Neue Gefahr aus den AlpenErdrutsch droht Schweizer Dorf! Tausende müssen evakuriert werden

Die Orte Chippis, vorn, und Sierre, hinten, im Rhonetal, die Produktionsanlagen des Aluminiumuntertnehmens Novelis Switzerland SA in der Bildmitte, Sierre, Wallis, Schweiz The towns of Chippis, foreground, and Sierre, background, in the Rhone Valley, the production facilities of the aluminium company Novelis Switzerland SA in the centre of the picture, Sierre, Valais, Switzerland Copyright: imageBROKER/GuenterxFischer iblgva14364546.jpg Bitte beachten Sie die gesetzlichen Bestimmungen des deutschen Urheberrechtes hinsichtlich der Namensnennung des Fotografen im direkten Umfeld der Veröffentlichung
Das Dorf Chippis in der Schweiz liegt in einem Tal zwischen mehreren Hügeln und Bergen.
IMAGO/imageBROKER/Guenter Fischer

Ein Riss im Erdreich eines Hangs in der Schweiz wird seit dem Herbst immer größer. Das weckt Erinnerungen an den Ort Blatten, der im vergangenen Jahr verschüttet wurde.

Im Schweizer Kanton Wallis hat sich an einem Hang ein Riss im Erdreich aufgetan. Sollte der Hang abrutschen, droht Gefahr für ein darunterliegendes Dorf, wie die zuständigen Behörden berichten. Sie bereiten bereits die Evakuierung der 1500 Einwohner vor. Um auf alles vorbereitet zu sein, soll bald auch eine neue Notstromleitung verlegt werden.

Die Risiko-Zone des Hangrutsches liegt in der Ferienregion Val d’Anniviers unweit von Sierre/Siders oberhalb des Dorfes Chippis. Dort wurde im Herbst eine Bruchlinie im Erdreich entdeckt, die inzwischen auf 250 Meter Länge angewachsen ist. Der Spalt ist zwischen 80 Zentimetern und einem Meter breit. Er dehnt sich jeden Tag um etwa zwei bis vier Millimeter aus. Geologen schätzen, dass bis zu 500.000 Kubikmeter Erdmasse abrutschen könnten.

Aus der Luft ist ein Riss im Erdreich an einem Hang im Val d'Anniviers zu sehen. Die Bruchlinie ist inzwischen 250 Meter lang und zwischen 80 Zentimetern und einem Meter breit. Der Spalt wächst jeden Tag um etwa zwei bis vier Millimeter. Sollte das Erdreich abrutschen, droht Gefahr für Teile eines Dorfes. +++ dpa-Bildfunk +++
Der Riss am Hang dehnt sich seit dem Herbst deutlich aus.
picture alliance/dpa/KEYSTONE/Laura Juliano

Das wiederum könnte ein Flussbett der Navizence zuschütten, für einen Wasserstau und Überschwemmungen sorgen. Der Fluss fließt durch Chippis. Auch weitere Ortschaften im Tal würden in diesem Fall die Auswirkungen der Katastrophe zu spüren bekommen.

Die Behörden bereiten vorsichtshalber eine Evakuierung von Chippis vor. Dafür haben sie Medienberichten zufolge Zivilschutzräume in umliegenden Orten reserviert. Der Riss werde dauerhaft mittels Längenmessgerät, Laserscanner und Webcam überwacht. Zudem fliegt wöchentlich eine Drohne über den Spalt auf einem Hügel, berichten der Schweizer Rundfunksender SRF und die „Davoser Zeitung“.

Geologen hätten neben dem großen Spalt weitere kleine Risse im Erdreich entdeckt, melden die Schweizer Medien weiter. Die Naturwissenschaftler führen diesen Vorfall auf Hochwasser in den Jahren 2018 und 2024 zurück. Demnach hätte das Flussbett als Fundament des Hügels gedient. Durch die Überschwemmungen wurde es geschwächt, woraufhin die Erde abzusacken begann.

Inzwischen ist die Bevölkerung aufgerufen, sich nicht dem entsprechenden Bereich am Hang zu nähern. Bei zu viel Bewegung könnte der Abbruch der Erdmasse beschleunigt werden. Es droht ein „Katastrophenszenario“, sagen die Geologen dem SRF: Die gesamte Erde könnte auf einmal ins Tal stürzen. Momentan gehen die Experten jedoch davon aus, dass dies ohne Fremdeinwirkung in einzelnen Etappen geschehen könnte, was voraussichtlich weniger Schäden verursache.

Im Mai 2025 waren im Lötschental im Kanton Wallis Gestein und ein Gletscher abgebrochen und ins Tal gedonnert. Das Dorf Blatten wurde großenteils verschüttet, die restlichen Häuser gingen in dem See, der sich wegen eines gestauten Flussbettes bildete, unter. Die Einwohner waren vorher alle in Sicherheit gebracht worden. In Blatten waren nach Schätzungen rund neun Millionen Kubikmeter Fels, Geröll und Eis abgestürzt.

Verwendete Quellen: mpa/dpa