Drama über den WolkenPassagier fast aus Ryanair-Flugzeug gesogen! Jetzt spricht er über den Horror

Der Horrorflug liegt Tage zurück. Doch jetzt sprechen Svetlana Grković und Ljubiša Karović über die Minuten, in denen aus einem Urlaubsflug ein Kampf ums Überleben wird. Besonders ihre Worte gehen unter die Haut.
Svetlana Grković und Ljubiša Karović erlebten auf dem Ryanair-Flug ein großes Drama.
Facebook/ljubisa.katovic, X/aviationbrk

„Ich erinnere mich an die Explosion.“
Sekunden später hing Ljubiša Karović mit Kopf und Arm aus einem Ryanair-Flugzeug. Nur seine Frau und andere Passagiere verhinderten offenbar eine Katastrophe. Jetzt erzählt der 61-Jährige erstmals von den dramatischen Minuten – er spricht von Panik und Schmerzen.

„Die Explosion“ verfolgt ihn bis heute

Elf Tage nach dem Zwischenfall fällt Ljubiša Karović das Sprechen noch immer schwer. Der 61-jährige Serbe trägt eine Halskrause, leidet unter Verbrennungen und kämpft nach eigenen Angaben vor allem mit den psychischen Folgen. Der Schock, sagt er im Gespräch mit dem Guardian, sei überwältigend gewesen, aber dass er überhaupt davon erzählen könne, grenze an ein Wunder. Sein Anwalt, Vasilis Tsiaras, beschreibt den Vater zweier Kinder als jemanden, der „durch einen Zufall am Leben geblieben“ sei.

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Die Explosion ist das, woran ich mich erinnere“, sagt er im Gespräch mit dem Guardian. Das Geräusch der berstenden Fensterscheibe höre er noch immer, sobald er die Augen schließe. Es sei der Beginn von „Chaos und Katastrophe“. „Ich erinnere mich nicht mehr an viel, und mein Kopf und Nacken schmerzen immer noch, aber ich lebe noch”.

Fenster zerbricht während Ryanair-Flug

Der Zwischenfall ereignete sich am 10. Juli auf Ryanair-Flug FR1879 von Thessaloniki in Griechenland nach Memmingen. Kurz nach dem Start zerbarst das Fenster neben Karovićs Sitz. Nach bisherigen Erkenntnissen könnte Triebwerksgeröll die Scheibe getroffen haben.

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Durch den plötzlichen Druckabfall wurde der Mann teilweise aus dem Flugzeug gerissen. Sein Kopf und ein Arm ragten bei rund 600 km/h Fahrtwind nach draußen. Weil Karović angeschnallt war und seine Frau gemeinsam mit anderen Passagieren seine Beine festhielt, wurde er nicht vollständig aus der Maschine gezogen. „[…] Er blickte dem Tod, dieser anderen Welt, ins Auge und kehrte zurück”, erklärt der Anwalt.

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Passagier will Fenster mit Tasche stopfen, die wird aber herausgesaugt!

Passagiere des Fluges, darunter auch Karovićs Ehefrau Svetlana, haben noch lebhafte Erinnerungen an den Moment, als die Scheibe zersplitterte. Sie und andere Passagiere eilen ihrem Mann direkt zur Hilfe, erzählt sie: „Ein Mann, ich glaube, er war Albaner, war unglaublich. Er hat alles versucht, um ihn hereinzubringen, und dann versucht, das Fenster abzudichten, erst mit einer Tasche, die sofort herausgesaugt wurde.” Anschließend versuchte er, das zerstörte Fenster mit einem Koffer abzudichten, mit Erfolg.

Passagiere retteten ihm offenbar das Leben

Karović schildert, dass er während des Vorfalls zeitweise das Bewusstsein verlor: „[...] mein Gesicht sei wegen des Drucks und des Luftstoßes kurzzeitig angeschwollen und verformt gewesen.” Erst nach der Notlandung in Thessaloniki sei er wieder richtig zu sich gekommen. Besonders dankbar ist er den Mitreisenden. Sie hätten ihm nach seiner Überzeugung das Leben gerettet. Seine Frau bestätigt dem Guardian, dass vor allem andere Passagiere sofort reagiert hätten. Karović und sein Anwalt werfen der Kabinenbesatzung dagegen vor, zunächst geschockt gewesen zu sein und nicht unmittelbar eingegriffen zu haben. Ryanair weist diese Darstellung zurück und erklärt, die Crew habe alle vorgeschriebenen Notfallmaßnahmen eingehalten und den Passagier nach der sicheren Sinkflugphase versorgt.

Er fordert Entschädigung

Noch immer leidet der 61-Jährige unter Schmerzen, Schlafproblemen und Angstzuständen. Die Brandwunden und blauen Flecken an seinem rechten Arm reichen von der Achselhöhle bis zur Brust. Er könne sich kaum konzentrieren und sei „mental zerstört“, sagt er. Trotz allem empfinde er große Dankbarkeit, den Vorfall überlebt zu haben.

Allen Flugreisenden gibt er einen eindringlichen Rat mit auf den Weg: den Sicherheitsgurt auch während des gesamten Fluges geschlossen halten. Seiner Überzeugung nach habe genau das ihm das Leben gerettet. (anr)

Verwendete Quelle: The Guardian