucht. „Da war ich etwas unruhig.” Zum Glück sei alles in Ordnung.

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Anwohner in Sinzig machen sich Sorgen

Unweit davon steht ein 26 Jahre alter Mann. Er betreibt ein Café, das nun geschlossen sei. „Ein Polizist kam und sagte: Innerhalb von fünf Minuten komplett räumen”, erzählt er. „Ich hätte nie gedacht, dass so etwas in Sinzig passiert.” Sein Laden wird wohl geschlossen bleiben müssen. „Ich habe eigentlich bis 17.00 Uhr auf. Da kann man nix machen.”

Ähnlich geht es einem Mann, der einen Friseurladen betreibt. „Auf einmal war Totenstille und Polizei überall. Da wusste man, das ist kein normaler Tag”, erzählt der 34-Jährige. Eine Kundin habe angerufen und ihren Termin für den Nachmittag abgesagt. „Es sei ihr zu unsicher. Kann man verstehen, die Angst. Keiner weiß, was passiert.” Er selbst habe gemischte Gefühle. „Hoffen wir, dass alles schnell vorbeigeht.” In der nahen Kita St. Peter wurden Kinder teils früher abgeholt. Eine Frau sagte, sie komme für ihre Enkeltochter - heute sei ja „Rambazamba” in der Stadt.

Verwendete Quelle: dpa/AFP/ RTL/Reuters